Wassenberg - Abbindung der Keltenstraße: Nur über den Kreisel oder nicht?

Abbindung der Keltenstraße: Nur über den Kreisel oder nicht?

Von: Verena Müller
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Sackgasse: Zwischen den Wohngebieten Rothenbachpark und Frankenstraße/Keltenstraße besteht noch keine Verbindung. Sollte die Zufahrt von der L 117 in die Keltenstraße aber geschlossen werden, müsste der Verkehr durch den Rothenbachpark (Bataverstraße, Bild) geleitet werden. Das wollen die Anwohner beider Wohngebiete nicht. Foto: V. Müller
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Links der Rothenbachpark mit dem Kreisel, rechts (schwarz-weiß) das Wohngebiet Frankenstraße/Keltenstraße mit der T-Kreuzung an der L 117.

Wassenberg. Für Hans Rothkrans läuft es gerade nicht rund. Eigentlich wollte der Immobilienmakler das Baugebiet Rothenbachpark schon vor einem Jahr komplett vermarktet haben. Von den 220 Parzellen sind aber erst 40 verkauft, überwiegend an Niederländer. Die Wirtschaftskrise habe ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht, sagt er. Das ist es aber nicht alleine, was ihn derzeit umtreibt.

Er bangt um die Attraktivität seines Baugebiets, um die von den Anwohnern der Bataverstraße so geschätzte Ruhe. Es könnte sein, dass alle Anwohner der 72 Wohneinheiten aus dem Wohngebiet nebenan künftig durch die Straße „seines“ Wohngebiets fahren müssen.

Im Planfeststellungsverfahren für die beiden Baugebiete Rothenbachpark und Frankenstraße/Keltenstraße war vor Jahren festgehalten worden, dass eine Anbindung ausschließlich über den Kreisverkehr – von der L117 über die Bataverstraße – erfolgen soll. Sprich: dass die Zufahrt zum Baugebiet Frankenstraße/Keltenstraße – eine T-Kreuzung an der L117 – geschlossen und eine Verbindung zwischen Bataver- und Keltenstraße geschaffen wird. Umgesetzt wurde das bislang nicht.

Sollte der noch bestehende Zugang wegfallen, müssten alle Anwohner beider Baugebiete über den Kreisverkehr und die Bataverstraße fahren und diejenigen von Kelten-/Frankenstraße einen Umweg von ein paar hundert Metern in Kauf nehmen.

„Ich gehe davon aus, dass wir dann mit großem Verkehrslärm zu kämpfen haben“, sagt Maurice Piepers, der an der Bataverstraße wohnt. „Die Kinder kann man dann nicht mehr guten Gewissens auf der Straße spielen lassen.“ 2009 war er in den Rothenbachpark gezogen – auch wegen der Ruhe. Deshalb ist er gegen diese Art der Verkehrsleitung.

Die Stadt Wassenberg hat in einem Schreiben vom 25. Juli dieses Jahres beim Kreis nachgefragt, wie es um die Notwendigkeit einer Straßenabbindung bestellt sei. Nach der Antwort des Straßenverkehrsamtes vom 2. August („Anbindung nur über den Kreisverkehr“), die im Planungs- und Umweltausschuss diskutiert wurde, führten Ausschussmitglieder an, den Anwohnern mögen Umwege und Lärmbelästigung erspart werden. Eine Notwendigkeit im Sinne der Verkehrssicherheit sei schließlich nicht gegeben, da eine Unfallhäufung an der Keltenstraße nicht belegt sei.

Dem stimmt Karl-Heinz Frenken, Sprecher der Kreispolizei, zu: In den letzten Jahren sei es an der Stelle höchstens zu kleineren Blechschäden gekommen. „Es handelt sich auf keinen Fall um einen Unfallhäufungspunkt“, so Frenken.

Alfred Theißen, Leiter des Straßenverkehrsamts, ist sich dessen bewusst. Dennoch beharrt er auf der vereinbarten Lösung. „Fakt ist, dass die textliche Festsetzung so in den damaligen Verfahren von den Wassenberger Gremien beschlossen wurde“, sagt er. Auch der damalige Investor habe mit am Tisch gesessen. „Die Stadt stellt den Bebauungsplan auf, nicht der Kreis“, so Theißen weiter.

Damals sei die Ansage gewesen, den Kreisverkehr möglichst leistungsfähig zu bauen, um das gesamte Areal der ehemaligen Mercury-Kaserne anzubinden. In einem Nebensatz sei auch vereinbart worden, die Keltenstraße abzubinden.

Hintergrund: Um das Jahr 2000 herum gab es wenige hundert Meter entfernt, an der Einmündung zur Mülldeponie, ein paar Unfälle, weshalb man damals zu der Erkenntnis kam: Jede Einmündung, die man nicht braucht, wird geschlossen. Zumal der Verkehr auf der Landesstraße 117, einer Verbindung zwischen den Niederlanden und der A46, recht hoch ist. Und an das Tempolimit von 70 Stundenkilometern hält sich auch längst nicht jeder.

„Der Grund, warum wir jetzt an einer Abbindung festhalten, ist die Prinzipientreue. Irgendwann muss man sich auf etwas verlassen können“, so Theißen. „Als Ordnungsbehörde müssen wir nach Recht und Gesetz handeln.“

Nun sind die Wassenberger wieder am Zug. Geplant sind laut Kämmerer Willibert Darius eine Bürgerbeteiligung (wie es sie schon im Jahr 2010 einmal gegeben hat) und ein Entwurf für einen geänderten Bebauungsplan.

Am Rande bemerkt: Am Kreisverkehr gab es bereits Unfälle. Das hatte allerdings weniger mit dem Kreisverkehr an und für sich zu tun, als mit dem Umstand, dass die Politik dem Straßenverkehrsamt mit der Einweihung zuvorgekommen war. Die Beschilderung fehlte, und ein paar Autofahrer hatten sich wohl noch nicht auf die neue Verkehrsführung eingerichtet.

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