Annehmen und genießen: Tipps zum Altern von Kabarettist Bill Mockridge

Von: anna
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Klaus Dieter Kroll, Prof. Dr. Jochen Ruß und Bill Mockridge (v. l.) freuen sich über viele Gäste, die mit ihnen einen ernsten und einen heiteren Ausblick in das Leben im Rentenalter unternehmen. Foto: anna

Heinsberg. „Länger leben als das Geld reicht – ein unterschätztes Risiko“, so hatte die Volksbank ihre Einladung zu einer Informationsveranstaltung in der Heinsberger Begegnungsstätte überschrieben, bei der dank der Beteiligung des Kabarettisten Bill Mockridge auch der Spaß nicht zu kurz kam.

Zunächst begrüßte Vorstand Klaus-Dieter Kroll jedoch Prof. Dr. Jochen Ruß, Geschäftsführer der Instituts für Finanz- und Aktuarwissenschaft (ifa) in Ulm, einem unabhängiges Beratungsunternehmen für aktuarielle und finanzmathematische Fragen im Bereich der Versicherung und Altersvorsorge.

Sogenannte Aktuare wie Ruß beschäftigen sich nicht nur mit der reinen Versicherungsmathematik, sondern darüber hinaus auch mit der Wahrscheinlichkeitstheorie. Sie unterscheiden sich von reinen Versicherungsmathematikern durch umfassende Kenntnisse des gesamten Versicherungswesens. So konnte er den geladenen Gästen, die in großer Zahl gekommen waren, einen Blick in die Zukunft ihrer Rentenversorgung gewähren.

Das große Interesse zeige, dass dieses Thema aktuell sei und sicherlich auch dem einen oder anderen Sorgen bereite. „Für viele, die nicht rechtzeitig an die Altersvorsorge gedacht haben, kommt leider im Alter das böse Erwachen“, betonte Kroll.

Das Risiko, im Ruhestand länger zu leben als das angesparte Geld reiche, sollte ein zentraler Bestandteil der Vorsorge und der Ruhestandsplanung sein“, mahnte er. „Denn wer lebenslange Ausgaben hat, braucht auch ein lebenslanges Einkommen.“ Mit dem, was man in der „ersten Halbzeit“ des Lebens spare, sollte man in der „zweiten Halbzeit“ auch leben können, hieß die Devise, von der Ruß in seinem Vortrag ausging.

Zu berücksichtigen sei dabei der demografische Wandel. Dieser hat für den Experten zwei Ursachen: die Zunahme der Lebenserwartung und die geringe Geburtenrate.

Vorsorgen wird wichtiger

Von der gesetzlichen Rente alleine sei der aktuelle Lebensstandard nicht haltbar. „Es wird für jeden immer wichtiger, mit dem eigenen Kapital für die eigene Rente vorzusorgen“, betonte Ruß.

Am besten sei, wenn man das Geld so anspare, dass es im Alter monatlich fließe. Diese sogenannte aufgeschobene Rente sei quasi die letzte Steueroase, erklärt er. Und doch genieße die private Rentenversicherung nur eine geringe Akzeptanz, denn die Menschen würden ihre eigene Lebenserwartung unterschätzen. „Der Fokus liegt auf dem Normalfall“, so Ruß. Hinzu kommt für ihn ein „Schubladendenken“. Das Geld gehe eher in die Schublade Investment als in die Schublade Versicherung.

Eine Rentenversicherung habe dagegen den Vorteil, dass sie bei Bedarf angepasst werden könnte. Wichtig bei Abschluss einer Versicherung sei, die Garantien richtig zu wählen, „denn sie reduzieren das Renditepotenzial“, sagte Ruß. In Phasen niedriger Zinsen sei dieser Effekt stärker ausgeprägt.

Ums Älterwerden ging‘s dann auch auf ganz amüsante Weise mit Bill Mockridge. Er erzählte Anekdoten aus seiner Ehe, von seinen Kindern und von der „sturmfreien Bude“, die er jetzt mit seiner Frau wieder hat. Mit dem Alter hat Mockridge kein Problem. „Der Trick: das Alter annehmen und genießen“, gab er seinen Zuhörern mit auf den Weg. „Es gibt nur ein Leben. Da muss man jeden Augenblick genießen!“

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