Ausstellung „urbar“: Die Neuerfindung einer eigenen Welt

Von: Johannes Bindels
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Kunstsammlerin Ulla Lohmann bei der Einführung in die Kunst und das Schaffen von Peter Nikolaus Heikenwälder in den Ausstellungsräumen am Horster Hof. Foto: Johannes Bindels
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Peter Nikolaus Heikenwälder vor drei seiner schwarzgrundigen Ölgemälde.

Heinsberg. „Ein Papier, eine Malfläche urbar machen, es wie im landwirtschaftlichen Sinne kultivieren und bearbeiten“, so beschreibt der Künstler Peter Nikolaus Heikenwälder seine Malerei. Zur Vernissage seiner Ausstellung mit dem Titel „urbar“ hatte der Kunstverein Heinsberg geladen, der letzten Ausstellung für das Jahr 2013.

In den Ausstellungsräumen am Horster Hof begrüßte Alwin Hintzen als Vorsitzender ein erwartungsvolles Publikum sowie den Künstler und die Kunstsammlerin Ulla Lohmann, welche die Einführung in die ausgestellte Kunst gab.

„Die Kunst von Peter Nikolaus Heikenwälder hat eine beeindruckende Faszination. Aber gleichzeitig fordert sie dem Betrachter mancherlei ab“, umriss Lohmann gleich die notwendige Bereitschaft beim Publikum. Beim Betrachten der Werke sei eine seltsame Spannung, vielleicht auch Unsicherheit keine Seltenheit. Auch wenn der Künstler dies kommentiere mit: „Die Fragen kommen immer erst, wenn man erkannt hat, was auf den Bildern drauf ist“, gäbe es keinesfalls eine schnelle Lösung, erläuterte Lohmann die Tiefgründigkeit der Werke.

„Auf jeden Fall freue ich mich, hier sprechen zu dürfen und Sie ein wenig auf dem Weg in ein Werk besonderer Kreativität mitnehmen zu können“, ergänzte die Rednerin. Es sei jedoch untrennbar verbunden mit der Persönlichkeit und dem Menschen Peter Heikenwälder. Den zeichne neben der Kreativität auch Humor aus. So habe er sich die Ausstellungsräume und die Region angeschaut. „Peter Heikenwälder schickte mir ein Selbstportrait mit einem verschmitzten, hintergründigen Lächeln. Er stand zwischen Maisstauden, die ihm bis zum Hals reichten. Sein erster Eindruck aus der Region Heinsberg und gleichzeitig die Inspiration für den Titel seiner Ausstellung: urbar.“

Mit der Schilderung des großen Kontrastes zwischen dem Hamburger Atelier, aus dessen Fenster der Künstler auf eine Müllverwertungsanlage schaue und dem Ausstellungsort hier in Heinsberg nahm sie das Publikum mit auf die Reise zum Verständnis der Kunstwerke. „Beide Plätze haben die Abwesenheit von Umtriebigkeit gemeinsam.“ Der Hinweis des Künstlers auf seine Bilder, dass er alles von draußen nehme, sei schwer nachzuvollziehen.

„Die Farbigkeit (überwiegend schwarz), die Formen und die Kompositionen stimmen jedenfalls nicht mit der realen Welt überein und obwohl es bekannte Muster, Flächen, Linien und Farben gibt, ergibt sich durch die Herauslösung aus dem gewohnten Kontext eine fremde Umgebung in den Werken“, verdeutlichte Lohmann Wesentliches der Kunstwerke.

„Meine Werke sind nicht Abbild, sie sind die Neuerfindung einer eigenen Welt“, habe deswegen der Künstler formuliert, ließ Lohmann wissen. Kunst und Wissenschaft seien eine ernste Sache. Aber der Kunst Heikenwälders fehle es nicht an Witz und Ironie. So sei es auch zu verstehen, wenn der Künstler über seine schwarzgrundigen Arbeiten bemerke: „Ich finde meine Bilder lustig. Sie sind einfach nur dunkel. Meine Intention ist keinesfalls Bedrohung.“

Lohmann schloss ihre Einführung und Wegbeschreibung in die Kunst Heikenwälders mit der Anmerkung: „Wer genau hinschaut, erkennt, dass seine Werke verschiedene Sichtweisen zulassen. Es gibt stets reizvolle Entdeckungsreisen, bei denen Wahrnehmung und Erkenntnis sich verändern.“ Und dann leuchte es ein, wie zutreffend die Worte des Künstlers zu seinen Inspirationen seien: „Ich nehme alles von da draußen.“ Seinen Wunsch an die Ausstellung formulierte der Künstler kurz und bündig: „Herkommen und selber anschauen.“ Dass sich dies lohne, darüber waren die Anwesenden sich einig.

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