Kreis Heinsberg - Aufnahmen aus Oberbruch in Kölner Ausstellung

Aufnahmen aus Oberbruch in Kölner Ausstellung

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„Verwandlungen“: Bei der Ausstellungseröffnung wurden viele Gespräche geführt. Foto: Lebenshilfe

Kreis Heinsberg. Eigentlich wollte der renommierte Kölner Fotograf Matthias Jung für ein Buchprojekt den Karneval aus einer anderen Perspektive als üblich fotografieren. Deshalb besuchte er die Werkstatt für behinderte Menschen in Heinsberg-Oberbruch und fotografierte im Rahmen einer Karnevalsfeier zahlreiche Mitarbeiter in deren Karnevalskostümen.

„Verwandlungen“ hat er die Ausstellung genannt, in der 17 dieser Bilder bis zum 14. Februar in der Studiengalerie der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln ausgestellt sind.

Die meisten der Besucher der Eröffnung hatten wahrscheinlich farbige Fotos von tanzenden, feiernden, lachenden Menschen erwartet, doch: „Einer nach dem anderen tritt in den schmalen Lichtkegel meiner Blitzgeräte und lässt sich portraitieren. Kein Lachen. Nicht über sich, nicht über andere, nicht über mich“, erinnerte sich Matthias Jung. So steht der Besucher vor großformatigen Schwarz-Weiß-Fotografien, ist konfrontiert nicht mit Bildern von als Narren und Jecken verkleideten Karnevalisten, sondern mit Bildern von Menschen, die - unerkannt - alles sein könnten: Elfe, Zauberer, Dandy, Engel oder Teufel.

„Sie alle haben sich verwandelt in ernsthafte und konzentrierte Schauspieler, die nicht für Zuschauer posieren, sondern, so scheint es, eher an diesen vorbei in sich selbst hineinschauen.“ So beschrieb die Initiatorin der Ausstellung, Professorin Dr. Barbara Fornefeld, in der Eröffnungsrede ihre Empfindungen beim Betrachten der Fotografien.

Dem Fotografen Matthias Jung ist das Kunststück gelungen, diesen Blick einzufangen und den Menschen ganz nahezukommen, sie gleichsam hinter der Verkleidung zu entdecken und sichtbar zu machen, ganz wie die berühmte amerikanische Fotografin Diane Arbus einmal sagte: „Irgendwie glaube ich, es gibt Dinge, die niemand sehen würde, wenn ich sie nicht fotografiert hätte.“

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