Afghanen lernen in Wassenberg Baseball kennen

Von: red
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Peter Dohmen (hi. Reihe 1. v. li.), und der Vertreter des Wassenberger Flüchtlingsnetzwerks, Marcel Verbocket (hi. Reihe 2. v. li.), sind die Organisatoren des ersten Baseball-Sondertrainings für Geflüchtete.

Wassenberg. Seit zwei Jahren lebt Abdul im Übergangsheim für Geflüchtete in Wassenberg. Der Zwanzigjährige stammt aus der Provinz Kunar im Nordosten Afghanistans, direkt an der Grenze zu Pakistan und nur 100 Kilometer entfernt von der afghanischen Hauptstadt Kabul.

Abdul ist erleichtert darüber, dass er im Wassenberger Flüchtlingsheim eine sichere, wenn auch vorläufige Unterkunft gefunden hat. Besonders gefällt ihm, dass er hier noch mehr Afghanen getroffen hat, Jungs in seinem Alter.

„In meiner Unterkunft koche ich viel und gucke Fernsehen. Meistens deutsche Programme, das hilft mir dabei, die Sprache zu lernen“, beschreibt Abdul, wie er seine Freizeit verbringt.

Wie auch all die anderen Geflüchteten in Wassenberg, die aus Irak, Syrien, Eritrea und anderen Krisengebieten stammen, werden Abdul und seine Freunde vom Wassenberger Flüchtlingsnetzwerk unterstützt. Einer der ehrenamtlichen Helfer des Flüchtlingsnetzwerks ist Marcel Verbocket aus Birgelen. Marcel und die anderen Ehrenamtler unterrichten die Flüchtlinge in Deutsch, begleiten sie bei ihren Asylverfahren und sorgen für Freizeitangebote.

Wie auch die meisten afghanischen Jungs in seinem Alter, hat Abdul in seiner Heimat viel Sport getrieben. Ein sehr populärer Sport in Afghanistan ist Cricket, es gibt sogar eine Nationalmannschaft, die regelmäßig an internationalen Turnieren teilnimmt.

Cricket ist eine Sportart, die vor allem in England und den Ländern des Commonwealth weit verbreitet ist und die viele Ähnlichkeiten mit dem hierzulande eher bekannten Baseball aufweist. In Kunar hat Abdul Cricket mit seinen Freunden gegen andere Teams gespielt. Bei seiner Flucht waren natürlich andere Dinge wichtiger, einen Cricketball, der einem Baseball sehr ähnlich ist, hat er schon lange nicht mehr in der Hand gehalten.

Als Marcel und der Vorsitzende des Wassenberger Baseball- und Softballvereins, Peter Dohmen, vor kurzem im Übergangsheim für ein gemeinsames Baseballtraining geworben haben, hat Abdul keine Sekunde gezögert: „Meine Freunde und ich haben uns sehr über die Möglichkeit gefreut, Baseball kennenlernen zu können.“

Während der Sondertrainingseinheit, an der sechs Bewohner des Übergangsheims teilgenommen haben, stellte der Vorsitzende Peter Dohmen sehr schnell fest: „Den Jungs merkt man ihre Erfahrung in der Schlagsportart Cricket an. Einige von ihnen sind wirklich talentiert und wären ein echter Gewinn für unser Team.“

Die Verständigung während des Trainings war übrigens auch kein Problem. Denn Abdul und die anderen Teilnehmer hätten ausdrücklich darum gebeten, dass das Training in deutscher Sprache erfolge.

Auch Marcel Verbocket vom Flüchtlingsnetzwerk konnte sich davon überzeugen, dass die jungen Männer Gefallen an der Cricket-Variante Baseball gefunden haben. „Ich freue mich darüber, dass die Wassenberg Squirrels so offensiv an unser Netzwerk herangetreten sind und für die Sportinteressierten unseres Wohnheims offen sind. Jeder Sportverein, der mit uns zusammenarbeiten möchte, ist jederzeit herzlich willkommen.“

Und wie soll es nun sportlich weitergehen für die Flüchtlinge? Peter Dohmen: „Hoffentlich finden wir in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsnetzwerk, dem Kreissportbund und dem Stadtsportverband einen Weg, um die Jungs dauerhaft in unser Team zu integrieren und ihnen die Teilnahme am regulären Trainings- und Wettkampfbetrieb zu ermöglichen.“

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