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30 Prozent Einbuße auf dem Rathausplatz

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
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Ein nun schon historisches Bild: Was eigentlich eine Dauerlösung werden sollte, hat nicht funktioniert. Der Wochenmarkt fand in Heinsberg am Freitag zum letzten Mal auf dem Rathausplatz statt.
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Auch Elisabeth Hermann, die regelmäßig am Obst- und Gemüsestand von Guido Krings einkauft, freut sich, dass der Wochenmarkt nun wieder auf dem Marktplatz zu finden sein wird.

Heinsberg. Eigentlich sollte alles ganz anders werden: Der Wochenmarkt, der dem Weihnachtsmarkt und der Eisbahn auf dem Marktplatz ausgewichen war, hatte Mitte November vergangenen Jahres auf dem Rathausplatz eine neue Heimat gefunden. Und diese sollte nicht nur eine vorübergehende, sondern eine dauerhafte sein.

So hatte es sich jedenfalls der Erste Beigeordnete der Stadt, Jakob Gerards, auf die Fahne geschrieben. Mitte Dezember sprach er bei einem Besuch mit unserer Zeitung auf dem neuen Platz noch von seiner Hoffnung auf eine „Dauerlösung“.

Aber die ist jetzt dahin. Ab nächsten Dienstag werden die Markthändler ihre Stände wieder auf dem Marktplatz aufbauen, dienstags und freitags, von 7 bis 13 Uhr, „so lange, wie Kunden da sind“, schmunzelt Guido Krings aus Pütt. Am Freitag stand sein Obst- und Gemüsestand also zum letzten Mal vor der Treppe zur Begegnungsstätte. Er freut sich auf den Umzug an seinen alten Platz auf dem Marktplatz.

Vor allem wegen der Umsatzeinbußen während der Zeit auf dem Rathausplatz, die er für sich und seine Kollegen auf durchschnittlich 30 Prozent beziffert. „Um halb zwölf ist hier nix mehr los“, erzählt er, während er für seine Kundin frische Eier verpackt. „Hier gibt es einfach keine Laufkundschaft!“, bedauert er für sich und seine Kollegen. „Es bleibt also bei dieser Probe“, befindet er. Der Stadt macht er dabei gar keinen Vorwurf. „Die hat wirklich alles getan, uns absolut unterstützt“, findet er nur Lob für Gerards‘ Engagement in dieser Sache. „Das war alles professionell gemacht“, lobt er die Plakataktion und die Öffentlichkeitsarbeit für den neuen Standort. „Aber er ist nicht angenommen worden.“

„Wenn wir direkt hier 30 Parkplätze hätten, würde es funktionieren“, meint er. Am Marktplatz würden viele Kunden die Parkmöglichkeiten direkt hinter dem Wochenmarkt nutzen. „Die kommen, kaufen, gehen vielleicht noch zur Post und sind wieder weg“, weiß er aus Erfahrung. Und genau das sei auf dem Rathausplatz nicht möglich. Auch die von der Stadt eingeräumte kostenfreie Kurzzeit-Parkmöglichkeit für Kunden in den Parkbuchten an der Apfelstraße hat da nicht geholfen. Und da sieht Krings ein weiteres Problem: Wenn eines der großen Kaufhäuser an der Hochstraße in Marktnähe seinen Platz an der Apfelstraße hätte, sähe die Situation vielleicht auch ganz anders aus, sagt er. Umgekehrt würden die Einzelhändler am Marktplatz jetzt aber auch wieder vom Umzug des Wochenmarktes profitieren, ist er sich sicher.

Elisabeth Hermann, die eigentlich Stammkunden auf dem Wochenmarkt ist, freut sich ebenfalls über den Umzug. „Seit der Markt hier auf dem Rathausplatz ist, bin ich ein paar Mal nicht gekommen“, gibt sie zu. Der Weg sei einfach zu umständlich und zu weit. Um ihre Markthändler aufzusuchen, brauche sie im Schnitt zehn Minuten länger, weil der Parkplatz weiter weg sei oder sie alternativ weiter laufen müsse, um zum Wochenmarkt zu kommen. Wie Elisabeth Hermann würden rund 70 Prozent der Marktkunden denken, weiß Krings. Nur etwa 30 Prozent fänden es tatsächlich schade, dass der Markt nun doch seinen Standort wieder dauerhaft auf den Marktplatz verlege.

Zu diesen 30 Prozent gehört natürlich auch Gerards, der sich durch den Wochenmarkt vor allem eine dauerhafte Belebung des Platzes erhofft hatte. Aber bei derart hohen Einbußen, wie sie die Händler während der vergangenen sieben Wochen gehabt hätten, sieht auch er keine Chance, den Wochenmarkt auf dem Rathausplatz zu halten. „Dies weitere drei Monate zu versuchen oder gar auf Konfrontation zu gehen, wäre da wenig zweckdienlich“, erklärt er. Dennoch: An seinem Ziel, den Rathausplatz mit mehr Leben zu füllen, hält er fest. „Da lass ich nicht locker!“ Konkrete Pläne gibt es noch nicht.

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