5000 Gäste werden erwartet: Erkelenz ist für Bundesköniginnentag gerüstet

Von: Helmut Wichlatz
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Auf das Großereignis vorbereitet: (v.l.) Ralf Heinrichs (Bundesgeschäftsführer), Nicole Stoffels (Stadtmarketing), Rolf F. Nieborg (Bundespressesprecher), Bürgermeister Peter Jansen und Bezirksbundesmeister Hermann-Josef Kremer. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz. Vom 6. bis 8. Mai ist die Stadt ein Wochenende lang das Zentrum der historischen Schützenbruderschaften. Denn zum 61. Bundesköniginnentag des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) werden an die 5000 Schützen und Gäste aus dem Gebiet des ganzen Bundes, das sich vom Münsterland bis Trier erstreckt, erwartet.

Für den Bezirksschützenverband und seinen Vorsitzenden Hermann-Josef Kremer bedeutet dies eine Menge an Arbeit und Organisation.

Allein rund 180 Helfer werden vor allem am Sonntag, 8. Mai, im Einsatz sein, wenn sich nach der Messe auf dem Johannismarkt der große Festumzug um 11.30 Uhr in Bewegung setzt. Dann geht es rund in Erkelenz, denn neben dem Bundeskönigspaar Annika Wilmsen und Dominik Timmermann vom Diözesanverband Münster und den teilnehmenden Bruderschaften werden auch rund 25 Musikkapellen mitmarschieren. Darunter befindet sich mit dem niederländischen Musikverein Amicita Banholt auch ein waschechter Marschmusik-Weltmeister.

Zu sehen sein werden aber auch Jahrhunderte altes Königssilber, Standarten und Fahnen sowie die aufwendigen Roben der einzelnen Bruderschaften.

Hermann-Josef Kremer ist schon seit Oktober 2011 im Einsatz, als sein Schützenbezirksverband den Zuschlag für das Bundesköniginnenfest 2016 erhielt. „Wir haben uns schon frühzeitig mit einem Organisationsteam regelmäßig getroffen“, betont er. Schließlich soll alles wie am Schnürchen laufen. Nur das Wetter könne er nicht beeinflussen, erklärt Kremer. „Wenn das Wetter nicht mitspielt, nutzt die ganze Organisation wenig“, weiß er aus Erfahrung.

Denn das Bundestreffen der Schützen im Jahr 2000 in Erkelenz fiel buchstäblich ins Wasser.

Für Erkelenz und die historischen Schützen sei es „so etwas wie eine Goldhochzeit“, sagt der Sprecher des Verbands, Rolf F. Nieborg. Denn vor genau 50 Jahren fand schon einmal ein Bundesköniginnentag in Erkelenz statt. Das Bundesköniginnenfest sei eine „Verbeugung gegenüber den Frauen“, die die Schützen mit diesem Ehrentag feiern wollen. Denn die Schützen hätten ein weitaus besseres Verhältnis zu den Frauen in ihren Reihen als man allgemein denkt, fügt er hinzu und verweist darauf, dass heute nur noch 16 Prozent der rund 1300 Mitgliedsbruderschaften des BHDS keine Frauen aufnehmen. „Das muss man dann als Teil der Tradition und des Brauchtums akzeptieren“, erklärt er.

Akzeptieren muss man auch die Rolle des Energiekonzerns RWE, der als Sponsor der Veranstaltung auftritt, die unter dem Schützenmotto „Für Glaube, Sitte und Heimat“ stattfindet. „Man muss sich den Realitäten stellen“, erklärt Nieborg. „Wir haben einen offenen, aber durchaus kritischen Umgang mit dem Unternehmen.“ Die vom Tagebau betroffenen Vereine hätten sich intensiv mit ihrem Verhältnis zum Tagebaubetreiber auseinandergesetzt, unterstreicht auch Kremer.

Auch Bürgermeister Peter Jansen, dem die Problematik nicht unbekannt ist, spricht von einem „Spagat, den wir seit Jahrzehnten leisten“. Er verweist auf den Braunkohleplan, in dem die Landesregierung das Unternehmen verpflichte, die notwendigen Umsiedlungen so sozialverträglich wie möglich zu gestalten. „Dazu gehört auch, das Gemeinschaftsleben in den betroffenen Ortschaften zu fördern“, betont Jansen. Für den Zusammenhalt am neuen Standort spiele etwa in Borschemich die Schützenbruderschaft eine große Rolle. Daher sei es nur richtig, die Unterstützung des Unternehmens für die Pflege des Brauchtums in Anspruch zu nehmen.

In Erkelenz wird es am Sonntag ab neun Uhr eng, denn die Innenstadt wird für die Dauer des Festzugs für den Verkehr gesperrt sein. Parkdeck, Tiefgarage und Burgparkplatz werden für die Vereine reserviert sein, die zumeist in Bussen anreisen.

Auch die Parkplätze der umliegenden Einkaufsmärkte können genutzt werden, so Anja Heinrichs vom Ordnungsamt.

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