Ausstellung zu „Begegnungen auf dem Dach der Welt“

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Der Fotograf Dieter F. Grins mit Melanie Gebhardt, Leitung Sozialer Dienst, vor seinen Tibet-Bildern bei der Ausstellung im Johanniter-Stift in Erkelenz.

Erkelenz. Vis-a-vis in das Antlitz eines Tibeters blicken und den Gipfel des Mount Everest bestaunen – für die Bewohner des Johanniter-Stifts Erkelenz ist dies noch bis zum 17. März möglich. Jedoch müssen sie dabei nicht die Strapazen einer Expedition von Nepal nach Tingri in Tibet auf sich nehmen, sondern nur die Fotos von Dieter F. Grins an den Wänden vor und im Restaurant der Einrichtung anschauen.

Der in Arsbeck lebende Fotograf berichtet mit seiner Fotodokumentation „Begegnungen auf dem Dach der Welt“ von seiner faszinierenden und gleichsam gefährlichen Expedition, die er vor knapp 26 Jahren unternahm. „Die Fotos zeigen die intensive Begegnung mit dem Mensch und der Natur“, um-schrieb Melanie Gebhardt, Leitung Sozialer Dienst, bei der Vernissage die Schwarz-Weiß-Bilder; allesamt Dias, die Grins eingescannt, digital bearbeitet und auf Fotopapier monochrom ausgedruckt hat.

Sie zeigen die einzelnen Stationen der Expedition: Ein tibetisches Dorf als Beginn der Trekking-Tour mit der Yak-Karawane, die Karawanserei in Tingri, den Gipfel des Mount Everest, die Mutter aller Berge, und den Klosterberg in Shegar. Und immer wieder zwischen den stimmungsvollen und eindrucksvollen schönen Landschaften hängen Porträts der Tibeter, vor deren spartanischer Lebensweise und deren Kultur, die ganz vom Buddhismus geprägt ist, Grins einen hohen Respekt hat. Dass er sie in sein Herz geschlossen hat, dies verdeutlicht er mit jeder seiner Nahaufnahmen der Gesichter, die zum Teil mit fettigem Ruß eingecremt wurden, um sich vor der UV-Strahlung zu schützen.

Wie sehr er auch heute noch den Tibetern zugetan ist, wurde deutlich als er die Stationen der Expedition in Form eines Reiseberichts vortrug, ergänzt durch die schönen und passenden Gedichte wie „Buddhist“ und „Himalaja“ seiner Frau Gertrud.

Auf diese Weise ließ er die Besucher der Vernissage teilhaben an einer Reise vom ersten Zeltlager in Nylamo über die Einöde des tibetanischen Hochlandes, Höhenproblemen bei 4000 bis 5500 Metern, dem Marsch zum in der Kulturrevolution von den Chinesen zerstörten Rongbug Kloster bis zum Basiscamp am Mount Everest. Damals habe er geglaubt, dass dem Wunsch der Tibeter in einem autonomen Staat zu leben, die Chinesen auf Dauer nicht widerstehen könnten, sagte Grins.

Doch die Tibeter würden noch immer seit der Okkupation 1951 in Unfreiheit in ihrem Land, das als Dach der Welt bezeichnet wird, leben. Mit seiner Fotodokumentation will er deshalb nicht nur die außergewöhnliche Schönheit des Landes zeigen, sondern auch dem Wunsch der Tibeter nach Unabhängigkeit und Selbstbestimmung in ihrem Land ins Bewusstsein der Betrachter bringen.

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