Hückelhoven-Millich - Ausstellung in der Galerie Eesdron

Ausstellung in der Galerie Eesdron

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
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Im Künstlertreff „Eesdron“ in Hückelhoven-Millich standen die ausstellenden Künstler Ed Hansen, Franz Wieland, Eddi Symkens und Grietje Bouman im Mittelpunkt der Vernissage. Foto: Koenigs
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Beim Rundgang durch die Ausstellung im Heimatmuseum fanden die Schreibmaschinen bei den Besuchern große Beachtung. Foto: Severins

Hückelhoven-Millich. Auf den ersten unbedarften Blick erinnert der Kunsttreff Eesdron derzeit an eine Buchhandlung. Mittig im Raum stehen zwei Tische, auf denen kleine Bücher ausgestellt sind. Beim genaueren Hinsehen erkennt man jedoch, dass es sich bei den Taschenbüchern um kleine Kunstwerke handelt, jedes einzelne individuell gestaltet und ein Unikat, das man gerne zur Hand nimmt und interessiert durchblättert.

Derzeit stellt der niederländische Künstler Ed Hanssen Teile seines Projektes Mail-Art-Book bei Rosemarie Trampert aus. Insgesamt 661 handgefertigte und leere Büchlein verschickt er auf Anfrage und lässt sie dann von den ihm teilweise völlig unbekannten Menschen gestalten.

Für jedes Buch, das den Weg zu ihm zurück findet, versendet er wiederum im Austausch ein von ihm selbst gestaltetes Büchlein. Die Ergebnisse sind beeindruckend und manifestieren die Vielseitigkeit der menschlichen Kreativität.

Während sich einige Buchgestalter in der Form am Vorgegebenen orientieren, haben andere Hanssens Vorlage in ihre Kreation nur einfließen lassen. Ein Teilnehmer hat das Büchlein gar verbrannt und schickte nur die Asche in einem kleinen Glasbehälter zurück.

Neben seiner Mail-Art hatte Hanssen aber auch verstörende Bilder im Gepäck, denn der Künstler malt auch Tumorwucherungen, zum Beispiel in Brüsten oder Lungen.

„Die Kunst spiegelt das Leben wider“, erklärte er. „Und der Tod gehört nun einmal zum Leben dazu.“ Da Hanssen ein bekennender Netzwerker ist, hatte er es sich nicht nehmen lassen, drei weitere Künstler und ihre Arbeiten mitzubringen.

Mit von der Partie ist auch der Kölner Maler Franz Wieland, der großformatige Acrylbilder beisteuerte. Seinen Stil kann man als informell bezeichnen, wobei er ein Bild mit immer neuen Schichten übermalt, was durchaus Monate dauern kann. Am Ende spannt sich die letzte Farbschicht wie eine Haut über den Korpus.

Einen anderen Ansatz verfolgt die Niederländerin Grietje Bouman. Die Pfarrerstochter präsentierte Fotografien ihres Zyklus „Magnificat“, in denen sie die Betrachter mit dem christlichen Frauenbild konfrontierte.

Ziel der Künstlerin ist es, dem Bild der keuschen Jungfrau Maria einen Kontrapunkt zu setzen und die Frau als sexuelles Wesen in den Mittelpunkt zu rücken. Durch geschickte Perspektiven lockt sie dabei den Betrachter immer wieder auf die falsche Fährte, indem sie sein Kopfkino geschickt zu bedienen weiß.

Vierter im Bunde ist der Niederländer Eddi Symkens. Der gelernte Bildhauer und Bronzegießer präsentierte kleine Skulpturen und Keramikfiguren, die auf den ersten Blick leicht und naiv daherkommen und zum Verweilen einladen, wodurch sich dann die Tiefe der Gestaltung erschließt.

Die Galerie Eesdron gilt bei Kunstkennern und Sammlern als feste Anlaufstelle. Die Ausstellung ist noch bis zum 1. Mai nach Absprache zu sehen. Termine können unter Telefon 02433/904734 vereinbart werden.

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