Abwanderung: Leiter der Heinsberger Grundschulen schlagen Alarm

Von: Rainer Herwartz
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An manchen Grundschulen in Heinsberg wird offenbar die Lage ernst. Zu viele Schüler drehen ihnen den Rücken zu. Foto: imago/Horst Rudel

Heinsberg. Die Heinsberger Schullandschaft ist in Bewegung. Und das nicht nur im Hinblick auf ein alternatives Angebot bei den weiterführenden Schulen. Auch die Leiter der Grundschulen schlagen Alarm. Viele Eltern würden grundsätzlich nicht mehr die wohnortnahe Schule für ihre Kinder wählen.

Die Zahl der Abwanderungen liege bei 21 bis 25 Prozent. „Dies ist eine sehr hohe Abwanderungsquote, wodurch einzelnen Schulen die gewünschte Standortsicherung mittelfristig nicht mehr garantiert ist“, schrieb jetzt die Straetener Schulleiterin Beatrix Hinrichs im Namen aller an den Heinsberger Bürgermeister.

„Wir Schulleiter sehen hier einen weiteren dringenden Handlungsbedarf, um die bestehenden Grundschulen als selbstständige Standorte erhalten zu können.“ Die Bildung von Schulverbünden, mit denen die Stadt bereits auf die demografische Entwicklung reagiert habe, sei da nur ein erster Schritt, meinen die Schulleiter. Ab dem nächsten Schuljahr werden in Heinsberg noch sieben Grundschulen an zehn Standorten bestehen.

Der Vorschlag der Schulleiter lautet, so erklärte auch Thomas Heinrichs, Leiter der Sonnenscheinschule, gegenüber unserer Zeitung, es mögen wieder Schulbezirke eingeführt werden. Dadurch werde den einzelnen Schulen eine sinnvolle Größe ermöglicht und die hohe Abwanderungsquote deutlich abgesenkt. „In den Grundschulen wird die Basis für den späteren Bildungserfolg gelegt“, sagt Heinrichs.

„Es ist deshalb aus unserer Sicht notwendig, durch eine gewisse Mindestgröße der Schulen sowohl die Qualität auf hohem Niveau zu sichern als auch gleichzeitig dem Anspruch eines wohnortnahen Grundschulangebotes zu entsprechen.“ Ziel solle es daher sein, ein dauerhaft wohnortnahes Schulangebot auch bei weiter zurückgehenden Schülerzahlen zu erhalten und den Schulen wie auch den Eltern ein möglichst großes Maß an Planungssicherheit zu geben.

Zudem sind die Schulleiter geschlossen der Meinung, dass für die Schulen mit einem hohen Mi-grantenanteil und einer Vielzahl an Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf unter den Aspekten von Inklusion und Integration die Größen der Eingangsklassen nicht über 23 Schüler steigen sollten. Eine individuelle Förderung sei in einer Klasse mit 30 Schülern nicht erfolgversprechend umzusetzen. Jetzt sind Verwaltung und Rat am Zuge.

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