Altes Rathaus erstrahlt in neuem Glanz

Von: Helmut Wichlatz
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Frisch saniertes Schmuckstück im Herzen der Stadt Erkelenz: Die Bürger haben ihr Altes Rathaus wieder. Foto: Stefan Klassen
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Nach der Renovierung erstrahlt das Alte Rathaus in neuem Glanz. Bürgermeister Peter Jansen (r.) übergab das Wahrzeichen bei einer Feierstunde symbolisch wieder an die Menschen der Stadt. Foto: Passage

Erkelenz. Einen wahren Marathon an Sanierungsarbeiten hat das Alte Rathaus hinter sich. Doch es hat sich gelohnt, denn das historische Gebäude aus dem Jahr 1546 erstrahlt nun endlich wieder in neuem Glanz.

Ein Lichtkonzept sorgt zudem abends für eine festliche Beleuchtung, die das Gebäude optisch noch einmal aufwertet. An der Fassade wurden zehn Außenstrahler an den Arkadenpfeilern angebracht, die sowohl nach oben als auch nach unten strahlen. In der neu geschaffenen Bogenhalle sorgen insgesamt 36 LED-Strahler für dezente Beleuchtung und heben die charakteristischen Klinkerbögen hervor.

Am Anfang der Arbeiten stand das Dach, das komplett neu mit Moselschiefer in altdeutscher Deckung verlegt wurde. Nach rund sieben Wochen waren die Dacharbeiten abgeschlossen, und die Sanierer konnten ans Eingemachte gehen: die Freilegung der Arkaden. Damit wurde das Rathaus in einen Zustand versetzt, den es seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr hatte.

In einer kleinen Feierstunde wurde nun das neue Alte Rathaus offiziell eingeweiht. Inoffiziell haben die Erkelenzer es aber längst schon wieder in Besitz genommen. Schon beim Weihnachtsmarkt des Gewerberings wurden die Arkaden gerne genutzt, um dort in Ruhe zu sitzen und das Markttreiben zu beobachten.

Bürgermeister Peter Jansen lobte die Geschlossenheit des Rates beim Thema Sanierung. Er habe eine Entscheidung getroffen, die auch für die Zukunft von Bedeutung sein werde, betonte Jansen. Das Rathaus als „unumstrittenes Wahrzeichen der Stadt“ sei in neuem altem Gewand wieder ins Bewusstsein der Menschen gerückt. Die Arbeiten seien „vernünftig“ gemacht worden, daher sei das Geld auch für die Zukunft gut investiert. Und auch das Trafohäuschen, das der Sanierung weichen musste, hat schräg gegenüber an St. Lambertus „einen guten neuen Standort“ gefunden.

Im Jahr 1540 errichtet

Dies unterstrich auch Dorothee Heinzelmann, die beim Landschaftsverband Rheinland als Referentin für Denkmalpflege zuständig ist. Älter als das Rathaus seien in Erkelenz nur die Burg und der Lambertiturm, betonte sie.

Das Rathaus war nach dem Stadtbrand von 1540 auf den Trümmern eines Gewandhauses gebaut worden, das dort ab 1426 gestanden hatte. Das bis in das 18. Jahrhundert offene Gewölbe wurde für Handel und Gerichtsverhandlungen genutzt. Die mittelalterlichen Türme und Zinnen wurden beim Umbau 1756 entfernt und das Gebäude so dem Zeitgeist angepasst. Heinzelmann nannte das Rathaus einen der „besterhaltenen Profanbauten des Rheinlandes“, der seinesgleichen suche.

Im Rahmen dieser Maßnahme wurde auch die offene Halle geschlossen. Im Krieg wurde das Rathaus gleich zweimal getroffen: Eine Fliegerbombe zerstörte 1940 den Dachstuhl, ein Bombenangriff 1945 gab ihm dann den Rest. Es war so stark zerstört, dass sogar an einen Abriss gedacht wurde.1948 begann eine Gruppe Freiwilliger jedoch mit den Aufräumarbeiten und dem Wiederaufbau der Ruine. Seit 1956 dient es als gute Stube der Stadt Erkelenz.

Heinzelmann lobte: „Das Engagement der Stadt Erkelenz für den Erhalt des Alten Rathauses ist vorbildlich.“

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