Auf der Open Stage gehen die Lichter aus

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
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Das war‘s: Das letzte Open-Stage-Finale mit Norbert Krüger (2.v.l.) und Frank Rimbach (Mitte).

Erkelenz. „Open Stage Erkelenz“. Dieser Name stand rund zwei Jahre lang für ein neues Showkonzept. Nun ist Schluss. Entwickelt wurde das Format von Frank Rimbach und seinem Mitstreiter Norbert Krüger, die teilweise aus ganz Deutschland Nachwuchskünstler und Talente nach Erkelenz holten, um sie im Wettbewerb gegeneinander antreten zu lassen.

 Die Punkte wurden vom Publikum vergeben, Kopf-an-Kopf-Rennen waren programmiert. Eine Show dauerte bis kurz vor Mitternacht, weil die beiden Erstplatzierten mehrmals punktgleich aus dem Stechen herausgingen. Der Sieger bekam ein goldenes T-Shirt, später auch Sekt, und konnte im Jahresfinale gegen die anderen Sieger des Jahres antreten. Zwar ging es nicht um Geld, aber um einen Auftritt auf dem Lambertusmarkt. In diesem Sommer konnte man das Duo Nora und Tobi auf der Freiluftbühne auf dem Markt erleben und bejubeln.

Den Charme der Veranstaltung machte immer die bunte Mischung der Künstler aus. Es gab Coverbands und Songwriter, Comedians, Travestiekünstler, Gedankenleser und Bauchtänzerinnen zu bestaunen. Die beiden Organisatoren griffen auch selbst gerne zu Gitarre und Textblatt, wenn zum Beispiel ein Künstler absagen musste. Das Publikum kam bei Open Stage auf seine Kosten. Und das auch noch „für lau“, denn anstelle eines Eintritts ging Rimbach während der Show mit dem Hut herum und jeder gab, was er meinte geben zu müssen.

Hinter der Bühne ließen Rimbach und Krüger sich nicht lumpen. Die Künstler konnten sich bei Buffet und dem Szenebier „Astra“ wie Künstler fühlen und wurden ernst genommen. So etwas spricht sich herum, auch deutschlandweit. So präsentierte sich nun bei „La Décima“, der zehnten und letzten Auflage der Open Stage, auch der Frankfurter Gedankenleser Alex Morgenthau. Er überraschte mit Humor und unglaublichen Kunststücken. Zuvor hatte Fritz Leon aus Eschweiler Lieder von Leonhard Cohen vorgestellt und Charlotte Jobski aus Wegberg ihr Bühnendebüt mit Liedern von Meghan Trainor und Ariana Grande gegeben. Die 14-jährige stellte durch ihren natürlichen Charme und ihre frische Stimme die Mitbewerber, zu denen auch das Düsseldorfer Trio Polly gehörte, in den Schatten. Sicher hätte sie den Sieg geholt – wenn es eine Abstimmung gegeben hätte. Diese hatte Frank Rimbach jedoch schon zu Beginn des Abends abgesagt.

Nun gaben Frank Rimbach und Norbert Krüger bekannt, dass die zehnte Veranstaltung auch die letzte war. „Schweren Herzens haben wir uns entschieden, die Open Stage Erkelenz zu schließen“, heißt es. Der letzte Vorhang ist gefallen.

Dank an alle Weggefährten

Der Aufwand an Kraft, Zeit und Manpower stehe „in keinem adäquaten Zusammenhang mehr“, erklärten sie. Die Zeit der Open Stage sei abgelaufen. Sie bedankten sich bei allen Weggefährten und Unterstützern, bei den Künstlern und bei dem treuen Publikum. Auf das hatte es sich zum Ende hin konzentriert, denn immer wieder traten die weitgereisten Künstler vor fast leeren Stuhlreihen auf. War zu Spitzenzeiten die Leonhardskapelle brechend voll und die Luft zum Schneiden dick, hatten bei den letzten Veranstaltungen immer weniger Leute den Weg zur Open Stage gefunden.

Am letzten Open-Stage-Tag waren es rund 30. Auf die Dauer zu wenig, um noch Interessant für Künstler zu sein, die auf eigene Kosten anreisen, findet Frank Rimbach. Somit war „La Décima“ auch gleichzeitig „La Ultima“ – und Erkelenz ist um ein interessantes Kulturangebot ärmer.

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