Angeklagte sollen Anabolika an Bodybuilder verkauft haben

Von: Heike Ahlen
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Erkelenz. Gemeinsam sollen Michael O. (40) aus Jülich, Georg (38) und Janina (35) B. aus Erkelenz, Klemens T. (32) aus Erkrath und Markus F. (35) aus Pulheim Anabolika für Bodybuilder verkauft haben. „Gewerbsmäßiges Inverkehrbringen“ nennt das die Anklage.

Bei dem Hauptangeklagten O. geht es außerdem darum, dass er seit Mitte 2007 ein illegales Labor zur Herstellung dieser Doping-Präparate betrieben haben soll, für das er sogar eine Wohnung in Aachen angemietet haben soll.

Er hat in Vernehmungen durch Polizei und Ermittlungsrichter bereits Teile der Taten eingeräumt und Mittäter benannt. Außer den fünf Angeklagten erwarten noch weitere Männer Verfahren, weil sie das Geld, mit dem O. die Medikamenten-Grundstoffe aus China bezahlt haben soll, eingezahlt und die Pakete entgegen genommen haben sollen.

Der Prozess konnte erst mit zwei Stunden Verspätung beginnen, weil einer der Verteidiger einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Helmut Hinz gestellt hatte. Darüber mussten zunächst andere Richter beraten – und ihre Ablehnung begründen. Die Begründung verlas Hinz selbst – der Antrag war zurückgewiesen worden. Der Anwalt bezeichnete Hinz demnach als „schwierig“ und befürchtete, dass sein Mandant Nachteile im Prozess haben könne, weil er als Anwalt es nicht als seine Aufgabe ansehe, kooperativ zu sein.

Nicht kooperative Anwälte

Als Beweis führte er an, dass Hinz eine entsprechende Äußerung über nicht kooperative Anwälte einmal einem anderen Anwalt gemacht habe. Die Richter entschieden, dass eine solche Äußerung nichts mit dem aktuellen Verfahren zu tun habe, und Hinz versicherte, es sei „meinem manchmal losen Mundwerk geschuldet“, aber er sei dem Angeklagten und seinem Anwalt gegenüber absolut unvoreingenommen.

Dann konnte Staatsanwalt Reiner Muckel die Anklage verlesen. Zahlreiche Injektionsflaschen mit den verschiedensten anabolen Steroiden waren bei mehreren Durchsuchungen sichergestellt worden, bei der letzten im Labor in sehr großen Mengen. Ein Injektionsfläschchen mit den verbotenen Substanzen enthielt normalerweise zehn Milliliter, im Labor wurden von einer Substanz gleich drei Literflaschen gefunden.

Nach der Verlesung der Anklage einigten sich Verteidiger, Richter und Staatsanwalt auf ein Rechtsgespräch, in dem man unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Positionen ausgelotet werden sollten. Der Prozess wird fortgesetzt.

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