Aufzug und Lift für den Wassenberger Bergfried

Von: Daniel Gerhards
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Für viele Menschen ein unüberwindbares Hindernis: der Aufstieg zum Bergfried. Foto: Daniel Gerhards
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Die Treppe zum Eingangspodest soll mit einem Hydro-Teleskoplift überbrückt werden. Foto: Daniel Gerhards
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Nach Plänen der Stadt Wassenberg soll ein Plattformlift den Hang vom Hotel Burg Wassenberg zum Bergfried überwinden. Foto: Daniel Gerhards
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Und im Gebäude soll ein Aufzug vom Keller bis in die oberste Etage fahren. Foto: Daniel Gerhards

Wassenberg. Der Aufstieg zum Wassenberger Wahrzeichen ist für manche Menschen ein unüberwindbares Hindernis. Es ist Teil des Reizes, den der Bergfried versprüht, dass er hoch oben über der Stadt thront. Aber so ist er eben auch nicht für jeden zu erreichen. Das möchte die Stadt Wassenberg nun ändern. Sie plant, drei Aufzug- und Liftanlagen zu bauen, um die Treppen am Hang und im Gebäude zu überbrücken.

Die Idee existiert schon etwas länger, nun wird es allerdings konkret. Anfang November hatte die Stadt einen Zuwendungsbescheid über sogenannte Interreg-Mittel bekommen. 185 000 Euro sind als Kosten für das gesamte Vorhaben vorgesehen. Davon muss die Stadt einen Eigenanteil in Höhe von 25 Prozent schultern. Baubeginn könnte im Frühsommer sein.

Drei Anlagen

Vorgesehen sind drei Anlagen. Die erste soll vom Parkplatz am Hotel Burg Wassenberg hinauf zum historischen Gemäuer führen. Geplant ist ein Plattformlift, auf dem zum Beispiel auch Rollstuhlfahrer Platz finden. Seine Trasse soll zunächst entlang der ersten 21 Stufen führen. Dann führt sie weiter hinauf, geradewegs über den Hang. Dieser Lift soll 300 Kilogramm tragen können und mit seinem Akku 16 bis 17 Fahrten ermöglichen, bevor der Saft ausgeht, sagt Hermann-Josef Limburg, der als Architekt im Gebäudemanagement der Stadt tätig ist.

Am Aussichtspunkt am Eingang des Bergfriedes ist der Blick über die Stadt schon eine Augenweide. Für Besucher, die nicht gut zu Fuß sind, wartet dort aber gleich das nächste Hindernis: Zum Eingang des Gebäudes muss man noch einmal eine kleine Treppe hochsteigen. Dort möchte die Stadt einen Hydro-Teleskoplift einbauen, um die Stufen zu überbrücken. Der Lift kann im Boden versenkt werden.

Im Gebäude soll dann ein Aufzug vom Keller, bis auf die oberste Etage führen. Dabei lege er in der Vertikalen einen Strecke von 14 Metern zurück, sagt Limburg. Die Aufzugkabine soll in einer Glasröhre hoch und runter fahren. Sie soll 400 Kilogramm tragen, 1,30 mal 1,40 Meter groß und aus Metall gefertigt sein. Gerne hätte Architekt Limburg auch eine gläserne Kabine eingeplant. Aber das hätte den Kostenrahmen wohl gesprengt, sagt er. Vielleicht könnten aber Glasfenster eingebaut werden, so dass man bei der Fahrt aus dem Aufzug herausschauen kann.

Nur bis ganz nach oben fährt der Aufzug nicht. Die letzten Stufen auf die Dachterrasse müssen die Besucher auch weiterhin zu Fuß zurücklegen.

Baulich halte sich der Aufwand einigermaßen in Grenzen, sagte Limburg. Natürlich sei die Arbeit im Hang aufwendiger als auf einer ebenen Fläche und man brauche auch einen mobilen Kran, allein schon zum Materialtransport. Aber an der Stelle, wo der Aufzug im Bergfried einmal rauf und runter fahren soll, sind keine Zwischendecken eingezogen.

Eine Idee, die hinter dem ganzen Vorhaben steckt, ist, dass die Nutzungsvielfalt des Bergfrieds gesteigert werden soll. Mit den Aufzug- und Liftanlagen sei es auch möglich, dass ein Catering-Unternehmen Speisen leicht hinauftransportiert, sagt Limburg.

Und auch die Ausstellungen des Heimatvereins werden so noch mehr Menschen zugänglich. „Ich finde, das ist eine tolle Idee, eine deutliche Bereicherung“, sagt Sepp Becker, Vorsitzender des Heimatvereins. „Wir haben bisher Beamerpräsentationen in der Begegnungsstätte zu den Ausstellungen gemacht, weil viele ältere Menschen den Aufstieg scheuen oder nicht mehr schaffen“, sagt Sepp Becker.

Dass der Aufzug nicht bis hinauf auf die Dachterrasse fährt, findet Becker zwar schade. Aber es seien von der obersten Etage nur noch wenige Stufen bis zur Aussichtsplattform. „Das schafft man relativ gut“, sagt er. Und der Ausblick, der ist die Mühe allemal wert.

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