150 Flüchtlinge angekommen

Von: hewi
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Erkelenz-Lövenich. Für Montag gegen 16 Uhr waren die Busse mit den rund 150 Flüchtlingen angekündigt, die die Stadt im Zuge eines Amtshilfeersuchens der Bezirksregierung kurzfristig unterbringen muss.

Das Gesundheitsamt, freiwillige Mediziner und Helfer standen bereit, um die Aufnahme und Erstuntersuchung der Flüchtlinge schnell und menschenwürdig über die Bühne zu bringen. Zwei landwirtschaftliche Betriebe in Lövenich hatten sich kurzfristig bereiterklärt, die Flüchtlinge in ihren Unterkünften für Saison- und Erntearbeiter unterzubringen.

Rund eine Woche hatte die Verwaltung Zeit, um geeignete Unterkünfte und eine entsprechende Versorgungsstruktur zu schaffen, nachdem die Bezirksregierung ein entsprechendes Amtshilfeersuchen gestellt hatte. Rund eine Woche hatte man in Erkelenz Zeit, um sich auf die Ankunft der Menschen einzurichten. In dem aus Duisburg stammenden Verein „Zukunftsorientierte Förderung“ (ZOF) habe man einen zuverlässigen Partner gefunden, der auf ein eigenes Netzwerk zurückgreifen kann, betonte ein sichtlich übernächtigter Bürgermeister Peter Jansen am Dienstagmorgen.

Neben dem Lob für ZOF richtete Jansen kritische Worte in Richtung Land. „Ab 16 Uhr war dort niemand mehr zu erreichen – und wir standen da und wussten nicht, wann es losgeht“, erklärte er auf Nachfrage. Viele der Helfer hatten sich darauf eingestellt, am Montag tätig zu werden und rückten am Abend unverrichteter Dinge ab. Die Information, dass die Busse doch noch kommen, kam aus den Netzwerkkanälen des Vereins. Seitens des Landes herrschte Funkstille. „Gegen ein Uhr morgens kamen die ersten Flüchtlinge an“, betonte Jansen. „Die Menschen waren hungrig und übermüdet. Anscheinend waren sie stundenlang unterwegs gewesen. Vor allem die Kinder waren völlig erschöpft.“ Woher sie kommen, wisse er noch nicht. Diese Informationen lagen zu dem Zeitpunkt noch nicht vor. Also wurden sie bei der Ankunft notdürftig erfasst, mit Essen und Hygieneartikeln ausgestattet und erst einmal in ihre Unterkünfte gebracht.

Für die Erfassung und Untersuchung standen am Dienstag neben dem Kreisgesundheitsamt auch rund 20 Helfer aus der Stadtverwaltung bereit. Die medizinische Versorgung ist über das Hermann-Josef-Krankenhaus gewährleistet. „Ohne die kurzen Dienstwege hätten wir die Aufgabe nicht gestemmt bekommen“, betonte Jansen, der auch im Kuratorium der Hermann-Josef-Stiftung tätig ist. „Mit Ruhm bekleckert hat sich das Land NRW durch diese Vorgehensweise nicht“, lautet Jansens Urteil.

Derzeit hat die Stadt 302 „eigene“ Flüchtlinge, von denen 80 in privaten Wohnungen untergebracht sind. Die 150 Bewohner der Einrichtungen in Lövenich werden dort so lange bleiben, bis sie anderen Kommunen zugewiesen werden können. Auch wenn das Amtshilfeersuchen eine „sofortige und kurzfristige Wirkung“ habe, geht man bei der Stadt auf Nummer sicher und hat mit den beiden Landwirten in Lövenich Mietverträge bis Ende März geschlossen. Spätestens dann muss eine Lösung gefunden sein, denn dann beginnt die Erntesaison und die Helfer müssen untergebracht werden.

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