Atelieretage öffnet wieder ihre Pforten

Von: mb
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Gute Gemeinschaft: Sechs (Karin van Zoggel, Petra Plum, Ulrike Kotlowski, Brigitte Uhrmacher, Ingrid Pusch, Johann Wittmann, v.l.) der insgesamt zehn Künstler der Atelieretage. Foto: Monika Baltes

Wegberg. Zum Frühlingsfest 2008 wurde die Atelieretage Wegberg ins Leben gerufen. Seitdem öffnen die zehn Künstler, die im alten Kloster Wegberg in den einstmals stillen Klosterzellen arbeiten, alljährlich zu diesem Fest ihre Pforten für Besucher. Sie bieten Einblick in ihre Ateliers, ihre Werke, und ihre Arbeitsweise.

Natürlich gebe es Besucher, die zu jedem Frühlingsfest reinschauen, über Veränderungen staunen, dem Weg des Künstlers folgen. Immer wieder seien auch neue Gesichter dabei, Ersttäter sozusagen. Aus dem Kreis Heinsberg, aus Mönchengladbach, Düsseldorf, Mülheim, Aachen, aber auch aus den Niederlanden und Belgien kommen die Besucher. Die Künstler genießen die Gespräche mit dem Publikum, geben bereitwillig Auskunft über ihre Arbeit und erzählen auch gerne, was sie bewegt hat im vergangenen Jahr und was Einfluss auf ihr Schaffen genommen hat.

Brigitte Uhrmacher hat ein Studium bei Professor Markus Lüpertz begonnen. „Der Malerfürst“, wie sie erklärend hinzufügt, „er gehört zu den sechs wichtigsten derzeit lebenden Künstler in Deutschland.“ Die Leichtigkeit ihrer Bilder sei temperamentvoller geworden, schwärmt sie. Auch Karin von Zoggel ist begeistert: „Ich bin viel rumgekommen im letzten Jahr!“ Grund dafür war der Kalender der Volksbank Erkelenz, den sie bebildert hat. „Ich war auf den schönsten Rad- und Wanderrouten unserer Region unterwegs“, freut sie sich und empfiehlt als ihren absoluten Favoriten die Teverner Heide.

Auch Petra Plum kann Neuigkeiten beisteuern: „Ich male jetzt auch in Öl und abstrakte Landschaften sind hinzugekommen.“ Johann Wittmann ist „heller geworden“, davon zeugen verschiedene Bilder in unterschiedlichen Weiß-Abstufungen. „Ich bin der unstete Typ“, weist er auf die Katzenstudien, „das mache ich zwischendurch – weil ich Veränderungen liebe.“

Ulrike Kotlowski hat sich „mutig auf Collagen gestürzt“ und dabei auch die politische Auseinandersetzung nicht gescheut. Da lächelt doch Donald Trump von einem Bild und auch die mexikanische Mauer hat sie ihrer kritischen Betrachtung unterzogen. Bei Ingrid Pusch hat ihre letztjährige Ausstellung „Blaue Pause“ in Geilenkirchen noch deutliche Spuren im Atelier hinterlassen. Auch in diesem Jahr stehen wieder einige Ausstellungen aus – an Arbeit wird es nicht mangeln.

Einmalig sei die Atelieretage, da sind die Bewohner sich einig. Beim nächsten Frühlingsfest werden sie ihr zehnjähriges Bestehen feiern. Neun der insgesamt zehn Künstler sind Bewohner der ersten Stunde. „Ich wüsste nicht, dass es so eine Kontinuität bei einer anderen Künstlergruppierung gibt“, sagt van Zoggel. Darauf sind sie ein bisschen stolz und müssen ein wenig nachdenken, als sie nach den Gründen hierfür befragt werden, „weil das für uns so selbstverständlich ist“.

Sie seien tolerant untereinander, loyal und immer offen für Neues; Neid sei ihnen fremd. Zudem trügen die Räume dazu bei, dass es so gut läuft in der Atelieretage. Jeder habe einen eigenen kleinen Raum, in dem er eben auch mal alleine bei geschlossener Tür arbeiten kann. Aber meist stehen die Türen alle offen.

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