Erkelenz - Atelier wird Ort der Begegnung und Integration

Atelier wird Ort der Begegnung und Integration

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
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Gemeinsam für das interkulturelle Atelier engagiert: Wilfried Mercks, Nicole Pizzuti und Anja Müller. Foto: hewi

Erkelenz. Kunst und Kommunikation, Austausch und Vernetzung. Das sind die Ziele des neuen interkulturellen Ateliers, das an der Südpromenade in den ehemaligen Räumen einer Fahrschule eröffnet wurde. Für die Arbeit mit Flüchtlingen gebe es keine „Blaupause“, erklärte Wilfried Mercks vom Hilfsverein „Willkommen in Erkelenz“ (WiE), der sich ehrenamtlich für die Flüchtlinge in Erkelenz engagiert.

Vieles gehe nur mit Improvisation, betonte Mercks bei der Eröffnung des rund 60 Quadratmeter großen Ateliers. Dort sollen sich zukünftig die Menschen treffen und über die kreative Tätigkeit ins Gespräch kommen, sich austauschen und kennenlernen. Mit dem Angebot will der Verein „eine Brücke bauen“, erklärte Mercks.

Geschaffen werden soll ein Raum, in dem auch die teilweise traumatischen Fluchterfahrungen verarbeitet werden können. „Der Mensch steht ganz klar im Vordergrund“, hieß es. Dabei ist noch nicht festgelegt, wie das konkrete Angebot aussehen soll.

„Nun müssen wir erst einmal an einem Stundenplan arbeiten“, sagte auch Bildhauer Michael Franken, der zu den Ehrenamtlern gehört, die das Atelier betreiben werden. Angesprochen werden sollen zunächst Frauen und Kinder, vor allem aus dem benachbarten Harf-Haus. Die Angebote sollen niederschwellig angelegt sein und es den Teilnehmern ermöglichen, Hemmschwellen zu überwinden.

Zur Verfügung stehen neben anderen kreativen Hilfsmitteln auch ganz praktische wie Nähmaschinen.

Die Idee zu der kreativen und interkulturellen Begegnungsstätte kam Sigrid Lütters im vergangenen Herbst. Das ambitionierte Projekt wird auch wissenschaftlich begleitet. Christina Verboket wertet das Projekt und die gewonnenen Erkenntnisse für ihre Bachelor-Arbeit im Bereich der Kulturpädagogik an der Fachhochschule Niederrhein aus. „Wenn die Hemmschwellen niedrig und die Angebote ansprechend sind, beginnen die Besucher auch zu kommunizieren“, sagte sie. Ihr Fokus liegt auf den effektiven Kommunikationsstrategien, über die sie sich neue Erkenntnisse erhofft. Kommunikation sei darüber hinaus der Schlüssel zur Integration. Somit sei das ambitionierte Projekt ein interessanter Beitrag zur Integration.

Ermöglicht wurde er vor allem durch eine Spende in Höhe von 9960 Euro. Das entspricht der Miete für ein ganzes Jahr, erklärte Mercks und dankte Anja Müller, die sich ehrenamtlich bei WiE engagiert und bei der Metro-Gruppe arbeitet. Die hatte nämlich im Oktober ihre Mitarbeiter aufgerufen, Vorschläge zu machen, wie und wo das Unternehmen helfen und sich in der Flüchtlingsthematik engagieren könne.

Unter anderem wurden mehr als 300.000 Euro als Soforthilfe für die Grundversorgung der Flüchtlinge gespendet. Insgesamt stellt die Unternehmensgruppe rund eine Million Euro zur Verfügung, erklärte Nicole Pizzuti, die im Namen der Metro den großen symbolischen Scheck mit der Jahresmiete überreichte. Als Anja Müller das Projekt vorstellte, war sofort klar, dass es unterstützt würde, erklärte Pizzuti. Die kreative Abwechslung sei vor allem für die Kinder wichtig.

Alle Beteiligten betreten mit dem Interkulturellen Atelier interessantes Neuland. Es sei wichtig, ihnen Zeit zu schenken und mit einem Lächeln zu begegnen, „denn das ist in allen Sprachen gleich“.

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