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800 Grundschüler werben für Völkerverständigung

Von: anna
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Aufgestellt vor der Karnevalssäule hatte der „Engel der Kulturen“ in Heinsberg sein Ziel erreicht (Bild links). Noch vor Ort fertigten Gregor Merten und Thomas Heinrichs einen neuen, kleinen Stahlring, der voraussichtlich in Luxemburg zum nächsten kleinen „Engel der Kulturen“ wird (Bild rechts). Foto: Anna Petra Thomas
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Aufgestellt vor der Karnevalssäule hatte der „Engel der Kulturen“ in Heinsberg sein Ziel erreicht (Bild links). Noch vor Ort fertigten Gregor Merten und Thomas Heinrichs einen neuen, kleinen Stahlring, der voraussichtlich in Luxemburg zum nächsten kleinen „Engel der Kulturen“ wird (Bild rechts). Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Einen Engel fürs Wetter hatten die beiden Künstler Gregor Merten und Carmen Dietrich nicht mitgebracht – mit ihrem „Engel der Kulturen“. Doch die dicken Tränen aus dem Himmel taten der guten Stimmung der rund 800 Schüler, ihrer Betreuer und Eltern keinen Abbruch.

Sie hatten sich am Samstag auf dem Schulhof der Heinsberger Sonnenscheinschule getroffen, um mit dem großen Stahlring namens „Engel der Kulturen“ durch die Stadt zu ziehen und für Völkerverständigung zu werben. Initiator des Projekts war der Betreuungsverein für Kinder der Schulen in der Region Heinsberg, der Träger von elf Offenen Ganztagsschulen (OGS) in Heinsberg und Gangelt ist.

Vorsitzender Thomas Heinrichs begrüßte darüber hinaus zahlreiche Vertreter aus der Politik und aus den beiden christlichen Kirchen in Heinsberg. Mit dabei war zudem ein Vertreter der Moschee in Hückelhoven. „Viele von Euch haben Eltern, die einmal aus ganz anderen Ländern nach Deutschland gekommen sind“, sagte Carmen Dietrich den Kindern. „Ihr habt unser Leben bunter gemacht, und darüber freuen wir uns.“

Nachdem mit der Stahlskulptur, die in ihrem Inneren die Zeichen von drei Religionen zeigt, auf dem Schulhof der Sonnenscheinschule eine erste Sandskulptur gefertigt worden war, rollten die Schüler sie durch die Stadt – bis vors Kino auf der Hochstraße. Heinrichs erläuterte dort Einzelheiten zur früheren Synagoge, während Merten mit vielen Helfern eine zweite Sandskulptur fertigte. Die dritte entstand vor der evangelischen Kirche, bevor der Zug seinen Höhepunkt vor der Karnevalssäule am Anfang der Fußgängerzone erreichte.

Dort wurde ein kleinerer „Engel der Kulturen“, bestehend aus einem Stahlring mit blau eingefärbten Beton in den Boden eingelassen. Gleich vor Ort stellte Merten zunächst mit der Hilfe von Heinrichs einen neuen Ring her, der am nächsten Ort verlegt wird. Wie der Stahlring für Heinsberg von der Bevölkerung in Worms gefertigt wurde, wird der in Heinsberg gefertigte „Engel der Kulturen“ voraussichtlich im Juli in Luxemburg verlegt. Das Innere des in Heinsberg gefertigten, kleinen Rings wird Teil einer Säule, die einmal in Jerusalem aufgestellt werden soll.

„Miteinander aller Menschen“

„In Heinsberg gibt es ein Miteinander aller Menschen“, sagte Bürgermeister Wolfgang Dieder. „Ihr habt an einer großartigen Idee mitgewirkt. Heinsberg ist stolz auf Euch“, rief er den Kindern zu. „Wir sind alle Kinder dieser Welt“, hatte es aus 800 kleinen Kehlen zuvor laut geklungen. In knapp 80 meist großen Städten seien sie schon gewesen, auch in Istanbul, erklärten die beiden Künstler. Doch so viele Kinder seien noch nie beteiligt gewesen. „Und ich kann mir nur schwer vorstellen, dass das irgendwo noch einmal überboten wird“, sagte Merten.

Und nicht nur er staunte anschließend über die Stände, die von den elf OGS für das anschließende Fest der Kulturen auf dem Schulhof vorbereitet worden waren. Jede OGS Schule hatte dafür einen Kontinent, ein Land oder eine Region ausgewählt.

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