Heinsberg/Hückelhoven - 3916 Spender wollen die kleine Nele retten

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3916 Spender wollen die kleine Nele retten

Von: Mirja Ibsen
Letzte Aktualisierung:
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Stefan Nießen (27), mit ß, ist nicht mit Nele verwandt. Helfen möchte er trotzdem. Foto: mib

Heinsberg/Hückelhoven. „Mehr Menschlichkeit gibt es nicht.“ Melanie Niessens Stimme zittert ein wenig. So viel Emotion, so viel Dankbarkeit, so viel Hoffnung schwingt da mit. „Diese Welle der Hilfsbereitschaft ist für uns überwältigend“, sagt die junge Mutter. 3916 Menschen sind am Donnerstagnachmittag in die Heinsberger Stadthalle gekommen, um sich in die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) aufnehmen zu lassen.

Bis viertel nach neun haben Helfer potenzielle Stammzellenspender registriert. Sie alle wollen der kleinen Nele aus Baal helfen, die an Leukämie erkrankt ist.

Und die Menschen schenkten nicht nur ihr Blut, spendeten nicht nur so viel Geld, dass die Scheine förmlich aus dem durchsichtigen Acrylwürfel quollen, sie brachten auch Karten und kleine Geschenke für Nele mit. Ein kleines Mädchen, das viel zu jung zum Stammzellenspenden war, hat Melanie Niessen kurzerhand ihr Lillifee-Pferd in die Hand gedrückt. „Für Nele!“ Für Nele. Das geflügelte Wort. Bürogemeinschaften, Nachbarn, Freunde und Kollegen hatten sich verabredet, um etwas zu tun für dieses 15 Monate alte Mädchen, das so viel Lust aufs Leben hat. Die Resonanz bei Facebook im Vorfeld der Typisierungsaktion war riesig, nicht nur die Heinsberger Feuerwehr rief Helden auf, die kleine Prinzessin zu retten. „So einen riesigen Andrang haben wir nicht oft“, sagt Pamela Kölbl, Mitarbeiterin der DKMS-Spenderneugewinnung. Doch sie hatte vorgesorgt. Material für 5000 Registrierungen hatte sie dabei. Dass so viele kamen, erklärt sie damit, dass die Familie in Heinsberg beliebt und bekannt ist.

Kuchen und Kinderecke

Vor der Stadthalle standen zeitweise hunderte Menschen. Doch warten musste niemand lange. Die Organisation des lokalen Initiatorenteams in Kooperation mit der DKMS war so professionell, als würde es ständig innerhalb von zwei Wochen 180 freiwillige Helfer zusammentrommeln können, um eine solch große Aktion auf die Beine zu stellen. Alles perfekt von der Spielecke für die Kleinen bis zum Kuchen, ja, Kuchen! Wer sich hatte registrieren lassen, kam an einem Büfett vorbei, an dem es nicht nur Getränke, sondern auch Naschereien gab: Schokokuchen, Donauwellen, Erdbeertorten und, und, und. Alles Spenden.

Alleine hätten Melanie Niessen und ihre kleine Familie das nicht geschafft. Sie lebt seit einem Jahr in einer Art Ausnahmezustand. „Nur durch den Rückhalt von Familie und Freunden können wir dieses völlig veränderte Leben voller Ängste und Hilflosigkeit überhaupt bewältigen. Wir haben das Gefühl, dass wir sogar noch näher zusammenstehen, jetzt, wo es gerade nicht so läuft.“ Melanie Niessen schluckt. Völlig wildfremde Menschen rufen sie an und bieten ihre Hilfe an. Auch wenn sie nicht als Spender in Frage kommen, wollen sie irgendwie für die Familie da sein. „Das berührt sehr.“ Melanie Niessen sucht nach den Worten, die all das auszudrücken, was in ihr gerade vorgeht. „Im Namen unserer Tochter Nele sagen wir von Herzen: Danke!“

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