Hückelhoven - 100 Jahre nach Weltkriegsbeginn: Schweigeminuten am Friedenspfahl

100 Jahre nach Weltkriegsbeginn: Schweigeminuten am Friedenspfahl

Von: hewi
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Am schwarz verhüllten Friedenspfahl in Hückelhoven versammelten sich viele Mitbürger bei einer Mahn- und Gedenkveranstaltung zum Ausbruch des ersten Weltkriegs.
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Am schwarz verhüllten Friedenspfahl in Hückelhoven versammelten sich viele Mitbürger bei einer Mahn-und Gedenkveranstaltung zum 1. Weltkrieg.

Hückelhoven. Am 1. August 1914 erging der Befehl zur allgemeinen Mobilmachung in Deutschland. Das Datum wird gemeinhin als Beginn des ersten Weltkriegs bezeichnet. Der erste Weltkrieg war „die erste weltweite Katastrophe“, an der 36 Staaten beteiligt waren, erklärte Georg Lippert bei einer Gedenkveranstaltung am Friedenspfahl.

Erschienen waren rund 30 Menschen, um der Tragödie, die auch als Symbol der Zeitenwende hin zum industrialisierten Krieg zu sehen ist, mit einem fünfminütigen Schweigen zu gedenken.

Zuvor erinnerte der Organisator Lippert auch an den ersten Einsatz chemischer Waffen im Verlauf des Krieges. Auch dabei waren die Deutschen federführend. „Erfinder“ war Professor Fritz Haber, der 1919 auch noch mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet worden sei, erklärte Lippert. In drastischen Bildern schilderte er, was der Krieg auch für die Zivilbevölkerung in den betroffenen Ländern bedeutete. „Doch aus der Katastrophe hatten die Menschen nichts gelernt“, lautete Lipperts Fazit. 25 Jahre später brach der zweite Weltkrieg aus.

Krieg spielt keine Rolle mehr

Die Friedenspfähle, die weltweit in vielen Städten stehen, ermahnen die Menschen, wachsam zu bleiben. Rund 250.000 Pfähle seien auf der ganzen Welt verteilt. In zwölf Sprachen steht auf den Pfählen das wohl kürzeste Gebet aller Religionen. „Möge Friede auf Erden sein“, lautet die Botschaft.

Lippert gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass gerade junge Menschen den Pfahl als Anlass und als Ort annehmen, um über die Botschaft des Friedens nachzudenken. Das anschließende Schweigen der Gruppe machte mitten im sommerlichen Vorabendtrubel und vor der Kulisse spielender Kinder und vorbeirauschender Omnibusse neugierig. So lockte die Gedenkveranstaltung auch Menschen an, die sich der historischen Bedeutung des Datums nicht bewusst waren.

Von der muslimischen Ditib-Gemeinde war ebenso wie von den christlichen Kirchen und einigen Parteien eine Abordnung gekommen, um gemeinsam der Opfer des ersten Weltkrieges zu gedenken. Die Stadt war unter anderem durch Kämmerer Helmut Holländer vertreten.

Die Teilnehmer erhielten Kerzen, mit denen sie die Erinnerung an die Opfer des Krieges auch in ihre Heimatorte tragen konnten. Vielleicht, meinte ein Teilnehmer am Rande der Veranstaltung, sei dieses „stille und beinahe unauffällige“ Gedenken ein Beleg dafür, dass der Krieg in der Gesellschaft keine Rolle mehr spiele.

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