Erkelenz - Altes Rechtsbuch ist wieder in Erkelenz

Altes Rechtsbuch ist wieder in Erkelenz

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
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Nur mit Spezialhandschuhen berührbar: Dr. Claudia Kauertz übergab das alte Rechtsbuch an der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen. Foto: Günter Passage
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Schilderte die Zusammenhänge: Expertin Dr. Claudia Kauertz von der Archivberatungsstelle des Landschaftsverbandes Rheinland. Foto: Günter Passage

Erkelenz. Wenn es den Titel „Erkelenzer des Jahres“ gäbe, wäre Mathias Baux sicher einer der aussichtsreichsten Anwärter. Und das, obwohl ihn bis vor kurzem nur historisch interessierte Menschen kannten. Denn Baux lebte und wirkte im 16. Jahrhundert.

Ins Licht der Öffentlichkeit gelangte er durch die Übersetzung seiner von 1541 bis 1568 verfassten Chronik der Stadtgeschichte und der des geldrischen Landes. Gehoben wurde der Schatz, der im Stadtarchiv schlummerte, von dem Mannheimer Professor Hiram Kümper und dem Erkelenzer Heimatverein. Pünktlich zur Feier des Stadtjubiläums im September konnte das zweibändige Werk präsentiert werden, durch das nun erstmals jeder in der Lage ist, die Aufzeichnungen des Mathias Baux zu lesen und zu verstehen.

Ein vielleicht noch bedeutenderes Werk des ehemaligen Erkelenzer Bürgermeisters und Stadtschreibers Baux ist sein Rechtsbuch „Liber juris patriae“. Denn es beschreibt, nach welchen Regeln und Gesetzen die Erkelenzer im 16. Jahrhundert zusammenlebten. Beim Neujahrsempfang kam es nun auch zurück nach Erkelenz.

98 Jahre lang aufbewahrt

Denn 98 Jahre lang war das einzigartige Werk außerhalb der Stadt sicher verwahrt worden. Zuvor war es von einer Honoratiorenfamilie verwahrt worden, wie Dr. Claudia Kauertz von der Archivberatungsstelle des Landschaftsverbandes Rheinland bei der offiziellen Übergabe erläuterte

Als es nach dem Ersten Weltkrieg zu Plünderungen kam, wurde das Buch einer Verwandten in Düsseldorf zur Aufbewahrung übergeben. Diese wendete sich 1958 an das Landesarchiv. Da Erkelenz zu dieser Zeit noch nicht über geeignete Aufbewahrungsmöglichkeiten für das empfindliche Buch verfügte, landete es im Aachener Stadtarchiv.

Die Überlassung war jedoch mit der verbrieften Klausel verbunden, dass das Rechtsbuch wieder nach Erkelenz kommen sollte, sobald es dort ein Archiv gebe. Bei den Recherchen zum Stadtjubiläum stieß man auf diese Verfügung und nahm Kontakt mit Aachen auf. Und so brachten Kauertz und ihr Kollege Dr. Michael Habersack sowie der Aachener Stadtarchivar Dr. René Rohrkamp „die kleine Schwester der Baux-Chronik“ Bürgermeister Jansen, Stadtarchivarin Dr. Alice Habersack und Günther Merkens vom Heimatverein. Dazu trugen alle Beteiligten spezielle weiße Handschuhe, da das Buch sehr empfindlich ist und durch Fettreste an den Fingerkuppen Schaden nehmen könnte.

Aus dem Leben des Autors selbst, der aus Mennekrath stammte, sind neben dem Geburtsort nur seine Studienjahre in Köln sowie seine Amtsjahre in Erkelenz überliefert.

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