Aus Hobby wird Beruf: Stefan Lenzen schafft Einzug in den Landtag

Von: disch
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Der Arbeitsplatzwechsel vom Rewe-Markt zum Landtag steht bevor: ­Stefan Lenzen ist für die FDP über die Reserveliste ins Düsseldorfer Parlament eingezogen. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Bislang war der Kreis Heinsberg mit drei Parlamentariern im Landtag vertreten: Bernd Krückel und Dr. Gerd Hachen als Wahlkreisabgeordnete der CDU sowie Dr. Ruth Seidl als Listenabgeordnete von den Grünen. Hachen und Seidl waren nun nicht mehr angetreten. Im neuen Landtag wird es neben den beiden Christdemokraten Bernd Krückel und Thomas Schnelle aber weiterhin einen dritten Kopf aus dem Kreis geben: Stefan Lenzen aus Heinsberg schaffte über die FDP-Landesliste den Einzug in das Parlament.

36 Jahre ist er alt: Seit 1999 – „mein halbes Leben“ – gehört er der FDP an. Als er damals in die Partei eingetreten war, hatte er angekündigt, in den Stadtrat zu wollen. In dieses Gremium zog er 2004 im Alter von 23 Jahren ein. Mit 28 folgte der Sprung in den Kreistag – samt Übernahme des Fraktionsvorsitzes. Und als er dann 2012 erstmals für den Landtag kandidierte, da war in ihm schon der Traum gereift, einmal wirklich in den Landtag zu gelangen. „Mit der Chance, mein Hobby zum Beruf zu machen, geht für mich ein Wunsch in Erfüllung“, so Lenzen, allerdings sei für diesen Erfolg auch viel Engagement erforderlich gewesen. ­

Beruflich ist Lenzen (noch) als leitender kaufmännischer Angestellter tätig: als Personalreferent bei der Rewe Lindenlauf oHG mit vier Märkten und 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern; zuständig unter anderem auch für die Ausbildung, aber auch für Qualitätsmanagement und Rechnungswesen. Im Studium der Wirtschaftswissenschaften hatte der gelernte Bankkaufmann und Diplom-Kaufmann FH in der Personalwirtschaft und der kommunalen Wirtschaftsförderung seine Schwerpunkte gesetzt. In Abstimmung mit der Firma hatte Lenzen seine Pläne geschmiedet: für den Fall, dass seine Kandidatur nicht erfolgreich sein sollte, für ein eventuelles Nachrücken in den Landtag nach der Bundestagswahl im September und für den nun eingetretenen Fall, dass sein Platz Nummer 22 auf der Landesliste zum Sprung in den Landtag berechtigen würde.

In den nächsten Monaten wolle er beim Übergang im Betrieb, wenn möglich, stundenweise helfen, kündigte Lenzen an. Sein Arbeitsvertrag werde dann „ruhend“ gestellt. Die Tatsache, dass ihm die Option der Rückkehr eingeräumt werde, sehe er auch als Bestätigung für seine in den vergangenen acht Jahren geleistete Arbeit.

Den Sitz im Kreistag und den Fraktionsvorsitz will er erst einmal behalten, darum sei er gebeten worden, so Lenzen. Aber Priorität habe jetzt ganz klar der Landtag. Sollte er merken, dass er seinen eigenen hohen Ansprüchen in der Kreistagsarbeit nicht mehr gerecht werden könne, dann werde er da selbst die Konsequenz ziehen.

Wird es Schwarz-Gelb geben in Düsseldorf oder Schwarz-Rot? Lenzen blieb auch am Montag bei seiner Formel: „Die Inhalte müssen stimmen.“ Wäre eine Mehrheit mit 100 von 199 Sitzen nicht zu knapp? „Mehrheit ist Mehrheit“, entgegnete Lenzen, auch wenn eine solche knappe Mehrheit äußerste Disziplin von allen verlangen würde. Aber wenn CDU und FDP nicht zusammenkommen sollten, dann werde die FDP eben für „Opposition aus der Mitte des Parlaments heraus“ stehen.

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