Alte Chronik lesbar gemacht und der Nachwelt erhalten

Von: anna
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Theo Schürkens und Berthold Risters (von links) freuen sich sehr, dass Wendelin Bunk die alte Chronik des Männergesangvereins wieder für alle lesbar gemacht hat.

Heinsberg-Kirchhoven. Anlässlich des 155-jährigen Bestehens hat ein Mitglied des Männergesangvereins St. Josef Kirchhoven dem Verein ein ganz besonderes Geschenk gemacht: Wendelin Bunk hat nicht nur die in Sütterlinschrift verfasste Chronik von 1862 bis 1933 in die lateinische Schrift übertragen, sondern auch die 110 von Hand beschrifteten Seiten des Buches auf große Seiten eingescannt.

Auf einem Dachboden sei diese alte Chronik gefunden worden, erzählen Berthold Risters, Vorstandssprecher und Geschäftsführer, sowie Theo Schürkens, der Chronist und stellvertretende Geschäftsführer. Viele Mitglieder hätten nach dem Fund den Wunsch geäußert, über die Anfangszeiten des Vereins im Original zu lesen. „Das Original befindet sich jedoch in einem schlechten Zustand“, so Bunk. 

„Im Original sind die Seiten brüchig geworden. Blätter und Text vergilben immer mehr und sind in naher Zukunft nicht mehr lesbar.“ So kam ihm, der von 2006 bis 2014 Vorstandssprecher und Geschäftsführer war und schon 2012 die Festschrift zum 150-Jährigen erstellt hatte, die Idee zu der Kombination als alt und neu in einem neuen Fotobuch.

Er habe die Sütterlinschrift wortgetreu mit allen Rechtschreib- und Grammatikfehlern in die lateinische Schrift übertragen, erklärt Bunk. Die Zeilen auf den nebeneinander gestellten Seiten immer auf die gleiche Höhe zu bringen, sei dabei gar nicht so einfach gewesen, erzählt er über seine aufwendige Arbeit. „Die innerhalb einer Seite wechselnden Handschriftgrößen mussten durch unterschiedliche Schriftgrößen und Zeilenabstände ausgeglichen werden.“

Leider sei die Chronik nicht kontinuierlich geführt worden, berichtet er. Dafür hätten dann andere Schriftführer die Geschehnisse zurückliegender Jahr vermutlich aus dem Gedächtnis nachgetragen und wohl auch Seiten für weitere Nachträge freigelassen. Die Chronik beginne mit den Statuten von 1874.

Der Nachweis des Gründungsjahres 1862 sei aus einem kurzen Nachtrag auf Seite 154 durch den damaligen Schriftführer Heinrich Deckers, vermutlich aus dem Jahre 1875, ersichtlich. Interessant seien zudem die Kassenberichte der Inflationszeit von 1921 bis 1923, wo die Zahlen sechsstellig wurden.

Er habe zwar in der Schule noch die Sütterlinschrift gelernt, erzählt Bunk. Gelungen sei ihm dieses Werk aber nur dank der Unterstützung seiner Sangesbrüder Leo Schmitz und Karl Holländer, die im diese Schrift wieder nähergebracht hätten. Schwierig sei die Übersetzung auch gewesen, weil damals vielfach Begriffe aus der französischen Sprache verwendet worden seien, etwa „ballontonieren“ in Anlehnung an die Ballotage, die Abstimmung mit verschiedenfarbigen Kugeln.

Auch seien früher andere Maßeinheiten verwendet worden wie etwa ein Anker, der hier 32 Litern entsprochen habe. Hier gibt es in der Übersetzung jeweils eine Erläuterung, entweder direkt im Text oder in einer Fußnote.

„Auch gemeinsam ist es uns nicht immer gelungen, alle Handschriften eindeutig zu entziffern“, schließt Bunk das Vorwort in seinem Buchgeschenk an seinen Verein. „Fehlerhafte ‚Übersetzungen‘ bitte ich daher zu entschuldigen.“ Das tun die Sangesbrüder bestimmt, erfreut sich das neue Werk doch großer Beliebtheit im Verein.

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