14 Hektar größer: Der Baggersee könnte doch noch wachsen

Von: Daniel Gerhards
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Wächst der Baggersee in Forst doch noch? Zuletzt hatte die Katholische Kirche die Ausdehnung in Richtung Ophoven blockiert, weil sie ihre Grundstücke nicht verkaufte. Nun beantragt die Betreiberfirma eine Erweiterung in Richtung Krafeld und Eulenbusch. Foto: Daniel Gerhards

Wassenberg. Nachdem die Erweiterung der Kiesabgrabungen in Wassenberg-Forst in Richtung Ophoven zuletzt gescheitert war, möchte die Firma GMG Grundbesitz ihren Baggersee in die andere Richtung vergrößern. Das geht aus einer Mitteilungsvorlage hervor, die Bürgermeister Manfred Winkens (CDU) am Mittwoch in den städtischen Planungs- und Umweltausschuss eingebracht hat.

Demnach plant die Firma, die Abgrabungen um 14 Hektar in Richtung Krafeld und Eulenbusch zu erweitern. Ob die Abgrabungsflächen tatsächlich erweitert werden, ist derzeit noch vollkommen offen. Nach dem Antrag der Firma muss sich nun erst einmal die Wassenberger Politik eine Meinung bilden. Der Stadtrat könne sich in seiner Sitzung Anfang November damit befassen, sagte Winkens.

Eine daraus resultierende Stellungnahme der Stadt gehe dann an den Kreis Heinsberg, der das Vorhaben letztlich genehmigen müsse. Sollte der Kreis die Erweiterung genehmigen, muss GMG mit den Grundstückseigentümern verhandeln. Das habe die Firma in der Vergangenheit schon einmal versucht, sagte Winkens. Damals ohne Erfolg. „Ob das Unternehmen das Land dann kaufen kann, steht in den Sternen“, sagt Winkens.

Trotzdem unternimmt die GMG Grundbesitz, die Nachfolgerin der GMG Ophoven Kies, nun einen weiteren Anlauf, den Baggersee zu erweitern. Hintergrund ist, dass eine Erweiterung in Richtung Westen zuletzt scheiterte. Die Katholische Kirchengemeinde hatte ihre Grundstücke nicht verkaufen wollen. Und die lagen mitten in dem Areal, das GMG abbaggern wollte. Pfarrer Thomas Wieners begründete die Entscheidung des Kirchenvorstandes damit, dass man negative Auswirkungen für die Natur und die Anwohner in Ophoven befürchte.

Die Stadt Wassenberg hätte die Erweiterung in Richtung Ophoven allerdings gern unterstützt. In diesem Gebiet liegen auch städtische Grundstücke, die dem Kämmerer im Falle eines Verkaufes rund eine Million Euro in die Kasse gespült hätten. Mit dem Geld wollte Kämmerer Willibert Darius das Loch stopfen, das die Versorgung der Flüchtlinge in seinen Etat gerissen hatte. Als klar war, dass der Verkauf platzt, kündigte Winkens an, darüber nachzudenken, Steuern zu erhöhen oder freiwillige städtische Leistungen zu kürzen, um die fehlende Million an anderer Stelle einzusparen.

Klar ist bereits jetzt, dass die Stadt im Falle einer Kiesgrubenerweiterung in Richtung Krafeld und Eulenbusch mit ihrem Land nicht Kasse machen kann. Denn im fraglichen Gebiet befinden sich nach Auskunft des Bürgermeisters keine städtischen Grundstücke.

Gut möglich ist derweil, dass die geplante Erweiterung für Widerstand bei den Anwohnern sorgen wird. Denn beim Blick auf eine Karte, die die geplante Erweiterungsfläche des Baggersees zeigt, wird deutlich, dass einige bebaute Grundstücke in Eulenbusch dann unmittelbar am Ufer liegen würden.

Die bisherige Genehmigung für Kiesabgrabung von GMG Grundbesitz umfasse eine Fläche von rund 54 Hektar. Das geht aus einer „allgemeinverständlichen Zusammenfassung“ des Antrages hervor, den die Firma GMG Grundbesitz von einer Rechtsanwaltsgesellschaft stellen ließ. Die Abgrabungen sollen demnach im Jahr 2018 und die Herrichtung im Jahr 2019 abgeschlossen sein. Die Firma plant nun aber eine Erweiterung der Abgrabung um 14 Hektar, für „den Materialabbau“ seien außerdem rund 9,6 Hektar und für das Abladen von Abraum und Schwemmsand auf dem Betriebsgelände etwa 2,8 Hektar nötig.

Sollte das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden, würde das auch bedeuten, dass der Kiesabbau wesentlich länger dauern würde als bis ins Jahr 2018. Bei einer Fördermenge von jährlich 400.000 Tonnen, könnte der Nassabbau mit dem Schwimmbagger im Jahr 2033 abgeschlossen sein, die Rekultivierung ein Jahr später. So geht jedenfalls die Rechnung, die in der Zusammenfassung, die unserer Zeitung vorliegt, aufgemacht wird.

Die Herrichtung und Rekultivierung des Baggersees könnte nach Ansicht von Winkens auch bei der Entscheidung in den politischen Gremien eine wichtige Rolle spielen. Es sei schließlich etwas anderes, ob nach dem Abbau einfach eine Wasserfläche bleibe oder ob das Areal zur Naherholung genutzt werden könne.

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