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73 kleine Könige bringen Segen zu jedem Haus

Von: Anna Petra Thomas
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Auch Nadine von der Forst freute sich über den Besuch der Sternsinger. Sie spendete nicht nur Geld, sondern hatte für die kleinen Könige auch ein paar Süßigkeiten vorbereitet. Foto: Anna Petra Thomas
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Johannes Thevissen (9) malte am Samstag den Segensspruch „20*C+M+B+14“ an viele Hauswände in Kirchhoven

Heinsberg-Kirchhoven. Dem Beispiel der Heiligen Drei Könige, deren Fest die katholische Kirche am 6. Januar feiert, sind am Wochenende in der Region erneut Hunderte Kinder gefolgt. In lange Gewänder gehüllt und mit Kronen auf dem Kopf waren sie unterwegs für das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“.

Geld für Hilfsprojekte

Zusammen mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) organisiert das Kinderhilfswerk der katholischen Kirche zu Beginn jedes Jahres die Aktion Dreikönigssingen, an der sich Mädchen und Jungen aus ganz Deutschland beteiligen. Sie klingeln an den Türen der Menschen, schreiben den Segen an die Hauswände und sammeln Geld für Hilfsprojekte in aller Welt.

So auch in der Pfarrei St. Hubertus in Kirchhoven, wo der Missionskreis die jährliche Sternsingeraktion koordiniert. Hier waren am Samstag gleich 73 kleine Könige in leuchtend roten, gelben oder grünen Kostümen unterwegs – und das in 13 Bezirken, in die Hans-Josef Geffers als Leiter des Organisationsteams das Dorf aufgeteilt hat.

„Viele Kommunionkinder und Messdiener sind dabei“, erzählt er, aber auch in der Schule habe der Missionskreis für eine Beteiligung an der Aktion geworben. Zum dritten Mal bereits ist eine kleine Gruppe dabei, die sich schon früh am Samstagmorgen im Haus von Peter und Irene Thevissen an der Schwimmbadstraße auf ihren Einsatz vorbereitet.

„Ich will Grün“, ruft Sohn Alexander (11), der sich zusammen mit seinem Bruder Johannes (9) und Freund Marc Wolters (10) auf den Weg machen wird. Die Gewänder gab es beim Vorbereitungstreffen, eine Krone muss jeder selbst basteln. Aus gelbem Karton hat Irene Thevissen die für ihre Söhne kreiert. Marc dagegen ist in diesem Jahr ganz stolz auf seine neue gekaufte Krone, deren bunte Steine auf dem glänzenden Gold leuchten.

„Jungs, ihr wisst, was ihr schreiben müsst?“, versichert sich die Mutter. Klar, alle drei wissen es, die 20 vorne, dann ein Sternchen, dann C+M+B+14. Und was die drei Buchstaben bedeuten, das wissen sie auch: „Christus mansionem benedicat“ oder zu Deutsch „Christus schütze dieses Haus“. Noch ein letzter Blick in den Korb. Nur zur Sicherheit. Aber selbstverständlich haben die Kinder an alles gedacht: Kreide, aber auch Aufkleber mit dem Schriftzug für die Hauswände, an denen sich nicht so gut schreiben lässt, dazu die kleine Straßenkarte für den Bezirk Nummer vier, den sie ablaufen müssen, die Dankeschön-Kärtchen für die Menschen, die sie angetroffen haben und die etwas in ihre Spendenbüchse befördert haben sowie Kärtchen mit einer Nachricht für den Briefkasten derjenigen, die ihnen ihre Türen nicht geöffnet haben.

Doch schon zu Beginn sieht es ganz gut aus für die drei kleinen Könige, die in der Straße Am Naturschutz starten. Überall ist jemand zu Hause. Und auch der Spruch, den die drei Kinder dort aufsagen, kennen sie schon auswendig. „Wir drei Könige kommen zu euch, Glück und Segen wünschen wir euch“, beginnt er. „Helft auch ihr mit euren Gaben, dass Kinder eine Zukunft haben“, heißt die darin ausgesprochene Bitte. Dieser folgt auch Nadine von der Forst gerne. „Ich habe das selbst drei Jahre lang gemacht“, erzählt sie und hat neben einer Geldspende auch ein paar Süßigkeiten für die Kinder vorbereitet.

Vierstündiger Fußmarsch

Durchschnittlich 7000 Euro kommen in dem 3000-Seelen-Ort in jedem Jahr zusammen. Nach vier Stunden Fußmarsch und unzähligen Segenswünschen kommen schließlich auch die drei „Könige“ von Bezirk vier zusammen mit Irene Thevissen müde, aber glücklich über große Spendenbereitschaft im Pfarrheim zusammen, bevor es zum Wortgottesdienst geht.

Das Geld, das die Kinder gesammelt haben und das auf das Konto des Kindermissionswerks überwiesen wird, hat eine Projektnummer, für die es direkt Verwendung findet. Es geht nach Bolivien zu den Kinderprojekten von Schwester Christa, für die sich die Menschen in Kirchhoven seit vielen Jahren engagieren.

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