Arndt Frauenrath im Alter von 74 Jahren gestorben

Von: Rainer Herwartz
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Ein bedeutender Heinsberger ist tot: Arndt Frauenrath starb im Alter von 74 Jahren. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Dass sein Gesundheitszustand in den letzten Monaten zu den größten Befürchtungen Anlass gab, war vielen Heinsbergern bekannt. Im Bereich von Wirtschaft, Politik und Kultur wird es wohl kaum jemanden in Heinsberg geben, der nicht längst von der schweren Erkrankung Arndt Frauenraths erfahren hatte.

Jetzt herrscht die traurige Gewissheit, dass einer der bedeutendsten Heinsberger der Nachkriegszeit im Alter von 74 Jahren gestorben ist.

Der Name Arndt Frauenrath steht für eine Generation von zupackenden und ideenreichen Männern und Frauen, die nach dem Kriege die aufstrebende Entwicklung des Landes entscheidend prägten. „Rentnerdasein ist für mich überhaupt nicht vorstellbar“, hatte der Seniorchef der Frauenrath-Gruppe noch im Juli des Jahres 2013 in einem Interview mit unserer Zeitung gesagt.

„Wenn der Herrgott es mir gestattet, möchte ich so lange wie möglich meine Schritte in die Firma lenken und meinen Söhnen mit Rat und Tat behilflich sein können.“ Zum Schluss waren seine Schritte durch die Erkrankung, die den sympathischen Senior völlig überraschend getroffen hatte, schwer geworden. Er hatte sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

In ihrer rund 150-jährigen Geschichte hat sich die Unternehmensgruppe Frauenrath vom Pflasterbetrieb zu einem Komplettanbieter rund ums Bauen entwickelt. In der Region und darüber hinaus hat der Name Frauenrath einen besonderen Klang. Und Arndt Frauenrath war es, der dazu den Grundstein legte. Als er 1962 im Alter von nur 22 Jahren in dem mittelständischen Familienunternehmen die Führung übernahm – in der Nachfolge seiner Mutter, die es 18 Jahre lang geführt hatte, beschäftigte das Unternehmen 30 Mitarbeiter.

Bis Anfang der 80er Jahre waren es bereits 200 Beschäftigte, nur im Straßenbau. Zweifellos ein Verdienst von Arndt Frauenrath und seiner weitsichtigen unternehmerischen Kompetenz. Dass es heute rund 450 Mitarbeiter sind, hätte sich Arndt Frauenrath zu Beginn seiner Arbeit selbst nicht träumen lassen. „Es ging ja erst einmal darum, ins Unternehmen hineinzuwachsen. Selbst wenn man vielleicht die Gene besitzt, man muss erst zu einem Unternehmer werden“, hatte Arndt Frauenrath gegenüber unserer Zeitung erklärt, als er ein rundes Jubiläum feierte, seine 50-jährige Aktivität im Unternehmen.

„Das Ganze ist ein Reifungsprozess. Meine Mutter hatte gesagt, sie wolle das Geschäft nach dem Tod des Vaters im Krieg für den damals vierjährigen Sohn Arndt erhalten. Die Mitbewerber waren seinerzeit an uns vorbeigezogen, und das galt es zunächst einmal aufzuholen. Mir wäre damals eine Entwicklung, wie sie das Unternehmen genommen hat, unvorstellbar gewesen.“

Seine Beharrlichkeit, seine Verbindlichkeit und sein gewinnendes Wesen hatten ihm auf dem stetigen Weg nach oben geholfen. Diese Persönlichkeitsmerkmale zeichneten Arndt Frauenrath auch auf anderen Gebieten aus. Nie ließ er die Bodenhaftung vermissen und hatte stets ein offenes Ohr, wenn er für seine Stadt und ihre Menschen um Hilfe gebeten wurde. An die große Glocke hängte er dies nie. Doch nicht nur die Stadtoberen wissen um seine Verdienste und seine Großzügigkeit.

„Um gute Mitarbeiter zu gewinnen und halten zu können, ist es auch unabdingbar, diesen eine besondere Wertschätzung entgegen zu bringen“, war ein Credo des Verstorbenen. Diese brachten ihm auch die Menschen entgegen, die ihn kannten. Im Baugewerbe blieb dies nicht ohne Folgen. Von 2000 bis 2006 bekleidete Arndt Frauenrath das Amt des Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB). Für seine Verdienste um das deutsche Baugewerbe wurde ihm im Jahr 2006 der Ehrenring des Deutschen Baugewerbes verliehen. Nur zwei verdiente Würdigungen für einen großen Heinsberger Bürger.

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