Alain Caron und Band sorgen für Begeisterungsstürme

Von: red
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Jazz- und Musikfreunde, die das Konzert des kanadischen Bassisten Alain Caron (l.) mit seiner Band bei „Jazz im Rondell“ nicht miterleben konnten, hatten etwas verpasst. Foto: defi

Heinsberg. Zu einem außergewöhnlichen Erlebnis wurde das Gastspiel des kanadischen Bassisten Alain Caron mit seiner Band bei „Jazz im Rondell“.

Quasi auf der Durchreise von Prag nach Paris brannte die aus einem französischen und drei kanadischen Musikern bestehende Gruppe in Heinsbergs musikalischer guter Stube ein überwältigendes Feuerwerk ab, das selbst abgebrühte Profis im Publikum überschwänglich werden ließ.

Die Gelegenheit zu diesem von der Jugendmusikschule veranstalteten Leckerbissen ergab sich durch das Internationale Gitarrenfestival. Durch persönliche Kontakte und geschickte Terminkombination rückte plötzlich, wieder einmal, ein Konzert auf internationalem Spitzenniveau in Reichweite. Kurz entschlossen und mit tatkräftiger Unterstützung der Volksbank Heinsberg wurde zugegriffen. Ein echter Volltreffer.

In zwei Konzerthälften präsentierte die franko-kanadische Band ausschließlich Eigenkompositionen in bester Fusion-Tradition. Den meisten Jazz-Freunden im Vorfeld bekannt war Bandleader Alain Caron, der seit mehr als 25 Jahren zu den weltweit führenden Protagonisten seines Fachs gehört. Obwohl deutlich jünger, war der französische Schlagzeuger Damien Schmitt manchem Kenner als aktuell wahrscheinlich bester europäischer Fusion-Drummer wohl ebenfalls bereits ein Begriff.

Dem Gros des Publikums dürften dagegen der kanadische Pianist und Keyboarder John Roney und sein Landsmann Pierre Cotè an der E-Gitarre bis zu diesem Konzert eher unbekannt gewesen sein. Natürlich war vorher klar, dass es sich auch bei diesen nur um Musiker mit internationalem Format handeln konnte. Aber das, was dann schon gleich mit den ersten Stücken passierte, schien doch alle zunächst zu verblüffen. Welche Kraft, welche Virtuosität, welch inspirierte Soli.

Die Band präsentierte nach der Pause ein Set von einer derartigen Intensität, dass es niemanden mehr hielt und selbst die kritischsten Berufsmusiker zu Begeisterungsstürmen hinriss. Ein Set wie aus einem Guss, mit perfekter Dramaturgie. Soli, die an Virtuosität und Inspiration nichts zu wünschen übrig ließen. Alain Caron zeigte von der traumhaft auf dem bundlosen Bass zelebrierten Ballade bis zur Slap-Orgie auf dem „normalen“ 6-Saiter, was Bassspielen ausmacht.

Schlagzeuger Damien Schmitt führte in atemberaubender Manier vor Augen und Ohren, dass ein wahrer Meister sowohl banddienliches als auch zurückhaltendes und belebendes Herzstück einer Band sein kann. Gitarrist Pierre Cotè und vor allem Pianist John Roney entwickelten alleine und im Wechselspiel derart beglückende Soli, dass man diese nur bestaunen konnte.

Ganz großes Fusion-Kino im Klevchen, nicht nur für ausgesprochene Fans dieser Stilrichtung. Das teilweise aus Mönchengladbach, Düsseldorf, Maastricht oder Aachen angereiste Publikum war begeistert.

Für den 26.11. haben Jugendmusikschule und Volksbank das nächste Konzert „Jazz im Rondell“ angekündigt.

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