Wegberg - Alle Grundschulen sollen erhalten bleiben

Alle Grundschulen sollen erhalten bleiben

Von: Monika Baltes
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Wegberg. Applaus gab es für die Entscheidung des Ausschusses für Bildung, Kultur, Soziales und Sport (BIKSS) der Stadt Wegberg. Erleichterung herrschte bei den 250 Besuchern der Sitzung, die wegen des erwarteten großen Publikumsandrangs ins PZ des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums verlegt worden war, über die einstimmige Empfehlung an den Rat, eine Potenzialanalyse zu erstellen mit dem Ziel, alle Schulstandorte zu erhalten.

Dabei hatte die Verwaltung in der Vorlage empfohlen, den Grundschulstandort Merbeck aufzugeben. Der Sparzwang des Haushaltssicherungskonzepts (HSK) hatte den Fokus auf die Schulen gerichtet, zumal die Gemeindeprüfungsanstalt einen Überhang an Schulraum in einer Größenordnung von zwei Grundschulen festgestellt hatte.

Die Grundschulen Merbeck, Beeck und Rath-Anhoven bangten um ihre Zukunft. Ein Arbeitskreis mit Vertretern von Politik, Verwaltung, Schulpflegschaften und Schulleitungen hatte sich mit umfangreichem Zahlenmaterial beschäftigt, nach Bewertungskriterien gesucht, Auswirkungen beleuchtet. Wobei die Schulpflegschaften nie einen Zweifel daran gelassen hatten, dass sie sich trotz aktiver und konstruktiver Teilnahme für den Erhalt aller derzeitigen Grundschulstandorte aussprechen. Ihr Anliegen unterstrichen sie mit Protestveranstaltungen und Unterschriftenaktionen.

„Wir haben keine verlässlichen Zahlen“, monierte Nicole von den Driesch (AfW). Statt des ursprünglich im HSK-Maßnahmenkatalog prognostizierten Einsparpotenzials von 291.000 Euro jährlich war nun von „echter Einsparsumme 160.000 Euro“ die Rede. Deckungslücken wollte die Verwaltung durch die Vermietung von Schulraum (30.000 Euro) und die Suche nach weiteren Sparquellen (weitere 30.000 Euro) schließen. Mit „Sand in die Augen streuen“, kommentierte CDU-Fraktionschef Georg Gellissen die Pläne und bemühte das Bild vom „Esel, dem man eine nie erreichbare Möhre vor die Nase hält“.

Ehrlichkeit forderte auch Tobias Arndt von den Grünen. Eine nochmalige Grundsteuer-Erhöhung sei die Konsequenz, mit der man leben müsse.

Christoph Böhm (FDP) erinnerte daran, dass dennoch nicht alle Schulstandorte erhalten werden können, wenn die Schülerzahlen nicht erreicht werden. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben können Teilstandorte (wie Merbeck) nur betrieben werden, wenn die Gesamtschülerzahl von 46 Kindern nicht unterschritten wird. Der Rat wird in seiner Sitzung am 14. Juni über den Vorschlag des BIKSS endgültig entscheiden.

Schließt der Rat sich dem Vorschlag des Ausschusses an, wären die Schulschließungen vom Tisch. Völlig ungewiss ist dagegen, wie die Stadt Wegberg ihre Einsparziele erreichen kann. „Nur drei Maßnahmen sind komplett realisiert worden: die Erhöhung der Grundsteuer A, die Erhöhung der Grundsteuer B und eine Erhöhung der Hundesteuer“, stellte Georg Gellissen CDU fest und forderte zum „X-ten Mal“, dass endlich auch die bisher nicht berücksichtigten Vorschläge zu Einsparungen – „allein die CDU hat 53 Stück zur Diskussion gestellt“ – in die Beratung kommen.

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