Abwasserkonzept Gewerbepark lässt Grüne nicht ruhen

Von: Rainer Herwartz
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Dass Oberflächenwasser aus dem Gewerbepark Kirchhoven in den Nordsee gepumpt werden soll, widerspreche dem Naturschutz.

Heinsberg. Das geplante Abwasserkonzept der Stadt Heinsberg im Hinblick auf den Gewerbepark in Kirchhoven lässt die Grünen im Rat nicht ruhen. „Umweltaspekte sind meiner Meinung nach nicht berücksichtigt worden“, sagt Fraktionsvorsitzender Willi Mispelbaum gegenüber unserer Zeitung.

Zuletzt hatten Andreas Florack sowie Liane und Stefan Thies von der Bürgerinitiative Gewerbepark Kirchhover Bruch sogar von „Umweltfrevel“ gesprochen, wenn das Oberflächenwasser der befestigten Flächen des Gewerbegebietes in den Nordsee des Lago Laprello geleitet würde.

„Der Schutz des Naturschutzsees wird ignoriert“, erklärt Mispelbaum für seine Partei. „Beim Nordsee des Lago Laprello handelt es sich um einen Naturschutzsee. Dieser Begriff, der auch so von der Stadt Heinsberg verwendet wird, impliziert, dass es sich hierbei um einen See mit Naturschutz handelt und somit um einen besonders schützenswerten Bereich. Unserer Ansicht nach handelt es sich hier um den einzigen, unberührten Fleck in Heinsberg, den man nun mit Abwasser belasten will.“

Der See sei extra eingezäunt und damit der Öffentlichkeit entzogen worden, damit Spaziergänger die Fauna und Flora dort nicht störten. „In diesem Zusammenhang passt es nicht zusammen, dass nun beabsichtigt wird, Oberflächenwasser aus dem Gewerbepark Kirchhoven mit einer Druckleitung in diesen See zu pumpen. Abgesehen davon sehen wir es nicht als sichergestellt an, dass die einzuleitenden Oberflächenwässer tatsächlich frei von Schadstoffen sind.“

Die geplante „Vorklärung“ der Abwässer halten die Grünen für unzureichend. „Aus den uns vorliegenden Unterlagen geht hervor, dass eine Vorklärung dieser Abwässer durch Lamellenabscheider erfolgen soll. Dieses Verfahren ist aus unserer Sicht nur dafür geeignet sedimentierbare Stoffe, also Partikel aus Flüssigkeiten herauszufiltern, nicht aber chemische Substanzen sowie Öle und Fette.“

Durch ein absperrbares Rückhaltebecken solle zwar sichergestellt werden, dass im Falle eines Unfalls mit chemischen Substanzen, Ölen und dergleichen keine schädlichen Stoffe in den See gelangten, „allerdings sehen wir es nicht als sichergestellt an, dass dies in jedem Fall rechtzeitig erfolgen kann. Zudem können dennoch unbemerkt auslaufende schädliche Substanzen in den See gelangen“.

In diesem Zusammenhang blicken die Grünen auch zurück auf die Euregionale 2008, aus deren Geldern das Renaturierungsgebiet Lago Laprello weitgehend bestritten worden sei.

Es sei äußerst fraglich, dass das Abwasserkonzept im Einklang mit den Richtlinien für Förderprogramme des Landes NRW stehe, glauben die Grünen. Und außerdem: „Für die jetzt beabsichtigte Einleitung der Oberflächenwässer in den Naturschutzsee fehlen der Umweltbericht und die Artenschutzprüfung. Im Rahmen der Maßnahme können wir nicht erkennen, dass für dieses Abwasserkonzept eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde.“

Aus Sicht der Grünen „werden hier einmal mehr Umweltschutzbelange den monetären Interessen eines einzelnen Investors untergeordnet. Dies ist vollkommen inakzeptabel.“

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