Heinsberg - Aus für Heinsbergs Hauptschulen steht fest

Aus für Heinsbergs Hauptschulen steht fest

Von: Rainer Herwartz
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Hier wurden einst 550 Schüler in 22 Klassen unterrichtet. Doch in den letzten Jahren gingen die Anmeldungen dramatisch zurück. Foto: Rainer Herwartz
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Die benachbarte und baulich schlechtere Sonnenscheinschule nutzt heute schon mit ihren Grundschülern Teile des Gebäudes. Was in Zukunft mit den Baukörpern geschehen wird, ist noch offen. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Es war ein absehbarer und dennoch ein historischer Einschnitt in die Heinsberger Schullandschaft. Nachdem schon die Schulkonferenzen der beiden Hauptschulen ihre Zustimmung kundgetan hatten, beschlossen nun auch die Vertreter des Schul- und Kulturausschusses endgültig und einstimmig das Aus für die Hauptschulen in der Kreisstadt.

Zum 31. Juli nächsten Jahres wird die Gemeinschaftshauptschule Heinsberg I an der Westpromenade aufgelöst. Die verbliebenen Klassen – eine achte, zwei neunte und zwei zehnte – werden zu den sieben noch bestehenden Klassen in die Gemeinschaftshauptschule II nach Oberbruch wechseln, um dort, gemeinsam mit der Realschule, in den nächsten Jahren abgewickelt zu werden. Nur noch die Gesamtschule wird letztlich am dortigen Standort übrigbleiben.

„Das letzte Jahr ist für mich das härteste Jahr in meiner Schullaufbahn“, sagt Matthias Reinartz, der Leiter der Hauptschule an der Westpromenade. „Ich bin seit 35 Jahren an dieser Schule, zuerst als Lehrer, seit zwölf Jahren als Rektor. Es tut schon weh, eine solche Schule zu schließen, aber es ist der richtige Weg im Sinne der Schüler.“

In der Tat konnte auch die Heinsberger Hauptschule dem landesweiten Trend nicht entrinnen. Schon seit Jahren waren die Anmeldezahlen rückläufig. Reinartz erinnert sich noch gut an die Blütezeit seiner Schule, als in 22 Klassen 550 Schüler betreut wurden. „Als ich anfing, gingen noch 70 Prozent der Kinder zur Hauptschule, sie war eben die Hauptschule. Ich hätte nicht gedacht, dass es sie einmal nicht mehr gibt“, liegt eine Portion Wehmut in seinen Worten.

Im Schuljahr 2014/2015 sind an seiner Schule noch gerade einmal 144 Mädchen und Jungen. Die Anmeldungen für dieses und das vorherige Schuljahr reichten nicht einmal mehr aus, um Eingangsklassen zu bilden. Daher werden derzeit an der Schule nur noch die Jahrgänge sieben bis zehn unterrichtet. Und die Prognose des Schulentwicklungsplanes, der 2013 in Zusammenhang mit der Gründung der Gesamtschule erstellt wurde, geht von weiter sinkenden Anmeldezahlen für die Hauptschulen aus.

Kein Wunder, dass die Bezirksregierung bereits schriftlich verfügt hat, „die erforderlichen schulorganisatorischen Maßnahmen zu ergreifen und zu gegebener Zeit den Auflösungsbeschluss für die Gemeinschaftshauptschule Heinsberg I zum Schuljahresende 2014/2015 vorzulegen“. Die Voraussetzungen für einen Fortbestand der Schule seien einfach nicht mehr gegeben.

Reinartz geht in den Ruhestand

„Nach den Schülerzahlen richten sich auch die Lehrerzuweisungen, was dazu führt, dass es schwierig wäre, in jeder der beiden Hauptschulen für sich alle Fächer abzudecken“, sagt Reinartz. Schon jetzt gebe es mit den Oberbruchern gemeinsame Konferenzen. Aller Voraussicht nach sollen die verbliebenen Klassen nicht von ihren Klassenlehrern getrennt werden, auch sie sollen mit an die Parkstraße wechseln.

13 Lehrer, inklusive der Teilzeitkollegen, unterrichten an der Hauptschule Heinsberg I. „Jetzt muss ich mit jedem ein Personalgespräch führen und seine Wünsche an die Bezirksregierung melden“, erklärt Reinartz. Für ihn selbst ist am Schuljahresende Feierabend. Er geht in Pension. „Ich mache quasi das Licht aus“, sagt er mit galligem Humor.

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