Heinsberg-Karken - 55 Jahre Komitee Heinsberger Karneval: „Lassen uns Lachen nicht verbieten“

55 Jahre Komitee Heinsberger Karneval: „Lassen uns Lachen nicht verbieten“

Von: Anna Petra Thomas
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Ein seltenes Bild: Präsidenten aller zwölf im Komitee Heinsberger Karneval zusammengeschlossenen Gesellschaften und Vereine auf einer Bühne vereint. Gudio Peters (Kempen), Detlef Schumacher (Waldenrath), Helmut Frenken (Oberbruch), Tina Stepprath (Randerath-Himmerich), Peter Herberg (Dremmen), Georg Krichel (Porselen), Frank Heckens (Karken), Markus Wolff (Schafhausen), Johannes Geiser (Kirchhoven), Uwe Bohnen (Straeten), Mark Nolten (Unterbruch) und Richard Deußen (Heinsberg, von links). Foto: Anna Petra Thomas
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Martin Schopps sicherte sich mit seinen Anekdoten aus seinem Schulalltag und seiner Premiere für die nächste Session Ovationen des Publikums.

Heinsberg-Karken. „Es sieht ein bisschen aus wie Karneval, es fühlt sich auch ein bisschen so an, es ist aber kein Karneval!“, betonte Guido Peters als Moderator in seiner Begrüßung zur Jubiläumsveranstaltung zum 55-jährigen Bestehen des Komitees Heinsberger Karneval (KHK) in der Bürgerhalle in Karken.

„Und Ihr seid nicht nur Gäste, sondern auch Jubilare“, sagte er seinen Zuschauern, die sich fast ausschließlich aus Mitgliedern der zwölf dem Komitee angeschlossenen Gesellschaften, Vereine und Vereinigungen zusammensetzten.

Im Jahr 1962 habe der damalige Stadtdirektor Richard Nouvertné die Anregung zur Gründung eines Dachverbands gegeben. Ihr seien damals der Heinsberger Karnevalsverein (HKV), die Kolpingsöhne und der VdK gefolgt, wusste Peters aus der Geschichte des Komitees zu berichten. Nach der kommunalen Neugliederung 1972 traten die Kerkever Jekke, die Drömmer Hahne, die Kemper Gröne, die Brööker Waaterratte und der Schafhausener Karnevalsverein (SKV) dem Komitee bei. Folgen sollten nach 1972 die Karnevalsvereinigung Wooder Wend, die Ongerbröker Kohmule, die Grasbürger Randerath-Himmerich, die Püescheler Klompe, die Karker Rabaue und La Strada Olé.

Nicht unerwähnt ließ er, dass der Heinsberger Bürgerverein schon 1913 Karneval gefeiert und dass es schon 1914 einen ersten Karnevalszug in der Kreisstadt gegeben habe. Peters bat dann alle Präsidenten auf die Bühne, die ganz kurz ihre Gruppierungen vorstellten.

Richard Deußen wusste zu berichten, dass der HKV ganz stolz auf die Mitgliedsnummer sechs im Bund Deutscher Karneval sei. Helmut Frenken erläuterte die Herkunft der Brööker Waaterratte, und von Guido Peters erfuhren die Gäste, das die Kemper Gröne ihre Gesellschaft zunächst „Matsch und Pratsch“ genannt hatten. Peter Herberg erläuterte die unterschiedlichen Erklärungen für den Hahn im Namen der Dremmener. Johannes Geiser erinnerte für die Kerkever Jekke an Jupp Schmitz, der sogar Ehrenpräsident des Verbands der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise (VKAG) war.

Markus Wolff stellte sich als neuer Präsident des SKV in der Nachfolge von Christian Schreinemachers vor. Tina Stepprath berichtete über die Gründung der Grasbürger Randerath-Himmerich durch eine Nonne. Die Püescheler Klompe würden mit ihrem Namen an die Holzschuhmacher im Ort erinnern, erzählte Georg Krichel.

Marc Nolten erklärte den Gästen, dass die Kohmule nicht zu einer Kuh, sondern zu nie gesehenen Fischen mit Mäulern gehören, die aussehen wir Kuhmäuler. Detlef Schumacher wusste zu berichten, dass es den Veilchendienstagszug in Waldenrath bereits seit 1946 gibt. Frank Heckens stellte die Karker Rabaue vor, Uwe Bohnen La Strada Olé. La Strada stamme aus dem Italienischen und heiße so viel wie lange Straße. Das sei doch gerade passend für Nordrhein-Westfalens zweitlängstes Straßendorf, bemerkte er.

Der Riege der Präsidenten folgte Martin Schopps aus Köln, der amüsant aus seinem Alltag als Lehrer zu berichten wusste und nach Ovationen in Karken noch eine Premiere ablieferte, als er sich zur Melodie von Nicoles „Ein bisschen Frieden“ Donald Trump, Recep Tayyip Erdogan und Kim Jong Un widmete.

Sowohl Bürgermeister Wolfgang Dieder als auch Komiteepräsident Wolfgang Weintz hätten ihm gerne noch von ihrer Redezeit abgegeben, wie sie versicherten. Die Rathauserstürmungen durch den Stadtprinzen, den das Komitee stellt, seien zwar in jedem Jahr schmerzlich, aber am Aschermittwoch auch wieder vorbei, erklärte Dieder und sprach allen Karnevalisten seinen Dank aus: „Ihr versorgt uns mit einer ganz wichtigen Medizin, mit Lachen, Humor und „Spaß an d‘r Freud“.

Gut kam auch Dieter Röder als „Ne Knallkopp“ an, der die Gäste mit seinem trockenen Humor begeisterte. Dritter im Rednerbunde war Christian Pape, der mit seinen Heimat-Geschichten gut ins Programm passte. Er lobte die Feierlaune in der Bürgerhalle und bemerkte, dass die Heinsberger nicht etwa an Karneval auf Kommando lustig seien. „Nein, Ihr habt Euch für den Rest des Jahres nur zurückgehalten!“ An alle im Saal appellierte er, den Karneval mit ganz viel Tradition zu behüten, egal was komme. „Wir lassen uns das Lachen nicht verbieten!“, betonte er.

Tänzerisch bereicherten das Programm die Mariechen Elisa Laumen und Kathrin Louis von den Kerkever Jekke sowie Luzie Graab von den Grasbürgern Randerath-Himmerich, die Prinzengarde und das Männerballett der Karker Rabaue sowie die Prinzengarde des HKV. Musikalisch engagierten sich Martin Knoop und Michael Pelzer von den Kerkever Jekke und zum Abschluss die Band „Hat Wat“ aus Süsterseel.

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