350 Quadratmeter voller Kunst

Von: anna
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Klaus Noack mit einem großformatigen Werk von Meral Alma, das in der Ausstellung „Appetizer“ zu sehen sein wird. Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg. Ende Mai erst hat Bürgermeister Manfred Winkens das neue Konzept der Stadt vorgestellt für die Entwicklung hin zu einem Ort, an dem sich Genuss und Kultur vereinen, da nimmt es schon erste konkrete Züge an: Am kommenden Freitag, 5. August, wird Klaus Noack um 18 Uhr, zur besten Abendmarkt-Zeit, gegenüber vom Alten Rathaus an der Roermonder Straße 6 eine neue Galerie eröffnen.

Neu sind für den Profi in diesem Markt nur die rund 350 Quadratmeter Fläche, die er mit Unterstützung der Stadt für den neuen Raum der Kunst angemietet hat. Den Rest beherrscht er aus dem Effeff, denn 1993 hat er seine erste Galerie in Mönchengladbach eröffnet.

Seit 2009 hat die Galerie von Klaus Noack ihren Sitz in seinem Wohnort Wegberg, als temporäre Galerie war sie zwischenzeitlich zudem in Düsseldorf, Kaarst, Viersen und Mönchengladbach vertreten. „Der Kunstmarkt ist in Bewegung“, sagt er. „Vor allem das Internet hat das Käuferverhalten stark verändert, heute muss die Kunst zum Publikum kommen.“ Da kam ihm das neue Konzept der Stadt Wassenberg gerade recht. Für drei Jahre hat die Galerie Noack hier nun wieder einen festen Standort.

In der Zeitung hatte Noack von dem neuen Konzept der Stadt gelesen. Der Zufall brachte ihn mit dem Wassenberger Stadtverordneten Robert Seidl zusammen, dessen Fotografien er einst in Mönchengladbach ausgestellt hatte.

Sicher sei ihm bewusst, dass es nicht leicht werde mit einer Kunstgalerie in einer kleinen Stadt wie Wassenberg, „ganz am Rande der Republik“. Namhafte Künstler hier auszustellen, sei für den Galeristen und die Künstler zugleich ein hohes Risiko. Aber von denen, die er kenne, hätten sich viele bereiterklärt, den Weg mit ihm nach Wassenberg zu gehen.

Vor zwei Wochen erst habe er den Mietvertrag unterschrieben, sagt Noack, und so hat das ehemalige Ladenlokal noch ein wenig Baustellencharakter. Fenster und Tür sind noch mit Folie beklebt. Vom vorherigen Drogeriemarkt steht rechts noch ein Glückwunschkarten-Ständer im Weg, eine frisch verputzte Wand kann vor der Eröffnung nicht mehr gestrichen werden.

Und auch der kleine Lagerraum gleich gegenüber ist noch im Bau. Aber eigentlich stört das gar nicht weiter, denn der Blick des Besuchers fällt sofort auf die ersten Bilder an den Wänden weiter hinten. Sie stammen von der Beuys-Schülerin Ulla Grigat und von Gerd Kanz.

Den tragenden Säulen im Raum, die jetzt je nach Blickwinkel die Sicht auf die Malereien an den Wänden versperren, will Noack künftig einen Nutzen geben. Zwischen ihnen sollen Seile gespannt werden, an denen er dann Grafiken aufhängen kann. Und neben Malerei und Grafik werden auch Objekte zu sehen sein, etwa eine Bettinstallation von Timm Ulrichs oder ein Leuchtobjekt von Eva-Maria Joerressen.

„Appetizer“ wird die erste Ausstellung heißen. Appetit auf mehr Kunst in Wassenberg will sie machen mit rund 50 Werken von 14 Künstlern. „Grafiken kommen noch dazu“, so Noack. Weitere Einzelausstellungen sind schon geplant, etwa mit Meral Alma oder Viktor Nono, die auch mit Bildern zum „Appetizer“ beitragen. Zudem soll das aus Mönchengladbach bekannte „Art-Forum – live bei Noack “, eine Diskussionsrunde mit Künstlern, Kunsthistorikern, Sammlern, Galerist und Publikum, in Wassenberg wieder aufleben.

Ganz vorne, gleich hinter dem Schaufenster, wird Noack übrigens seinen Arbeitsplatz haben. „Die Leute sollen sehen können, wie hier gearbeitet wird“, sagt er. Sie können ihm künftig schon durchs Fenster zuschauen beim Zuschneiden von Passepartouts oder beim Rahmen von Bildern.

Zur Eröffnung der Ausstellung wird es neben einem Grußwort vom Bürgermeister, einer Einführung des Galeristen, kurzen Lesungen und Musik auch eine Edition geben. Als kleine Pappobjekte auf Kunststoffkissen beschreibt sie der Galerist. Sie stammen von Karlheinz Koch, einem weiteren Künstler, der am „Appetizer“ beteiligt ist. „Hier soll sich künftig mehr abspielen als nur das Betrachten von Bildern“, betont Noack.

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