Amerikanische Gäste treffen beim Martinszug auf deutsche Tradition

Von: hewi
Letzte Aktualisierung:
11236230.jpg
Da schau her: Sankt Martin Julia Franken beeindruckte Melissa, Aaron und den kleinen Ethan Cook schon ein bisschen. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz. Der Martinszug im Flachsfeld wird von der Bürgergemeinschaft organisiert. Wie lange, darüber hatten Renate Friedrich und ihre Mitstreiter lange gegrübelt. Am Ende einigte man sich darauf, dass es wohl das 39. Mal sein müsste – mit einer doppelten Premiere.

Junge Frau auf dem Pferd

Die Spenden für den Zug werden von der Bürgergemeinschaft gesammelt, die rund 160 Tüten gepackt und nach dem Zug in der Garage eines Nachbarn ausgeteilt. Ein Martinsfeuer gibt es nicht mehr, seit es im Flachsfeld keine leeren Baugrundstücke mehr gibt. „Davon haben wir aus sicherheitstechnischen Gründen abgesehen“, betont Renate Friedrichs. Aber einen Sankt Martin hoch zu Ross, den muss der Zug natürlich haben. Ebenso die passende Musik. Die kam in diesem Jahr wieder von den Katzemer Trommlern und Pfeifern.

Beim St. Martin gab es die erste Premiere. Denn anstelle von Stephan Muckel, der sonst den Martin gibt, saß Julia Franken auf dem Pferd. Sie musste einspringen, weil Muckel krankheitsbedingt die Segel streichen musste. Dank weißem Bart und rotem Umhang musste man aber schon sehr genau hinschauen, um unter dem Kostüm des St. Martin eine junge Frau auszumachen.

Eine weitere Premiere gab es ebenfalls zu vermelden. Denn mit Melissa und Aaron Cook und ihrem kleinen Sohn Ethan waren erstmals Gäste aus den USA gekommen, um an dem traditionellen Umzug durch das Wohngebiet teilzunehmen.

Melissa ist die Schwester der Austauschschülerin, die vor zwölf Jahren bei den Friedrichs zu Gast war und in Erkelenz die Schulbank drückte. Die Freundschaft der Erkelenzer Familie mit der Familie aus Wisconsin blieb bestehen – und so war klar, dass ein Besuch in Erkelenz auf dem Programm stand, als die junge Familie „good old europe“ einen Besuch abstattete.

Über Sankt Martin und den Brauch der Umzüge wusste sie nichts, räumte Melissa Cook ein. Zehn Minuten vor der Ankunft in Erkelenz hatte sie sich aber über Wikipedia schlau gemacht – und war nun ganz gespannt, was sie, ihren Ehemann und den kleinen Ethan erwarten würde. „Das ist mit Halloween nicht zu vergleichen“, erklärte sie.

Trotzdem sei die Tradition interessant und auf jeden Fall einen Besuch in Erkelenz wert. Und so fuhren die drei gleich nach ihrer Ankunft in Brüssel nach Erkelenz und kamen pünktlich zur Aufstellung an. Der kleine Ethan nahm im Kinderwagen am Zug teil und hatte somit auch genug Muße und Zeit, die Laterne fachmännisch in ihre Einzelteile zu zerlegen, während das traditionelle Liedgut angestimmt wurde und sich der Zug langsam in Bewegung setzte.

Wichtige Nächstenliebe

„Eigentlich ist es schade, dass es das Martinsfest in den Staaten nicht gibt“, meinte Melissa Cook. Denn der Gedanke des Teilens du der Nächstenliebe sei gerade in dieser Zeit wichtiger denn je.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert