Waldfeucht-Haaren - „Aktionskreis Flüchtlingshilfe“ zieht positive Bilanz

„Aktionskreis Flüchtlingshilfe“ zieht positive Bilanz

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Auch sie ist in der Flüchtlingsarbeit engagiert: Claudia Reinecke vom Aktionskreis.

Waldfeucht-Haaren. Es liegt jetzt ein gutes Jahr zurück, dass sich auf Initiative von Alwin Meisberger aus Haaren der „Aktionskreis Flüchtlingshilfe Waldfeucht“ gebildet hat. Nun fand die erste Jahreshauptversammlung statt, an der auch Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen und Bernd Görtz als Vertreter der Gemeindeverwaltung teilnahmen.

Heinz-Josef Schrammen beschrieb die Flüchtlingssituation aus der Sicht der Gemeindeverwaltung, die die Flüchtlinge mit finanziellen Mitteln versorgt und unterbringt. „Danach setzte auch schon die Arbeit der Flüchtlingshilfe ein.“ Ohne diese Hilfe wären die Flüchtlinge wesentlich schlechter versorgt, so Schrammen.

Claudia Reinecke, Schriftführerin im Aktionskreis und zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, zog eine positive Zwischenbilanz und freute sich über das, was das Netzwerk der Freiwilligen aus dem ganzen Gemeindegebiet bislang auf die Beine gestellt habe.

Zu Beginn standen die ehrenamtlichen Sprachkurse für die Neuankömmlinge im Vordergrund. Die Lehrerinnen und Lehrer waren häufig die einzigen direkten Ansprechpartner für die Flüchtlinge und haben sich neben der Vermittlung der Sprache auch um viele andere Belange gekümmert.

Mittlerweile besuchen die anerkannten Flüchtlinge Integrationskurse, so dass der Sprachunterricht eingeschränkt werden konnte.

Die Pfarrgemeinde Haaren und auch die Gemeinde Waldfeucht haben Räume für Sprachkurse und Begegnung zur Verfügung gestellt. So wurde aus der nicht genutzten Gaststätte „Westmarkstübchen“ in Haaren dank vieler kreativer Helfer das „KennenLernCafe“, in dem gemeinsam mit den Flüchtlingen gelernt, gekocht, gespielt und geklönt wird.

Wilfried Louis konnte im Heidchen eine Fahrradwerkstatt eröffnen und den Neuankömmlingen so mit etwas Mobilität weiterhelfen. Die Werkstatt hat an drei Tagen in der Woche geöffnet – Fahrradspenden werden gerne entgegengenommen, wie bei der Jahreshauptversammlung deutlich wurde. Wilfried Louis würde sich auch über einen weiteren ehrenamtlichen Helfer freuen.

Rund 30 aktive Mitglieder des Aktionskreises – mit den inaktiven sind es insgesamt 60 – kümmern sich um die Flüchtlinge, die aus 20 verschiedenen Ländern kommen. Claudia Reinecke: „Wir erledigen Behördengänge und Schriftverkehr. Zusammen mit der Gruppe ,Hand in Hand‘ versorgen wir die Menschen bei Bedarf mit Kleidung und einer Grundausstattung an Möbeln.“

Im November wohnten in der Gemeinde Waldfeucht 115 Asylsuchende, im Vorjahresmonat wurden 112 notiert. In der erweiterten Wohncontainer-Anlage in Haaren sind 87 Personen untergebracht; in den Wohnungen, die von der Gemeinde in Bocket und Waldfeucht angemietet wurden, leben momentan 19 beziehungsweise neun Personen.

Die Situation habe sich also im Vergleich zu manchen Monaten, in denen es bis zu 160 und mehr Flüchtlinge in der kleinen Gemeinde aufzunehmen und unterzubringen galt, ein wenig entspannt, hieß es bei der Versammlung. Aber die Aufgaben seien nicht weniger geworden, sondern hätten sich verlagert.

Die Zusammenarbeit mit dem Job Center und auch mit dem Berufskolleg in Geilenkirchen funktioniere jetzt laut Klaus Busch, der die Behördengänge und Schulanmeldungen begleitet, vorbildlich. Schwieriger sei es mit der Ausländerbehörde; es fehlten noch Anbieter für Integrationskurse.

Sehr bedauerlich findet Claudia Reinecke den Umstand, dass „nach ihrer Anerkennung viele Asylbewerber abwandern, sobald sie nicht mehr an die gesetzliche Residenzpflicht gebunden sind“. Die Hauptursache hierfür macht der AK im Fehlen von bezahlbarem Wohnraum vor allem für Singles aus.

Die Gemeinde, deren Einwohnerzahl immer mehr schrumpfe, könne von den Neu-Bürgern profitieren. Auf das Wohnraum-Problem hatte auch AK-Leiter Meisberger in der Generalversammlung hingewiesen. Bürgermeister Schrammen sagte zu, Gespräche mit Vermietern zu führen.

Vor der Wohnungssuche sollten – darin herrschte bei der Generalversammlung Einigkeit – zuallererst das Erlernen der deutschen Sprache, der obligatorische Integrationskurs und die Arbeitssuche stehen.

Obwohl die Zahl der Flüchtlinge rückläufig ist, sei die Hilfe des AK weiterhin erforderlich, sagt die Schriftführerin. So rechnet man auch im nächsten Jahr wieder mit Neuankömmlingen. Das heiße: Auch weiterhin werden die Fahrradwerkstatt und das „KennenLernCafé“ gut besucht werden. Und natürlich seien weiterhin die Geld- und Sachspenden aus der Bevölkerung ganz wesentlich für die Arbeit.

Der Aktionskreis möchte die Gelegenheit nutzen, um sich bei den Waldfeuchter Bürgern, die sich offen und hilfsbereit gezeigt haben, zu bedanken. „Vielleicht melden sich auch noch einige Helfer, die aktiv im Aktionskreis mitarbeiten möchten.“

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