Aus der Disko Auditorium: Stadt weist Schuld erneut von sich

Von: Helmut Wichlatz
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War das Rauchverbot ein Vehikel, um das Auditorium ins Aus zu drängen? Die Stadt sagt: „Die Vorwürfe treffen nicht zu.“ Foto: Wichlatz

Erkelenz. Die Diskothek Auditorium hat seit Karneval geschlossen. Eröffnet worden war der Hallenbau an der Neusser Straße im Jahr 2009 und hatte sich schnell zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt, um den es aber auch immer wieder Zwist gab. Anwohner fühlten sich gestört vom nächtlichen Betrieb und sammelten Unterschriften.

Auch das Parkdeck neben dem Auditorium geriet in den Fokus der Öffentlichkeit, weil dort lautstarke nächtliche Treffen stattfanden. Im Dezember 2016 gab dann der damalige Eigentümer Dr. Bernd Koenes die Schließung des Auditoriums – aus wirtschaftlichen Gründen – bekannt. Dies teilte die Stadtverwaltung auch schon im Dezember vorigen Jahres unter Bezugnahme auf ein Schreiben des Eigentümers bei einer Ratssitzung mit.

Vorangegangen waren Auseinandersetzungen über den Lärmschutz und eine Ausweitung der Konzession auf einen Raucherbereich neben dem Gebäude. Schon machten Gerüchte die Runde, dass die Stadtverwaltung hinter der Schließung stehe.

Die Schließung wollten einige Auditorium-Fans verhindern. Es wurde zum Beispiel eine Petition gestartet, mit der die Stadt bewegt werden sollte, die Schließung rückgängig zu machen. Mit dieser Forderung waren die Unterzeichner der Petition bei der Stadt jedoch aber an der völlig falschen Adresse, sagt der Technische Beigeordnete Ansgar Lurweg. „Die Stadt hatte weder ein Interesse an der Schließung des Auditoriums noch die rechtlichen Mittel dazu“, sagt er. Es hatte immer wieder Ärger um die Diskothek gegeben, weil sich Anwohner durch die Geräuschkulisse gestört fühlten.

Ein ehemaliger Mitarbeiter des Auditoriums sagt gegenüber unserer Zeitung, dass die Stadt über das Vehikel des Rauchverbotes eine Möglichkeit bekommen habe, den Betrieb des Auditoriums zumindest zu erschweren. „Man brachte die Betreiber in eine paradoxe Situation“, sagt er. „Aufgrund des Nichtraucherschutzes mussten Gäste zum Rauchen hinausgeschickt werden, um dann zu erfahren, dass sie dort wegen des Lärmschutzes nicht rauchen durften.“ Denn der Raucherbereich, der eigens geschaffen worden war, war nicht Teil der von der Stadt erteilten Konzession.

„Die Vorwürfe treffen nicht zu“

Diesen Schuh will sich die Stadtverwaltung nicht anziehen und bleibt bei der offiziellen Version von Ex-Eigentümer Koenes. „Die Vorwürfe treffen nicht zu“, sagt Lurweg. Vielmehr habe die Stadt im Vorfeld viel getan, um den Betrieb des Auditoriums zu ermöglichen. „Wir können aber auch nicht gegen geltende Bestimmungen verstoßen“, erklärt er.

Mittlerweile wurde das Gebäude vom benachbarten Unternehmen Hegenscheidt gekauft. Nach Angaben aus dem Unternehmen wird darüber nachgedacht, Teile der Fertigung dorthin auszulagern.

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