Abstimmung: Viele sprechen sich für Dach auf Burg aus

Von: kl
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Ein Wahrzeichen braucht Hilfe: Die Erkelenzer Burg mit ihrer wannenartigen Dachkonstruktion muss dringend wetterfest gemacht werden. Foto: Stefan Klassen
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Blick in die Zukunft: Die Fotomontage zeigt, wie die Erkelenzer Burg einmal aussehen könnte.

Erkelenz. Von einer derartigen Mehrheit können Politiker üblicherweise nur träumen. 80 Prozent sind beachtlich, 80 Prozent ist auch die Zahl, die aktuell das Abstimmungsergebnis wiedergibt bei einer Online-Umfrage, die die Stadt Erkelenz derzeit durchführt. Soll die Erkelenzer Burg ein Turmdach erhalten oder nicht?

Das ist die Frage, zu der sich Bürger auf der Homepage der Stadtverwaltung äußern können. Die für die Stadt kostenlose Maßnahme Wetterschutzdach scheint der großen Mehrheit zu gefallen. „80 Prozent der Bürger sind dafür“, nennt der Technische Beigeordnete Ansgar Lurweg ein Zwischenergebnis. Noch bis Ende des Monats sind die Bürger aufgefordert, sich an der Abstimmung zu beteiligen. Derzeit liegt die Zahl der Teilnehmer im unteren dreistelligen Bereich, wie Lurweg sagt.

Nur wenige Teilnehmer fügen ihrem Votum eine Anmerkung bei. „In erster Linie ist es die Optik des Gebäudes, die dabei zur Sprache kommt.“ Entweder gefalle die geplante Dachkonstruktion oder sie werde rigoros abgelehnt.

Rund 150.000 Euro

Ob es tatsächlich ein Turmdach geben wird, ist selbst bei einer eindeutigen Bürgermeinung längst nicht sicher. Denn die Kosten für eine Gesamtsanierung des Burgturms belaufen sich auf rund 150 000 Euro. Der Förderverein der Freunde der Burg will das Dach zu seiner Sache machen und sucht jetzt nach Unterstützern, damit die Finanzen geregelt werden. Auf einen Spendenaufruf haben einige Bürger und Unternehmer schon reagiert. Aber noch reicht die Summe nicht aus, um das Wunschdach zu gestalten.

„Wir brauchen einen vernünftigen Deckel, wir müssen das Dach dicht kriegen“, betont Lurweg. Nicht nur das derzeitige Flachdach ist sanierungsbedürftig, auch das Mauerwerk hat schon durch Wind und Wetter Schaden genommen. „Was passiert mit dem Gebäude in 20 oder 50 Jahren, wenn nichts gemacht wird?“, fragt der Technische Beigeordnete und wird deutlich: „Um den Burgturm langfristig zu nutzen, muss man jetzt was tun.“

Darin stimmt er durchaus mit Peter Fellmin überein. Der Vorsitzende der Freude der Burg freut sich über das Zwischenergebnis und geht nicht davon aus, dass es sich bis Ende Mai noch drastisch verschlechtern wird. „Wir sind frohen Mutes“, sagt er und meint das im doppelten Sinne: zum einen hinsichtlich der großen Zustimmung zur baulichen Veränderung an der Burg, zum anderen auch hinsichtlich der Finanzierung des ambitionierten Projektes. „Wir hoffen, dass wir das Geld zusammenbekommen“, spricht Fellmin auch im Namen seiner Vereinsmitglieder. Dabei setzt er weniger auf große Veranstaltungen oder Aktionen. Als wirkungsvoller sieht er „Klinkenputzen und Mund-zu-Mund-Propaganda“ an.

Außerdem hätten die Bürger wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass sich schon viel an der Burg getan habe. „Wir werden in diesem Jahr die Mauern und den Burghof fertigstellen“, sagt Fellmin. Diese optische Aufwertung des historischen Gebäudes motiviere viele Bürger zu Spenden. Schon seit fünf Jahren spare der Förderverein für die Sanierung des Turms einschließlich eines Dachs, er hoffe auf weitere Spenden finanzieller und materieller Art, so Fellmin. Fest setzen kann er dabei auf die Firma Schleiff. Der Spezialist für die Sanierung historischer Gebäude unterstützt und berät die Freunde der Burg in erheblichem Maße.

Fellmin geht von einer Zustimmung der Politik für das ambitinierte Turmprojekt aus. In der ersten Sitzung des Bauausschusses nach der Kommunalwahl erwartet er den politischen Segen für die Baumaßnahme. Danach würde mit der konkreten Planung begonnen. „Wir rechnen mit vier Monaten Arbeitszeit.“

Allerdings wird es wohl Frühjahr 2015 werden, ehe das Mauerwerk ausgebessert und das Dach aufgebaut werden kann.

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