Erkelenz - Auf den Spuren des Bohrpioniers Anton Raky

Auf den Spuren des Bohrpioniers Anton Raky

Von: Helmut Wichlatz
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Im großen Sitzungssaal der Stadt Erkelenz empfingen Bürgermeister Peter Jansen und Vertreter des Heimatvereins Mitglieder der Familie Raky, für die sich Annerose Klinkenberg aus Dalheim als Großnichte ins Buch der Stadt eintrug. Foto: Koenigs

Erkelenz. Vor einigen Tagen war der 70. Todestag des Bohrpioniers und Unternehmers Anton Raky. Grund genug für den Heimatverein und die Stadt, um die noch lebenden Nachfahren dieses für Erkelenz prägenden Mannes einzuladen und einen Tag lang auf den Spuren zu wandeln, die er in Erkelenz und Umgebung hinterlassen hat.

Bürgermeister Peter Jansen empfing die Gäste im großen Sitzungssaal, nachdem sie sich ins Goldene Buch der Stadt eingetragen hatten. Die Person Anton Raky habe für die Entwicklung der Stadt eine große Bedeutung, betonte er. Mit seiner Standortwahl für die „Bohr“ sei es in Erkelenz mit der Industrialisierung losgegangen.

Die Ausstellung im vorigen Jahr, mit der an den Menschen und sein Wirken erinnert wurde, habe „Wellen geschlagen, die noch immer unterwegs sind“. Aus den Aktiven des Heimatvereins, die die Ausstellung vorbereitet haben, seien längst „Rakyaner“ geworden, die manches bislang kaum bekanntes ans Tageslicht gebracht hätten. Auch wirtschaftlich sei Erkelenz heute noch immer von Raky und seinem Engagement geprägt.

Das Unternehmen Aker Wirth, Nachfolger der „Bohr“ sei der größte gewerbliche Arbeitgeber der Stadt. Im Umfeld der „Bohr“ und aus ihr heraus seien rund 40 Unternehmen entstanden, die das Gesicht der Stadt noch heute prägen. In der Region sei Erkelenz als „Maschinenbaustadt“ bekannt, was man Raky und seinen bahnbrechenden Erfindungen zu verdanken habe. „Ihr Verwandter hat Spuren hinterlassen, auf die wir stolz sind“, betonte Jansen.

Auch der Heimatvereinsvorsitzende Günther Merkens hob Rakys Leistung für die Entwicklung der Stadt hervor, widersprach aber der Auffassung, „wir säßen ohne Raky noch heute auf den Bäumen“. Schließlich verwies er auf die fast tausendjährige Stadtgeschichte bis zu Rakys Ankunft im Jahr 1897. Er beschrieb den Unternehmer als „extravagant, religiös und den Frauen zugetan“. Dafür sprächen auch seine drei Ehen, aus denen neun Kinder hervorgingen, darunter auch Hortense Raky, eine im Dritten Reich sehr bekannte Schauspielerin.

Dass der große Vorfahre auch eine Belastung sein könne, wusste Großnichte Marion Kaiser zu berichten. „Man hat den Namen immer im Hinterkopf“, betonte sie. „Es wird erwartet, dass man auch besonders erfolgreich ist.“ Großcousin Dr. Rudolf Engler erklärte, er sei froh darüber, dass Raky durch die Ausstellung in Deutschland nicht in Vergessenheit gerate. In diesem Jahr war die Ausstellung des Heimatvereins in Teilen oder komplett schon zwölf Wochen unterwegs. Im kommenden Jahr wird die Ausstellung weiter touren und zum 150. Geburtstag Rakys im Jahr 2018 sicher auch in Berlin zu sehen sein, erklärte Merkens.

Im Anschluss ging es zu Aker Wirth, wo eine Betriebsführung auf dem Programm stand. Ausklingen ließ man den Tag nach Besuchen in Dalheim und Tüschenbroich im Restaurant “Hedi´s“, dem ehemaligen „Schwarzen Adler“, einem der Stammlokale Rakys.

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