A-capella-Band plus Chor: Stimmen, die begeistern

Von: Stefan Reiners
Letzte Aktualisierung:
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Bei dem Konzert wurde ausgiebig mit dem Publikum interagiert.

Hückelhoven. Vor der Aula des Gymnasiums stand ein langer, weißer Bus mit abgedunkelten Scheiben. In großen schwarz-roten Buchstaben prangte „Viva Voce – die A-cappella-Band“ auf den Seiten. Nicht, dass die zahlreich erschienenen, die Ränge bis auf wenige Einzelplätze vollständig füllenden Zuhörer nicht gewusst hätten, wer auftrat.

Aber auch derjenige, der diese „Boygroup gehobenen Alters“ erstmalig erleben durfte, lernte schnell, weshalb sich diese von anderen Gesangsgruppen durchaus abhebt.

Da ist einmal das Programm. Das bestand keineswegs nur aus Liedern. Da wurde viel zwischendurch erzählt, die ein oder andere Überleitung geriet schon mal zum Sketch, und vor allem wurde ausgiebig mit dem Publikum interagiert. Hier tat sich insbesondere David Lugert, der „Prince Charming“ unter den fünf allesamt in dunklem Anzug und passender Krawatte auftretenden Künstlern, hervor. Auf seine Frage, wer im Publikum denn gemäß dem Konzerttitel vereinbart habe „Wir schenken uns nix“ (zu Weihnachten), meldeten sich zahlreiche Pärchen.

David Lugert hatte aber schnell ein spezielles ausgemacht, das sich für den Rest des Abends seiner besonderen Aufmerksamkeit und persönlichen Ansprache erfreuen durfte. Immerhin gab es dafür auch eine eigene CD („Dass ihr euch nichts schenkt, heißt ja nicht, dass wir euch auch nichts schenken dürfen“) und so manches Kompliment („Ein bezauberndes Parfüm, Marion“).

Besonders beeindruckend war in diesem wohlabgestimmten Ensemble sicherlich der extrem imposante Bass von Heiko Benjes. Nicht nur sein Gesang, sondern auch die Sprechstimme hätte einen Elmar Gunsch vor Neid erblassen lassen. Kein Wunder, dass Heiko Benjes umfangreich Gelegenheit erhielt, den Ohren der Gäste damit zu schmeicheln, nicht zuletzt mit der in bester Großvatermanier vorgelesenen Geschichte „Der doppelte Weihnachtsmann“ von Paul Mahr.

Auch die Fertigkeiten Jörg Schwartzmanns als „Beatboxer“ können nicht nur innerhalb der Formation selber, sondern auch im gesamten Genre hervorgehoben werden. Zwar dürfte es ungewöhnlich sein, dass dieser „Zauberer des mundgemachten Schlagzeugs“ sich in die Karten gucken lässt, indem er offen zeigt, wie die im Körper kreierten Töne mechanisch per aufgeklebtem Kehlkopfmikrofon optimal transportiert werden. Der Bewunderung für seine Kunst tat dies aber keinen Abbruch.

Insgesamt war es ein durchweg kurzweiliger Abend mit sehr abwechslungsreichem Programm. Es gab eigene Lieder, die augenzwinkernd und neckend den mit dem Weihnachtsfest verbundenen Geschenkestress (auch aus der Sicht des sich mit Streikgedanken tragenden Weihnachtsmannes) oder die mitunter an Völlerei grenzenden kulinarischen Exzesse (auch aus der Sicht von Martin, der Gans) auf die Schippe nahmen. Und es gab Klassiker wie „Zu Betlehem geboren“ oder „Maria durch ein Dornwald ging“, zwar im neuen Gewand, jedoch mit gebührender und bemerkenswerter Inbrunst und Ernsthaftigkeit vorgetragen.

Zum Abschluss, als insgesamt dritte der mit Ovationen donnernd geforderten Zugaben, durfte der Hückelhovener Chor „One of us“, der zuvor schon den zweiten Teil des Abends mit drei Stücken eröffnet hatte, gemeinsam mit den fünf Sängern von Viva Voce noch einmal den titelgebenden Song „Wir schenken uns nix“ vortragen, bevor das Konzert mit dem Versprechen geschlossen wurde „gleich im Foyer noch den ein oder anderen zu singen.“

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