Augenarzt-Mord: Akte bald geschlossen

Von: gego
Letzte Aktualisierung:
Augenarzt mord immerath
Eine nachgestellte Szene (Screenshot) aus der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst” zeigt den Arzt (nachgestellt von einem Schauspieler) bei Schießübungen.

Aachen/Erkelenz. Der Fall des ermordeten Erkelenzer Augenarztes Udo Schmitz wird in Kürze abgeschlossen, der Täter konnte trotz intensiver Ermittlungen nicht gefunden werden.

Das bestätigte die Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung. Schmitz war am Nachmittag des 9. Januar 2010 auf einem Parkplatz in Erkelenz-Immerath mit mehr als 40 Schüssen aus einer alten Maschinenpistole erschossen worden. Das Motiv dieser Tat bleibt damit ebenso unbekannt wie der Täter. Dass ein Kapitalverbrechen nicht aufgeklärt wird, ist die absolute Ausnahme.

Obwohl die Aachener Kriminalpolizei den rätselhaften Fall in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst” vorgestellt hatte, gingen kaum verwertbare Hinweise ein. Zudem unterliefen der örtlichen Polizei bei der ersten Spurensicherung offenbar schwere Fehler, die Feuerwehr rückte mit schwerem Gerät an und vernichtete so möglicherweise zielführende Hinweise.

Der einzige Tatverdächtige, der je ermittelt werden konnten, ist der Politiker Manfred Hämmerle. Hämmerle, Fraktionsvorsitzender der Linken im Hückelhovener Stadtrat, hatte während einer Vernehmung zugegeben, Schmitz illegal die Waffe verkauft zu haben, mit der er nach Einschätzung der Ermittler auch erschossen wurde, eine Sten MK II. Für die Tatzeit hatte Hämmerle jedoch ein Alibi.

Oberstaatsanwalt Peter Aldenhoff erklärte am Mittwoch, gegen Hämmerle dennoch Anklage erheben zu wollen, möglicherweise bis Ende April. Nicht wegen Mordes, sondern wegen Verstoßes gegen des Kriegswaffenkontrollgesetzes, weil die Waffe aus dem Zweiten Weltkrieg stammt. Die Anklage hätte eigentlich schon 2010 erhoben werden sollen, doch Aldenhoff sagte, die Ermittlungen dauerten noch an. Unter anderem mussten vom Landeskriminalamt verschiedene Waffengutachten erstellt werden.
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