13-Jährige forscht mitten auf dem Atlantik

Von: hewi
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Zurück im elterlichen Wohnzimmer: Anna Dechow zeigt Bilder von ihrer Forschungsreise auf die Azoren. Foto: Wischlatz
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Das Forschungsobjekt: Anna Dechow studierte das Verhalten von Delfinen in freier Wildbahn. Dafür trat die Schülerin eine spannende Forschungsreise an. Foto: stock/ABC Medya

Erkelenz-Granterath. Anna Dechow ist gerade von einer interessanten Forschungsreise auf die Azoren zurückgekehrt. Dort hat sie fast den ganzen Tag auf dem Wasser um die Insel Pico verbracht und Wale und Delfine beobachtet sowie deren Verhalten studiert und die Daten ausgewertet.

An sich nichts ungewöhnliches, mag man denken. Doch Anna Dechow ist 13 Jahre alt. Sie besucht das Cusanus Gymnasium.„Schon als kleines Kind hat sie gesagt, sie wolle Forscherin werden“, erinnert sich Mutter Helga. Den Wunsch der Dreijährigen nach einem Mikroskop nahmen die Eltern zuerst nicht ernst. Ein Jahr später hatte Anna dann eins.

Dass sie auf die Houverather Grundschule für begabte Kinder kam, war dann schon fast programmiert. Auch auf dem Cusanus wurde man schnell auf die wissensdurstige Schülerin aufmerksam, die von Roboter AG bis „Jugend forscht“ nichts ausließ. Mit ihrer Arbeit zum Thema „Arbeitswelt“ hat sie in diesem Jahr auch den zweiten Platz im Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ erreicht.

Dann kam Schulleiterin Rita Hündgen mit einem Angebot auf Anna zu, das junge Wissenschaftler nicht ablehnen können: zwei Wochen Forschungsaufenthalt auf den Azoren. Mit täglichem Kontakt zu Meeresbewohnern, die ein Normalsterblicher nur aus dem Fernseher kennt. Den Eltern Arend und Helga Dechow war bei dem Gedanken anfangs gar nicht so wohl, räumen beide ein.

Für die Expedition hat Anna sogar auf die Klassenfahrt mit ihren Schulkameraden verzichtet. Bevor es losging, musste sie Sponsoren suchen, denn die Fördersumme war mit 400 Euro nicht sehr hoch angesetzt. Zu den Sponsoren zählten unter anderem die Heinsberger Institut-für-Jugendmanagement-Stiftung, die Erkelenzer Walter-und-Elfriede-Meyer Stiftung, der Rotary Club und der Förderverein des CGE.

„Einige Unterstützer wollten auch nicht namentlich genannt werden“, berichtet Anna. Über die Hilfsbereitschaft habe sie sich ebenso gefreut. Genau wie über den Sonderurlaub, den Schulleiterin Hündgen ihr gab.

Der Forschungsaufenthalt war alles andere als ein Urlaub. „Wir haben von morgens um sechs bis spät abends gearbeitet“, berichtet Anna. Viel Zeit verbrachten die jungen Forscher auf dem Wasser und zwischen den Delfinen und Walen. Abends wurden die Ergebnisse ausgewertet und als Präsentationen für den Laptop aufbereitet. Ein Programm, für das nicht jeder geeignet ist.

Die 25 Schüler aus der Schweiz und Deutschland gingen in ihrer Arbeit auf, vor allem, weil sie keine „Spielerei“ war. Die Ergebnisse werden nach Australien zur internationalen Forschungsstelle für Delfin- und Walforschung geschickt, wo sie gesammelt und ausgewertet werden.

Die Eltern, denen zuerst bei dem Gedanken an ihre 13-jährige Tochter im Speedboot auf dem Atlantik ziemlich mulmig war, wissen, dass die Reise ihrer Tochter gut getan hat. „Ich hätte mich das in dem Alter sicher nicht getraut“, gesteht Arend Dechow. Dementsprechend stolz ist er auf seine Tochter, die noch Großes vorhat.

Immerhin war Anna nicht die jüngste Teilnehmerin der Forschungsreise. Der Jüngste war elf Jahre alt und von demselben Wissensdurst getrieben wie Anna. Der älteste Teilnehmer war übrigens 18 Jahre.

Nun wertet sie die Ergebnisse ihrer Forschung aus und freut sich schon auf das nächste Abenteuer. „Eigentlich würde ich gerne mit einem Forschungsschiff in die Antarktis“, erklärt sie. Oder nach China, aber dafür muss sie mindestens 16 Jahre alt sein. Zuerst jedoch will sie die vielen tausend Fotos auswerten und katalogisieren, die sie im Laufe der Reise gemacht hat. Außerdem ist sie angehalten, über die Forschungsergebnisse zu berichten. Das tut sie nur zu gerne, denn mitzuteilen hat die 13-Jährige eine Menge.

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