751 Narren schunkeln, singen und tanzen im Takt

Von: Anna Petra Thomas
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Ein Höhepunkt der Galasitzung war die gemeinsame Zugabe der beiden großen Showtanzgruppen zu Ehren des Stadtprinzen Guido I, genannt „Smille“. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Ganz unzweifelhaft dürfte der Vor-Karnevalssamstag in die Historie der westlichst-deutschen Narretei eingehen. Nicht nur, weil der Mittag in der Oberbrucher Festhalle beim ersten Empfang des Landrats gleich 26 Tollitäten aus dem gesamten Kreisgebiet auf einer Bühne vereint sah.

Nein, auch in Heinsbergs Narrenhochburg Kempen mit der KG Kemper Gröne und Stadtprinz Guido I. (Smille Geiser) wackelten bei der Galasitzung im Festzelt an der Rur auch die letzten Reste der alten Brücke, die gerade abgerissen wird. Sage und schreibe 751 Narren schunkelten, sangen und sprangen hier bei Musik, Tanz, Comedy und Akrobatik auch noch nach einem Sechs-Stunden-Mammutprogramm bis früh in den Sonntagmorgen.

„Finanzamt, Eintracht, Karneval, mit Smille feiern wir überall“, stellte Präsident Guido Peters in seiner Eröffnungsrede noch einmal das Motto des diesjährigen Prinzen vor. Obwohl die „Eintracht“ da eher auf den örtlichen Fußballclub gemünzt war, appellierte Peters auch noch in anderer Hinsicht daran: „Denn wo Menschen, so wie es das Motto ausdrückt in einem Satz, miteinander feiern – da ist kein Platz für Intoleranz, Kampf, Krieg und Verdrossenheit, nur die bunte Gemeinschaft bringt Spaß an der Freud!“, betonte er.

Mit Hunderten grün-weißer Schals, von Gröne und Eintracht, aber auch von der großen Borussia, schuf das Publikum dem fußballbegeisterten Prinzen einen Einmarsch mit Stadionatmosphäre. Endlich auf der Bühne angekommen, war er dann vor lauter Spaß an d´r Freud selbst von seinen Adjutanten kaum in seine Loge zu bewegen. Als dies gelungen, spielte für ihn ein weiterer Verein auf, in dem er selbst aktiv ist: das Bundesschützen-Trommler-, Pfeifer- und Bläsercorps. Ein kurzer Stromausfall setzte Solotrommler Marc Erkens mit seinen beleuchteten Trommelstöcken dabei ganz zufällig ins rechte „Licht“.

Dass der karnevalistische Tanz mit drei Mariechen, einer Garde und gleich drei großen Showtanzgruppen das Aushängeschild des Kempener Karnevals ist, muss nicht mehr betont werden. Hinzu kommt aber hier, dass sich die Grönen auch um ihren Nachwuchs nicht sorgen müssen. Bestes Beispiel dafür ist mit Mila Heuter die jüngste Marie der KG, die den Programmteil Tanz eröffnete. Gerade mal elf Jahre alt, ist sie schon seit sechs Jahren aktiv dabei. Annika Jütten und Jenny Peggen, die bereits seit 26 Jahren auf der Bühne tanzt, sollten ihr im Laufe des Abends folgen, ebenso wie die Prinzengarde, die den Stadtprinzen zu allen Auftritten begleitet.

Eisbrecher im Programmteil Wort war Büttenredner Ronny Esser vom Instrumentalverein Hilfarth, in der Karnevalszeit auch die „Trötemänn“. Herrlich trocken präsentierte er Humor mit seinen Gedanken über die eine oder andere Redensart. Ob die Einwohner von Mallorca denn wohl Kannibalen wären, weil sie von Touristen leben?, war eine der Fragen, die ihn bewegten. Musikalität auf ganz eigenwilligen Instrumenten von der Gießkanne bis zur Toilettenschüssel bewies er bei seiner Weltreise als Gewinner von „DSDSM“ (Deutschland sucht den Super-Musiker).

Es folgten mit der Gruppe „Magic“ die jüngsten Showtänzerinnen der KG, die das Publikum mit ihrem getanzten Märchen vom Froschkönig begeisterten. Nicht nur in Kempen, sondern auf vielen Bühnen der Region hat die Gruppe „Sunshine“ mit ihrer getanzten Reise durch den Karneval, von Venedig über Rio und Köln wieder zurück nach Kempen an die Rur, viele begeisterte Fans gefunden. Und schließlich waren auch bei der Galasitzung die tanzenden Maiköniginnen, „Smilles Miezen“ wieder dabei, die zusammen mit den Tänzerinnen von „Sunshine“ eine grandiose Zugabe boten, den Prinzen natürlich mit dabei.

Michael Backes begeisterte als Schmitz-Backes mit seiner urig-komischen Zauberei ebenso wie Georg Leiste, der seiner Comedy als Pavarotti noch die Akrobatik aufsetzte, als er auf einem Seil tanzte, das an jeder Seite von fünf gestandenen Männern gehalten wurde. Für seine Akrobatik gefeiert wurde auch Rudi aus dem Duo „Horst und Rudi“, als er auf seinem Einrad noch eine Zuschauerin mitnahm.

Nachdem das Musiker-Duo „Remmi-Demmi“ eher laut als musikalisch die Bühne für sich eroberte, kam „Hat Wat“, die Band aus Süsterseel mit ihrem Frontmann Ralf Beyers. Er hat den Song über „Ne Kemper Jong“ getextet, mit dem der Stadtprinz derzeit die Säle der Region erobert. Beyers machte in Kempen mit Band und Prinz „richtig Party“, wie einer der mehr als 700 fröhlich Mitfeiernden treffend bemerkte.

Vor dem Finale mit „De Botzedresse“ durften schließlich die „Dreamboys“, Kempens Männerballett, nicht fehlen, bei denen der Prinz auch aktiv ist. Mit Buchstaben auf dem Rücken stürmten sie auf die Bühne. Die Buchstaben, nachdem der Prinz sie sortiert hatte, ergaben das Wort „Stadtprinz. Herrlich dann ihre Aufführung als Beach Boys, bei der einer von ihnen sogar surfte, ohne Brett, nur über rollende Menschen.

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