Jürgen B. Hausmann fasziniert in Wassenberg mit „Alle Jahre Widder“

„Alle Jahre Widder“: Der Hausmann fasziniert mit leichter Kost

Von: Johannes Bindels
Letzte Aktualisierung:
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Gekonnt parodierte Jürgen B. Hausmann nicht nur Heino, sondern auch Hans Albers in seinem Programm „Alle Jahre Widder“ in der Turnhalle in Wassenberg-Birgelen. Für die schwungvolle musikalische Begleitung sorgte Harald Claßen. Foto: jwb

Wassenberg-Birgelen. Die Turnhalle der Grundschule in Birgelen ist für ein paar Stunden der Mittelpunkt der regionalen Kabarettwelt gewesen. Mit dem Trommler- und Pfeiferkorps Birgelen als Veranstalter freuten sich rund 500 Zuschauer auf das Programm „Alle Jahre Widder“ des bekannten Entertainers Jürgen B. Hausmann. Er erfüllte die Erwartungen seines Publikums nach dem Motto „Alle Jahre wieder, kalauert es sehr“.

Mit einer humorvollen Anmoderation kündigte der Vorsitzende des Trommler – und Pfeiferkorps, Peter Weyermanns, den Star des Abends mit seinem musikalischen Partner Harald Claßen als „Hausmann-Event“ an. Und die legten gleich furios und routiniert los.

Wer den Kabarettisten und seine Programme kennt, der weiß, wie er mit leichter Kost faszinieren kann. Luthermäßig hat er bei seinen Beiträgen nicht nur dem Volk aufs Maul geschaut, sondern nutzte auch ihren Dialekt. Sich und seine menschlichen Schwächen aufs Korn nehmend, gab es auch in Birgelen wieder viele Gelegenheiten für sein Publikum, sich selbst zu erkennen. Die Lacher hatte der „Hausmann“ schnell auf seiner Seite, insbesondere wenn er auf die vielen kleinen Missstände im täglichen Leben übertreibend hinwies. Er sei nach Aachen gefahren, habe auch einen Parkplatz gefunden – mit Park-and-Ride in Düren. Von dort sei er dann zu Fuß nach Aachen gegangen.

Im letzten Teil blinkte versteckt dann auch schon der karnevalistische Anteil seines Programms durch. Das enthielt die bewährte Struktur aus den Vergleichen früher und heute oder jung und alt, sprachlichen Zuspitzungen, witzigen Bemerkungen und ein wenig Bashing der weiblichen Rolle von Ehefrau, Schwiegermutter und nerviger Nachbarin. Immer wieder ergänzt durch die musikalischen Einfügungen von eigenen Liedtexten bekannter Songs.

Was der „Hausmann“ formulierte, parodierte und vorsang, waren die Inhalte eigener kleiner Schwächen. Von der Toilette kommend, wird er von seiner Frau angesprochen, ob er seine Adventshose anhabe. Auf die Frage wieso kam dann die Antwort, weil er „et Türchen“ auf habe.

Spiel mit Sprache

Das Spiel mit der Sprache war auch an diesem Abend eine seiner Programmstärken: der Anmerkung, dass die vielen Süßigkeiten in der Adventszeit seinem Cholesterinspiegel nicht gut tun würden, begegnete er trocken und schlagfertig mit: „den hänge ich in dieser Zeit mit einem Tuch zu“.

Schlagfertigkeit und spontane Anmerkungen ließen sein urkomisches Talent durchblinken, so als einige Zuschauer zu spät kamen und er anmerkte: „Gut, fangen wir eben nochmal von vorne an.“

Ambivalenter waren die Gefühle des Publikums immer dann, wenn Jürgen Karl Beckers, wie sein richtiger Name lautet, den schmalen Grat zwischen Klamauk und Kabarett oder zwischen Spiegelung kleiner menschlicher Schwächen und Frauen-Beschimpfung betrat. Die Schweigerunde von acht Frauen entspräche der gleichen Wahrheit wie wenn Männer zum Ballermann fahren würden, um dort Kamillentee zu trinken.

Der ganz normale Wahnsinn des Familienlebens war auch an diesem Abend ein bekannter Baustein von Wiederholungen aus anderen Programmen: „Heute braucht keiner mehr der Papa was zu fragen.“

Ein Höhepunkt des Programms war das Bettgeflüster nach Hausmanns Art: „Ich habe richtig kalte Füße.“ „Dann steck‘ sie doch unter die Decke.“ „Ne, meinste, ich will die kalten Dinger in meinem Bett haben“, erzeugten selbstredend Lachsalven. Und die Episode mit den dritten Zähnen war nicht minder überzeugend: „Josef, wenn du deine Zähne ins Glas legst, nimmste meine mit?“ Die absoluten Höhepunkte waren jedoch die musikalischen Parodien auf Heino und Hans Albers. Insgesamt war es ein mehr als gelungener Abend für alle Beteiligten.

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