Erkelenz - Arnold-von-Harff-Schüler verarbeiten Umzug in Buchprojekt

Arnold-von-Harff-Schüler verarbeiten Umzug in Buchprojekt

Von: Helmut Wichlatz
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Verfasst und vorgetragen: Mehrere Schüler haben das Ergebnis ihres ungewöhnlichen Projekts ihren Mitschülern präsentiert. Foto: Helmut Wichlatz
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So sieht es aus: Eine Schülerin hat das Titelbild des Buches gestaltet. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz. Der Umzug von der Gerderather Arnold-von-Harff-Schule nach Erkelenz war an der damaligen Klasse 8d nicht spurlos vorübergegangen. Nötig geworden war die Zusammenlegung mit der Gemeinschaftshauptschule Erkelenz aufgrund der sinkenden Schülerzahlen in Gerderath.

„Die Klasse war unruhig, und an Unterricht war nicht zu denken“, erinnert sich Deutschlehrer Dirk Schillings. Also stellte er kurzerhand den Lehrplan um und dachte sich mit den Schülern eine Geschichte über eine Horrorklasse aus. Und damit nicht genug, denn die an sich schon gruselige Klasse bekam mit Herrn Milby auch noch einen „etwas anderen“ Lehrer, nämlich einen, der in einem Sarg wohnt und erst durch Zugabe von Wasser von Staub zu einem Menschen wird. Ein Untoter als Lehrer einer Horrorklasse.

Die Geschichte wurde zu einem Buch, und dieses Buch stellten Schüler der mittlerweile zehnten Klasse nun in der Stadtbücherei ihren Mitschülern vor.

Acht Schülerinnen und Schüler hatten sich gemeldet, um die Geschichte der 8d und ihrem neuen Lehrer vorzulesen. Dabei ließen sie natürlich eine Menge weg, um nicht die ganze Geschichte zu verraten. Die erläuternden Kommentare gab der Moderator Jean-Pierre Coenen.

Der seltsame Lehrer Milby ist die letzte „Geheimwaffe“, die der Schulleiter noch im Petto hat, nachdem die Klasse ihre Klassenlehrerin vertrieben hat. Mit den Worten „eine Horroreinlage für die Horrorklasse“ wird der neue Lehrer von den Toten geweckt. Zuerst denken die Schüler noch, sie könnten ihn mit den üblichen Tricks – nasse Kreide, Murmeln auf dem Boden oder Papierfliegerattacken – fertigmachen.

Doch an dem grauen und unheimlichen Lehrer beißen sie sich die Zähne aus. Irgendwann erfahren sie auch seine Geschichte. Denn Milby hat während des Krieges Kinder unterrichtet, obwohl die Schule schon geschlossen war. Bei einem Bombenangriff starb er dann – „aber ich habe wohl den richtigen Zeitpunkt verpasst“, wie er sein Weiterleben auf der Erde erklärt. Und das, obwohl er viel lieber endlich tot wäre. Am Ende helfen die Schüler ihm sogar, endlich zu sterben, und erwarten als geläuterte Klasse die Rückkehr ihrer mittlerweile genesenen Lehrerin...

Passende Worte

„Die Schüler in der Geschichte haben natürlich ihre Vorbilder im wahren Leben“, weiß Schillings. Er hat die Geschichte, die sie sich zusammen ausgedacht haben, letztendlich in die passenden Worte gekleidet. Auch das Titelbild des Buches stammt von einer Schülerin, wie Schillings betont. Einige seiner Co-Autoren haben durch die Arbeit an der „Horrorklasse“ die Lust am Schreiben entdeckt und stellen eigene Geschichten in Online-Foren ein. „Ein wünschenswerter Nebeneffekt der Arbeit“, betont Schillings. Dass er wirklich eingetreten ist, freue ihn umso mehr.

Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit. Denn in Gerderath gab es während des Krieges ein „Fräulein Meurer“, das auch während der Kampfhandlungen heimlich die jugendlichen Flakhelfer unterrichtete, bis die Schule durch einen Bombentreffer zerstört wurde. Bei den rund 80 Schülern kam die seltsame Geschichte vom Zombielehrer und der Horrorklasse gut an. Zwischen den Leseteilen und am Ende stellte sie Fragen zur Entstehung und der Arbeitsweise der Klasse, bis die fertige Geschichte endlich vorlag.

Eine gute Stunde

Nach einer guten Stunde Horrorliteratur ging es wieder zurück zur Schule, wo es dann aber doch viel friedlicher und „normaler“ zuging als in der Geschichte.

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