Anmeldezahlen an Edith-Stein-Realschule gehen stark zurück

Von: Monika Baltes
Letzte Aktualisierung:
14950141.jpg
Einbruch bei den Anmeldezahlen: Nur 39 Kinder sollen an die Edith-Stein-Realschule wechseln. Foto: Monika Baltes

Wegberg. Tapfer kämpfte sich der Wegberger Ausschuss für Bildung, Integration und Soziales durch das Zahlenwerk rund um die Schulen der Mühlenstadt. 187 Wegberger Grundschüler werden – so hatte es die Verwaltung sorgsam zusammengestellt – zu Beginn des neuen Schuljahres an weiterführende Schulen wechseln.

124 von ihnen haben sich an Wegberger Schulen angemeldet, ein Drittel der Wegberger Grundschulabgänger orientiert sich also in andere Orte. Von den 63 Schülern, die das Stadtgebiet verlassen, sind allein 38 Anmeldungen an die Gesamtschule Wassenberg gegangen, die restlichen verteilen sich auf Schulen in Erkelenz, Niederkrüchten und Waldniel.

„Deutlich überrascht vom Einbruch der Wegberger Realschule“ zeigte sich Gerd Pint, Fachbereichsleiter für Bildung und Soziales, „bisher hatten wir um die 80 Anmeldungen“. Den diesjährigen 39 Anmeldungen für die Edith-Stein-Realschule Wegberg stehen zudem 14 Anmeldungen an den Realschulen Erkelenz, Niederkrüchten und Waldniel gegenüber.

Eine anonymisierte Umfrage bei den Eltern der Viertklässler habe ergeben, dass insbesondere die Betreuungsmöglichkeiten, G 9 (das Abitur nach neun Jahren) und die Ausstattung der gewählten Schule Gründe für den Weggang aus Wegberg seien. Die Eltern der Schüler, die sich für Wegberg entschieden haben, gaben vor allem die gute Erreichbarkeit, Geschwisterkinder an Wegberger Schulen und das MINT-Profil beim Gymnasium als Gründe für ihre Entscheidung an.

Den Wegberger Schulen eilt durchaus ein guter Ruf voraus, betonte Gerd Pint, wie die insgesamt 21 Anmeldungen aus Nachbarkommunen belegen.

Zudem brachte eine von der Verwaltung vorgelegte Potenzialanalyse zum verfügbaren Raum in den Grundschulen die Ausschussmitglieder ins Grübeln. Danach verfügt die Stadt Wegberg derzeit über ein fast ausgeglichenes Raumprogramm mit einem rechnerischen Überhang von stadtweit zwei Räumen (120 Quadratmeter). Rechnerisch – wohlgemerkt. Denn in der Praxis fehlen Räume in Arsbeck und Rath-Anhoven, in der Erich-Kästner-Grundschule werden trotz rechnerischem Überhang alle Räume zu Schulzwecken genutzt.

Die Zahlen sorgten für erstauntes Nachfragen. Denn die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) hatte 2015 moniert, dass die Stadt Wegberg über einen schulischen Flächenüberhang von rund 3000 Quadratmetern verfüge. Diese Aussage hatte letztlich zu den Überlegungen zur Schließung von zwei Grundschulen als Sparmaßnahme zum Haushaltssicherungskonzept geführt.

Da die Grundschulschließungen inzwischen verworfen wurden, sitzt der Stadt Wegberg nun die Kommunalaufsicht im Nacken, die eine Kompensation für die Sparmaßnahme fordert. Die GPA sei von der Bruttogrundfläche ausgegangen, habe konkrete bauliche Voraussetzungen und Flächen für differenzierte Beschulung nicht berücksichtigt, so die Verwaltung.

Bei Beibehaltung aller sechs Grundschulstandorte in Wegberg sehe die Verwaltung keine Möglichkeit, aus den rechnerisch vorhandenen Raumkapazitäten eine wesentliche Einnahme zu erzielen und den Haushalt nennenswert zu entlasten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert