Kreis Heinsberg - 800 Unterschriften der Landwirte gegen die Landschaftspläne

800 Unterschriften der Landwirte gegen die Landschaftspläne

Von: hewi
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Kreis Heinsberg. Der Widerstand der Land- und Forstwirte gegen die Entwürfe der Landschaftspläne des Kreises nimmt Form an. Es geht um die Gebiete „Wassenberger Riedelland und untere Rurniederung“ sowie „Baaler Riedelland und obere Rurniederung“, wo massive Einschränkungen für Land- und Forstwirtschaft befürchtet werden.

Die Planentwürfe des Kreises sehen die Festlegung von insgesamt rund 1700 Hektar Naturschutzgebiet vor. Dies bedeutet einen umfassenden Katalog mit Verboten und Regelungen, die von den Betroffenen als existenzbedrohend angesehen werden.

Seit dem ersten Treffen vor zwei Wochen auf Haus Hall in Ratheim wurden über 800 Unterschriften gesammelt, die zusammen mit einer Erklärung den politischen Entscheidungsträgern im Kreis zugesendet wurden. „Die Zahl der Unterschriften zeigt, welche Unsicherheit das derzeitige Landschaftsplanverfahren und die noch ausstehende Umsetzung von Maßnahmen nach den europäischen Wasserschutzrichtlinien ausgelöst haben“, betont der Mitinitiator und Forstwirt Clemens Mirbach. Er bewirtschaftet unter anderem Flächen am Effelder Waldsee und warnt vor Monokulturen und mittelfristigen Einbrüche in den Holzerträgen.

„Die Kosten des Naturschutzes können nicht allein den jeweiligen Grundstückseigentümern aufgebürdet werden“, heißt es in dem Schreiben an die Kreis- und Kommunalpolitiker. Vielmehr müsse die Allgemeinheit einbezogen und den Betroffenen die Möglichkeit der Entschädigung oder des Landtauschs eingeräumt werden. Die Unterzeichner fordern deshalb, dass ohne Zustimmung der Grundstückseigentümer keine Flächen als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden können. Über den Planungsstand der Landschaftspläne seien die Betroffenen nicht oder nur unzureichend informiert worden, lautet die Kritik.

Weiter wird gefordert, nicht bereits jetzt schon mit der Landschaftsplanung „vorzupreschen“, da verbindliche Pläne des Wasserverbandes Rur-Eifel zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinien noch nicht vorlägen.

Darüber hinaus wird ein Anstieg des Pachtzinses befürchtet, da sich mehr Land- und Forstwirte auf den weniger werdenden Flächen drängten. Dies sei eine „künstliche Erhöhung des Flächendrucks“. Auch Ertragseinbußen werden befürchtet. Die Unterzeichner appellieren an die Politik, nicht „mit obrigkeitsstaatlichen Mitteln naive Naturromantik auf Kosten individueller Lebensgrundlagen und Handlungsfreiheit“ zu betreiben. Der derzeitige Planentwurf sei kein Ergebnis frühzeitiger Bürgerbeteiligung. Diese Darstellung sei ein bewusstes Herunterspielen der Interessen der Betroffenen.

Mit der Unterschriftenaktion soll nun die Diskussion noch einmal aufgenommen und eine Lösung gefunden werden, die Land- und Forstwirschaft im Kreis auch weiterhin ermöglicht. Als „sinnvolle und ausgewogene Alternative“ wird das Modell des Vertragsnaturschutzes angesehen, das bereits heute viele Land- und Forstwirte und Eigentümer auf freiwilliger Basis mit dem Kreis praktizieren.

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