Erkelenz - Alter Friedhof, neue Grabplatte

Alter Friedhof, neue Grabplatte

Von: hewi
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Großes Engagement für den Erhalt des alten Friedhofs in Erkelenz: Mitglieder des Heimatvereins übergeben den Grabstein, der an Icus Rothe erinnert.

Erkelenz. Ein Arbeitskreis des Heimatvereins hat sich der Pflege und des Erhalts des alten Friedhofs an der Brückstraße verschrieben. Ein Anliegen des Arbeitskreises ist neben der Sanierung der Grabsteine und Grabplatten auch die Dokumentation der Personen, die auf dem Gelände begraben sind, das heute unter Denkmalschutz steht.

Denn viele der Grabsteine sind im Laufe der Jahre Opfer von Vandalismus geworden oder zeigen altersbedingte Spuren des Verfalls. So auch die Grabplatte von Icus Rothe, einem preußischen Offizier, der 1882 auf dem Friedhof beigesetzt wurde. Rothe war Major des in Erkelenz stationierten 5. Rheinischen Landwehrregiments und starb mit 63 Jahren. Viel mehr ist über ihn nicht bekannt.

„Die Grabplatte war zerbrochen und unterspült. Ihr Zustand hatte sich dramatisch verschlechtert“, berichtete Ulrich Wendt vom Arbeitskreis. Deshalb musste schnell gehandelt werden. Einen anderen Grund, weshalb ausgerechnet diese Platte zuerst aufgearbeitet werden sollte, nannte Wendt auch. „Rothe ist wahrscheinlich der einzige Protestant, der hier auf dem Friedhof beigesetzt worden ist.“

Ein Grund mehr, um mit der Grabplatte zu beginnen, fanden Wendt und seine Mitstreiter vom Arbeitskreis, denn im Volksmund wird der alte Friedhof an der Brückstraße auch fälschlicherweise als „katholischer Friedhof“ bezeichnet. Da der Friedhof unter Denkmalschutz steht, müssen solche Maßnahmen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde abgesprochen werden. Von dort gab es auch grünes Licht für die Restaurierung der Platte.

Und dabei wäre es beinahe auch geblieben, denn die fachgerechte Restaurierung sollte knapp 2000 Euro kosten. Daran war angesichts einer Spendensumme von rund 1200 Euro für den Friedhof Brückstraße natürlich nicht zu denken. Zum Glück wusste Rainer Merkens Rat: Der Vorsitzende des Heimatvereins sprach Hermann-Josef Weuthen an.

Der Erkelenzer ist auch Mitglied im Heimatverein und führt darüber hinaus in Düsseldorf einen Fachbetrieb für Steinmetzarbeiten. Er sagte sofort zu und nahm sich der Rettung der Grabplatte an. Bei der Aufarbeitung der Platte wurde auch entdeckt, dass der Vorname des Beigesetzten nicht Jens lautete, wie man bis dahin wegen der verwitterten Buchstaben angenommen hatte, sondern Icus – ein seltener Name, auf den man so schnell nicht gekommen wäre.

Die geborstene Platte wurde an der Rückseite durch Stahlstreben verstärkt, die Buchstaben nachgemalt und die Platte insgesamt gereinigt und versiegelt. Zuletzt wurde sie wieder sicher und runderneuert an Ort und Stelle angebracht, und zwar so, dass sie weder unterspült werden kann noch die Feuchtigkeit und Witterungswechsel ihr etwas anhaben können.

„Das ist eine gelungene Restaurierung“, betonte Wendt bei der Übergabe der Platte. „Die Leute können sicher sein, dass ihre Spenden richtig verwendet werden.“ Weitere Grabplatten und Steine sollen noch folgen, betonte Wendt. Neben der Restaurierung der Gräber sollen aber auch die Namen und Daten der Menschen dokumentiert werden, die dort beerdigt wurden. Darüber hinaus werden immer wieder Helfer gesucht, die das Gelände in Schuss halten, Unkraut beseitigen und die Wege weiter begehbar halten.

Wie der ehemalige Friedhof jedoch einmal genutzt wird, ist noch nicht geklärt. Wendt könnte sich jedoch eine Verwendung als Streufeld für Urnenasche gut vorstellen.

Steinmetz Weuthen konnte sich noch an seine Jugenderlebnisse auf dem Friedhof erinnern. „Früher habe ich hier mit einem Freund und einer Videokamera Horrorfilme gedreht“, erinnerte er sich. „Dafür war der Friedhof ideal geeignet.“

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