Geilenkirchen - Zwölf Millionen Euro für Einzelzimmer: Anbau im Franziskusheim

Zwölf Millionen Euro für Einzelzimmer: Anbau im Franziskusheim

Von: Udo Stüßer
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Der Plan des Architekten Josef Viethen zeigt den bestehenden Altbau (links) und den geplanten Neubau (rechts). Plan: Architekturbüro Viethen
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Der Neubau wird auf der Grünfläche neben dem Franziskusheim entstehen. Foto: Udo Stüßer
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Hanno Frenken (links) und Josef Viethen haben am Dienstag den Bauantrag abgegeben. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Am Dienstag ist der Startschuss zu einem Zwölf-Millionen-Euro-Projekt gefallen: Hanno Frenken, Geschäftsführer der Franziskusheim gGmbH, und der Erkelenzer Architekt Dipl.-Ing. Josef Viethen haben im Geilenkirchener Rathaus den Bauantrag für einen Erweiterungsbau am Franziskusheim abgegeben.

Sie haben die Abgabe von fünf gut gefüllten Aktenordnern mit der Bitte um vorzeitigen Baubeginn verbunden. Frenken und Viethen gehen nun davon aus, dass mit den ersten Erdarbeiten bereits im Oktober begonnen werden kann, der erste Spatenstich soll am 1. November erfolgen.

Am Franziskusheim soll ein sechsstöckiger Anbau entstehen. Während Parterre die modernisierte Wäscherei untergebracht und die im Altbau bestehende Küche bis in den Neubau hinein erweitert wird, sollen in den fünf oberen Geschossen 35 Einzelzimmer enstehen.

Der Neubau soll 2016 fertig sein. Anschließend wird der Altbau geschossweise saniert. Im Sommer 2018 soll die Maßnahme fertiggestellt sein.

Ab dem Jahr 2018 fordert der Gesetzgeber, dass Altenpflegeeinrichtungen 80 Prozent Einzelzimmer und 20 Prozent Doppelzimmer vorhalten. „Wir haben uns sogar entschlossen, 100 Prozent Einzelzimmer vorzuhalten“, erklärt Hanno Frenken den Grund für die Investitionen. Die zwölf Millionen Euro, die die Franziskusheim gGmbH für den Neubau und die Sanierung des Altbaus investiert, werden im Wesentlichen über unterschiedliche Kreditformen finanziert. Die Pläne, so versichert Frenken, seien mit der Heimaufsicht und mit dem Landschaftsverband abgestimmt.

Nach erfolgter Sanierung stehen den hier lebenden 126 Senioren im Neubau und auch im Altbau wesentlich größere Zimmer zur Verfügung. Die jetzt zu den Zimmern gehörenden Balkone werden in die Räumlichkeiten integriert, so dass wesentlich mehr Wohnraum zur Verfügung steht.

„Da heute viele Bewohner im Rollstuhl sitzen oder sich nur mit einem Rollator bewegen, können die nicht behindertengerechten Balkone ohnehin nicht genutzt werden“, sagt Hanno Frenken. Die im Altbau derzeit noch nicht barrierefreien Bäder werden künftig nicht nur barrierefrei, sondern rollstuhlgerecht.

Wenn Ende 2016 der Neubau errichtet ist, ziehen die Bewohner der vierten und fünften Etage des Altbaus in den Neubau, so dass diese Etagen saniert werden können. Erstrahlen diese dann in neuem Glanz, ziehen die nächsten Bewohner nach oben, so dass die unteren Etagen saniert werden. „In dem Neubau werden wir das Wohngruppenmodell des Landschaftsverbandes umsetzen. Auf jeder Etage wohnt eine kleine Familie. Auf jeder Etage gibt es einen Aufenthaltsraum, ein Wohnzimmer, Küche und Schwesterndienstzimmer“, erklärt Viethen.

Ziel des Projektes, so betont Frenken, ist die Schaffung von 100 Prozent Einzelzimmern. Die Platzzahl von 126 werde auf keinen Fall erhöht.

„Wir brauchen mehr Dienstleistungen vor der stationären Betreuung. Das Pflegegesetz fordert ambulant vor stationär“, sagt Frenken und verweist auf die weitere Einrichtungen der Franziskusheim gGmbH wie fahrbarer Mittagstisch, häuslicher Seniorenbetreuungsdienst, Tagespflege und betreutes Wohnen.

Auch die Zahl der Mitarbeiter wird durch die Neubaumaßnahme nicht erhöht. Derzeit sind in dem Unternehmen 330 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit beschäftigt. Darin eingeschlossen sind die 85 Auszubildenden in der Pflege und einige Lehrlinge in Küche und Verwaltung. Derzeit überlegen Frenken und Viethen, ob im Neubau zwei Zimmer als Ehepaar-Wohnung zusammengelegt werden sollen. Fest im Blick haben sie auch die Planung für das Sozialzentrum in Bauchem. Im September soll der Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplanes gefasst werden.

Der Stadtrat soll in seiner Oktobersitzung diesen Beschluss bestätigen, etwa ein halbes Jahr später könnte der Bauantrag gestellt werden.

Baubeginn soll laut derzeitiger Planung im Sommer 2016 sein. „Erst wenn das erste Objekt mit Tagespflege, Quartierszentrum, ambulantem Pflegedienst und 18 barrierefreien Wohnungen Ende 2017 fertig ist, wird die Kirche abgerissen. Erst dann entstehen rund 30 barrierefreie Wohnungen“, blickt Frenken weit voraus.

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