Auf dem Drahtesel die Heimat entdecken

Von: hewi/defi/mb
Letzte Aktualisierung:
8102731.jpg
Ab aufs Rad: Beim mittlerweile 23. Niederrheinischen Radwandertag geht es auf zahlreichen Routen durch die Lande. Foto: Fischer/Baltes/Koenigs
8102728.jpg
Ab aufs Rad: Beim mittlerweile 23. Niederrheinischen Radwandertag geht es auf zahlreichen Routen durch die Lande. Foto: Fischer/Baltes/Koenigs
8102725.jpg
Ab aufs Rad: Beim mittlerweile 23. Niederrheinischen Radwandertag geht es auf zahlreichen Routen durch die Lande. Foto: Fischer/Baltes/Koenigs

Kreis Heinsberg. Kaum ein Verkehrsmittel liegt den Menschen in hiesigen Gefilden so am Herzen wie das Fahrrad. Sämtliche Städte und Gemeinden im Kreis rührten daher auch in diesem Jahr wieder kräftig die Werbetrommel für den mittlerweile 23. Niederrheinischen Radwandertag, an dem rund 70 Gemeinden vom Niederrhein und einige der holländischen Nachbarn teilnahmen.

Bei strahlendem Sonnenschein gab Bürgermeister Peter Jansen in Erkelenz den Startschuss am Alten Rathaus, wo auch die Stempelstation für die durchradelnden Radwanderer war. Den Radlern, die sich von Erkelenz aus auf den Weg machten, gab er mit, dass sie „Botschafter für das Verkehrsmittel Fahrrad“ seien.

Ziel sei es auch, das Rad aus dem Freizeitbereich auch als alltägliches Fortbewegungsmittel in den Köpfen der Menschen zu verankern. Neben einigen sportlich orientierten Touren wurde auch eine rund 24 Kilometer lange Familientour angeboten, die unter anderem in Tüschenbroich am Wasserschloss und auf Haus Hohenbusch Station machte. Mittels Handy-App hielt sich Jansen auch meteorologisch auf dem Laufenden und hatte gleich weniger sonnige Nachrichten für den weiteren Verlauf des Sonntags...

Menschenkicker und Bratwürste

Am Rathaus und auf dem Markt präsentierten sich derweil Vereine wie der Erkelenzer Budo-Club und der Erkelenzer Teilhabekreis, der sich seit rund zwei Jahren für das Thema Inklusion in Erkelenz einsetzt. „Beim Lambertusmarkt konnten wir schon einige Fortschritte feststellen“, erklärte Denise Lison. „Die Behindertentoilette und eine Rampe für Rollstuhlfahrer sind Schritte in die richtige Richtung.“ Mit Bürgermeister Jansen erörterten sie gleich vor Ort, welche Möglichkeiten der Inklusion sich in der kommenden Karnevalssession ergeben. Ein Highlight des Radwandertages war wieder das Menschenkickerturnier des Kinderschutzbundes. Sieben Senioren- und sieben Juniorenmannschaften waren angetreten, um den Pokal zu erkämpfen. Bei den Budo-Aktivisten konnte man Mitglied des Kinderschutzbundes werden und seinen Mitgliedsbeitrag auch gleich in Bratwürsten „abfuttern“. 15 Würste – und man war für ein Jahr beim Kinderschutzbund dabei.

Fürs Schnitzel nach Wassenberg

Gleich nebenan bekam ein neues Mitglied des Kinderschutzbundes seinen Namen. Mitglied und Name sind gleichermaßen ungewöhnlich. Denn es handelt sich um einen großen und bunt angesprühten Bauwagen, der nach der Taufe durch den Schirmherrn Jansen den Namen „U-Boot“ trägt. „Mit dem Wagen wollen wir überall im Kreis Heinsberg aktiv sei“, erläuterte der Vorsitzende der Erkelenzer Ortsgruppe, Michael Kutz. Der Wagen wird mit einer Küche und vielen Spielgeräten ausgestattet und kann vom Selfkant bis zum Tagebaurand im Kreis zum Einsatz kommen. Gestaltet wurde der Bauwagen von dem Heinsberger Designer Andreas Valiotis, der gemeinsam mit Sprühern aus dem gesamten Kreisgebiet gearbeitet hatte, bis der Wagen sein außergewöhnliches Design hatte.

„Eigentlich sind sie alle schön“, sagte Marita Keulen und meinte die vier Routen des 23. Niederrheinischen Radwandertags, die von Heinsberg aus in alle Himmelsrichtungen den Radwanderern die Schönheiten der Region aufzeigten. Marita Keulen von der Stadt Heinsberg verteilte fleißig die Routenpläne an die Radfahrer, die sich am Sonntag den Heinsberger Marktplatz als Startpunkt ihrer Tour ausgewählt hatten. Waldfeucht, Wassenberg, Gangelt und Hückelhoven konnten beispielsweise angesteuert werden. Jede der zwischen 36 und 52 Kilometer langen Routen hatte ihre eigenen Reize. Beliebt war etwa die Strecke entlang der Rur nach Wassenberg. Und so mancher Radler hatte etwa das Schnitzel bei der Feuerwehr in Wassenberg zur Mittagsrast fest eingeplant.

Musik und Tombola

Bürgermeister Wolfgang Dieder hatte die Radler mit dem Startschuss zum Radwandertag auf die Strecken geschickt. 300 Starter und 700 Durchfahrer hat Heinsberg in der Regel. Gerd von Helden, Organisator bei der Stadt Heinsberg, bedauerte lediglich, dass der Rollstuhlfahrerparcours am Lago nicht angenommen wurde.

Für alle Teilnehmer war für den Nachmittag ein kostenloses Open-Air-Konzert auf dem Heinsberger Markt mit der Coverband Johnny Cash Experience vorgesehen – und zum Abschluss eine Tombola. Rund ums Rad und das Wohl der Radfahrer war auf dem Marktplatz mit diversen Ständen gesorgt. Für die Kinder war eine Hüpfburg aufgebaut worden.

Im strahlenden Sonnenschein und fest in der Hand der Fahrradfahrer präsentierte sich Sonntagmorgen der malerische Roßtorplatz in Wassenberg zum Start des Niederrheinischen Radwandertags. Sieben Strecken zwischen 36 und 56 Kilometern führten durch das Stadtgebiet. Jan und Jos van der Plas waren für dieses Ereignis extra aus Amsterdam/NL angereist, sie verbringen drei Tage in Wassenberg und freuten sich auf den Höhepunkt ihres Kurztrips. „Wir sind zum vierten Mal dabei.“ Dieter und Vera Sarasa aus Übach-Palenberg waren nach Wassenberg gekommen, weil „die Strecke nach Vlodrop so schön ist“, und machten sich gut vorbereitet mit Kartenmaterial auf den Weg. Für die beiden ältesten Teilnehmer, 90 und 88 Jahre alt, holte Bürgermeister Manfred Winkens noch einmal das Signalhorn hervor, ein „Extra-Startschuss“ war fällig, als sich 178 Lebensjahre auf die 46-Kilometer-Strecke begaben.

Reger Andrang herrschte an der Meldestelle, wo die kostenlosen Startkarten ausgegeben wurden. Sie berechtigten, wenn sie drei Anfahrtsvermerke unterschiedlicher Meldestellen aufwiesen, zur Teilnahme an der Verlosung eines Fahrrads und wertvoller Sachpreise. Ein buntes Programm auf der Bühne mit Interviews und Live-Musik des Duo Nightlife sorgte für Unterhaltung. Um die Fahrräder kümmerten sich der Pannendienst des Zweiradhauses „Gegenwind“ und die Kreispolizeibehörde.

Polizeiliche Plaketten

Polizeihauptkommissar Jansen bot einen Fahrrad-TÜV an und vergab Fahrradplaketten, „bei solchen Veranstaltungen ein beliebtes Sammelobjekt“, schmunzelte er. Für die Radler sorgten die Caritas und die Johanniter-Unfall-Hilfe mit Sanitätsdienst, Blutdruck- und Blutzuckermessungen, der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr, Löschgruppe Wassenberg, ebenso wie die umliegenden Gastronomiebetriebe.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert