„Asyland“: Film über Integration und Ausgrenzung

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
12531968.jpg
Schüler diskutieren mit Heinz-Josef Schmitz (2.v.l.) und Cagdas Yüksel, Fehmi Sevdi und Andreas Flammang vom Produktionsteam Cocktail Films und Helmut Holländer (v. l., kleines Bild) über den Film „Asyland“. Foto: hewi
12531969.jpg
Schüler diskutieren mit Heinz-Josef Schmitz (2.v.l.) und Cagdas Yüksel, Fehmi Sevdi und Andreas Flammang vom Produktionsteam Cocktail Films und Helmut Holländer (v. l., kleines Bild) über den Film „Asyland“. Foto: hewi

Hückelhoven. „Asyland“ heißt der Film, den das Gymnasium in der Aula seinen Schülern vorstellte. Er beleuchtet das Leben und den Alltag der Flüchtlinge in Deutschland. „Integration kann nur von zwei Seiten gelebt werden“, lautet das Fazit eines Interviewpartners am Ende des rund einstündigen Films.

Ob dazu die Bereitschaft besteht, diskutierten die jungen Zuschauer in Anschluss gemeinsam mit den Machern des Films und Heinz-Josef Schmitz, dem Integrationsbeauftragten der Stadt.

Die Macher, das sind Regisseur und Initiator Cagdas Yüksel aus Mönchengladbach und sein ambitioniertes Team von Helfern, die die Realisierung des professionell hergestellten Films mit einem Minimalbudget ermöglichten. Das Budget hatten die Filmemacher über Crowdfunding akquiriert. 138 Crowdfunder waren von der Idee überzeugt und steuerten einen Anteil zu den Produktionskosten bei. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Davon konnten sich die Schüler auf der großen Leinwand in der Aula überzeugen.

Die Bilder sind berührend, die Argumente sachlich und nachvollziehbar. Zu Wort kommen neben den Flüchtlingen auch Menschen, die an der Willkommenskultur in Deutschland arbeiten oder ein unbestimmtes Bauchgrummeln verspüren.

Auch der Kabarettist Fatih Cevikkollu ist dabei und plädiert für mehr Offenheit und die Bereitschaft, die Menschen in die Gesellschaft zu integrieren. Wie das in der Realität aussieht, zeigt der Film in eindrucksvollen Bildern. Ein Patentrezept können auch die Filmemacher nicht liefern, zumal sich teilweise auf Flüchtlingszahlen aus dem Jahr 2014 bezogen wird und sich die Sachlage zwischenzeitlich verändert hat. Was sie aber bieten sind Innenansichten und die Möglichkeit des Verstehens.

Der Film wirbt für die Bereitschaft zur Integration der Flüchtlinge. Regisseur Cagdas Yüksel betonte, dass er mit dem Film gerne an Schulen zu Gast sei. Das Engagement des Gymnasiums und der Teilkonferenz „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ sei ermutigend, denn die Schulen seien die Orte, wo Integration bei Jugendlichen praktisch gelebt werde.

Fehlende Integrationsbereitschaft sei oftmals kein Zeichen von Rassismus, sondern eher der Bequemlichkeit und des Desinteresses, erklärte ein Schüler. Deshalb müsse mehr Aufklärung stattfinden. Der Film könne dazu bei der jungen Zielgruppe einen guten Beitrag leisten.

Die Schüler berichteten aus ihrem Alltag in Hückelhoven. Es gibt Hilfsangebote, in denen sich auch Schüler engagieren können. Doch es wurden auch kritische Stimmen laut. Eine Schülerin berichtete von anzüglichen Kommentaren und Blicken. Regisseur Yüksel warnte vor Verallgemeinerungen. „Es fliehen nicht nur nette Menschen“, betonte er. Die Mehrheit der Flüchtlinge, mit denen er gesprochen hatte, wollte wieder zurück in ihre Heimat, fügte er hinzu.

Anderen werde die Integration erschwert, fügte er hinzu und verwies auf fehlende oder halbherzig durchgeführte Angebote wie Sprachkurse. „Wir wollten einen Film aus der Sicht der Vertriebenen machen und die Diskriminierung dokumentieren“, sagte Yüksel. „Für die einen ist es ein Film, für die anderen Alltag.“

Für die Stadt ergriff Helmut Holländer das Wort. Der Kämmerer wies darauf hin, dass derzeit in Hückelhoven 178 Flüchtlingskinder an den Schulen untergebracht seien und so früh auch sprachlich gefördert würden. „Kleider zu spenden allein reicht nicht“, erklärte Heinz-Josef Schmitz, der auch Vorsitzender der Hückelhovener Tafel ist.

Die Tafel hat rund 130 ehrenamtliche Helfer im Einsatz und „akzeptiert jede Hilfe, die kommt“. Er lud dazu ein, sich vor Ort ein Bild zu machen.

Regisseur Yüksel berichtete, wie es zu dem Film kam. Der in Deutschland geborene Filmemacher kam täglich an einer Asylunterkunft vorbei, ohne ihr große Beachtung zu schenken. Irgendwann ging er nicht weiter, sondern hinein, um sich umzuschauen und mit den Bewohnern ins Gespräch zu kommen. Daraus entstand die Idee zum Film als Beitrag zur Diskussion um Integration und Ausgrenzung. Andreas Flammang ist Redakteur am Projekt beteiligt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert