Wassenberg - Artec360: Tüftler bringen Flaschen zum Leuchten

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Artec360: Tüftler bringen Flaschen zum Leuchten

Von: Anna Petra Thomas
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Das „Monument der Freundschaft“ feierte seine Premiere bei der Kieler Woche. Foto: Artec360
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Drei Monate lang haben Ivan Mallinowski (links) und Friedrich Miller mit Tausenden grüner Flaschen getüftelt, bis das Baukonzept stand. Foto: Artec360
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Die Tüftler haben erstmals einen ausrangierten Hochseecontainer zu einer mobilen Tribüne für die Sportfreunde 1930 Uevekoven umgebaut. Foto: anna

Wassenberg. Seit Anfang der Woche flimmert eine neue Werbung für Deutschlands wohl bekanntesten Kräuterlikör über die Fernsehbildschirme. Der Hauptdarsteller darin schlummert derweil schon wieder da, wo er hergekommen ist: in einer großen und doch eher unscheinbaren, ganz weißen Halle am Forster Weg in Wassenberg.

Hier stellt die Artec360 GmbH gerade ihren neuen Unternehmenssitz fertig, vier große Produktionshallen mit insgesamt 6000 Quadratmetern Fläche. Ein Bürogebäude auf dem 22 000 Quadratmeter großen Gelände soll später folgen.

In einer dieser Hallen liegt der rund 17 Meter hohe Turm, bestehend aus 5260 leeren, grünen, rechteckigen Glasflaschen, gehalten von rund 38 Tonnen Stahl. „Monument der Freundschaft“ nennt der Likörhersteller dieses Werbeprojekt, mit dem er verdeutlichen will, dass sich bei einem guten Gläschen der alkoholisierten Kräutermischung die Freundschaft richtig feiern lässt.

Seinen ersten Einsatz hatte der riesige Flaschenturm bei der diesjährigen Kieler Woche. Gefüllt mit 219 LED-Monitoren bot er sowohl am Tag, aber vor allem in der Dunkelheit ständig wechselnde Lichtbilder. Und die konnten die Zuschauer selbst auf die Flaschen zaubern, mit Hilfe einer Handy-App oder per Fußdruck über Aktions-Felder im Boden vor dem Monument, die jede Bewegung auf die Monitore übertrugen. Aufnahmen davon sind jetzt in dem neuen Werbespot zu sehen.

„Da hat sich vor uns keiner rangetraut“, betont Ivan Mallinowski. Doch zusammen mit seinen Kollegen, allen voran seinem Geschäftspartner Friedrich Miller, genannt „der Rocker auf der Baustelle“, fand er nach drei Monaten inniger Tüftelei mit den grünen Glasbehältern die richtige Lösung für den gewünschten Flaschenturm. Jeweils gegeneinander gelagert wurden die Flaschen mit ihren Hälsen in einer gelochten Leiste Stück für Stück aufgereiht.

Berufsbezeichnung: Erfinder

Mallinowski ist der kreative Kopf des Unternehmens. Seine Berufsbezeichnung: Erfinder. „So steht es in meinem Reisepass“, lacht der 47-Jährige, der aus dem deutschen Ort Basel an der Schweizer Grenze stammt. Erfunden hat er tatsächlich schon so einiges, etwa Regalsysteme oder Befestigungsmaterialien für den Küchenbau. Was einmal ganz typisch in einer Garage anfing, führte ihn von Stuttgart über Linnich und Randerath in den kleinen Wassenberger Ort Eulenbusch. Hier setzte er zunächst auf rund 1000 Quadratmetern Fläche in einer ehemaligen Textilweberei mit seinem Team seine Ideen um.

Dann machte er sich zusammen mit Miller auf die Suche nach einer größeren Fläche für das Unternehmen. „In Heinsberg und Hückelhoven sind wir da nicht auf Gegenliebe gestoßen“, erklärt Mallinowski. Aber im Wassenberger Gewerbegebiet konnten die beiden ihren Traum jetzt verwirklichen.

In den jeweils rund 1500 Quadratmeter großen Hallen steht jetzt viel Platz für den Bau großer Objekte oder für deren Lagerung zur Verfügung. Eine der Hallen beherbergt zum Beispiel den kompletten Weihnachtsmarkt vom Düsseldorfer Schwadowplatz, ebenfalls gebaut von Artec360. „Riecht noch nach Mandeln und Bratwurst“, lacht Mallinowski.

Heute zählt das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen 14 Mitarbeiter mit Kompetenzen in allen möglichen Gewerken wie etwa Holz- und Stahlbau oder Elektronik. Zu seinen Kunden gehören große Marken der deutschen Automobilindustrie oder namhafter Modedesigner. Für den Firmenstand eines Fußbodenherstellers heimste Artec360 sogar schon eine bekannte Auszeichnung fürs Design ein, den „Red Dot Design Award“.

Lesen konnten aber auch die Besucher der olympischen Spiele im russischen Sotschi die Handschrift des Wassenberger Kreativ-Teams schon, am Stand eines international bekannten Elektronikherstellers. Und auch Teile des deutschen Pavillons zur Weltausstellung in Mailand im vergangenen Jahr entstanden in Wassenberg.

Zu haben sind Mallinowski und Kollegen darüber hinaus für ganz „schräge“ Projekte: So fertigten sie als Werbegag zum 50-jährigen Bestehen des Hanseatischen Wein- und Sekt-Kontors einen Nachbau eines Riva-Boots, welches bei einer ganz ungewöhnlichen Schiffstaufe an einer 20 Meter hohen Konstruktion in Form einer Champagnerflasche zerschellte. Diese Flasche stammte natürlich ebenfalls aus der Werkstatt von Artec360.

Und was entsteht aktuell in den großen, weißen Hallen am Forster Weg? „Auch spannend“, schmunzelt Mallinowski. „Ein Projekt, das sogar weltweit Furore machen wird“, verspricht er. Mehr darf und will er jetzt jedoch noch nicht verraten.

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